Ausschließlich passiv

IPC - Visualisierung ist ein wichtiger Baustein in der Automatisierung. Nur sollte heute ein IPC voll geschlossen sein, lüfterlos und ausschließlich passiv gekühlt.

08. November 2005

Der ThinkIO-P ist für unterschiedliche, derzeit praxisrelevante Einsatzbereiche geeignet: Mit integrierter Soft-SPS dient er als Steuerungsrechner, der sogar eigene Visualisierungsfunktionen integriert hat. Ohne Soft-SPS ist er ein klassischer IPC zur Prozessvisualisierung, mit direktem Anschluss an industrielle I/Os. Letztlich entscheidet also zunehmend die Software, welche Funktion das System erfüllen wird. In beiden Fällen vereint das System jedoch Steuerung und Visualisierung, die Kosten für mehrere Systeme zur Steuerung und Visualisierung entfallen. Im Servicefall kann selbst ein angelernter Servicetechniker des Betreibers das System mühelos auswechseln. Dieser muss lediglich einen Ersatzrechner auf die Hutschiene klemmen, die CompactFlash-Karte einstecken und das System hochfahren.

Einfacher Service

Beim Einsatz mehrerer Hutschienen-PC muss nur ein System im Ersatzteillager gehalten werden. Die spezielle Steuerung wird ausschließlich durch die Software auf der CompactFlash-Karte bestimmt. Das senkt die Bestandskosten auf ein Minimum. Dank vorhandener Ethernet-Schnittstellen kann das Software-Image auch auf einem Server gespeichert und vom Systemintegrator remote geladen werden. Mit skalierbaren Pentium M-Prozessoren und passendem Chipsatz bestückt, ist die Leistung des ThinkIO-P bedarfsgerecht anpassbar. Mit der jeweiligen Konfiguration ist er für komplexe Maschinen- und Anlagensteuerungen in der Industrie einschließlich Motion Control-Anwendungen sowie für Visualisierungsaufgaben nutzbar.

Passive Kühlung

In vielen Fällen lassen sich so separate Steuerungs- und Visualisierungsrechner durch den ThinkIO-P in ein einziges System integrieren. Interessant ist die ThinkIO-Familie aber auch wegen ihrer Anbindung durch die Klemmen der granularen Wago I/O-Systeme 750 und 753. Sie lassen dem Anwender einen höchstmöglichen Freiheitsgrad bei der Auslegung der I/O-Konfigurationen.

Die Skalierbarkeit ist für den Systemintegrator von Vorteil, denn er kann, sobald das System validiert ist, für jede neue Aufgabenstellung auf bedarfsgerecht zugeschnittene lüfterlose Systeme zurückgreifen, die auch in der I/O-Auslegung stets passend auf die Hutschiene gesteckt werden können. Pro Gerät sind direkt bis zu 64 Klemmen möglich. Dabei sind auf verschiedenen Potenzialebenen nicht nur klassische analoge und digitale Anschlüsse aufsteckbar, sondern auch ein ASI-Bus, SSI und Inkremental-Encoder sowie serielle Schnittstellenmodule. In der Summe stehen über 100 Klemmenvarianten zur Verfügung. Je nach Bedarf werden diese direkt verdrahtet oder sind in der Variante 753 des Wago I/O-Systems mit einer steckbaren Verdrahtungsebene versehen. Darüber hinaus eignet sich der neue ThinkIO-P für elektromagnetisch sensitive Umgebungen oder wenn Zuverlässigkeit oder Schock- und Vibrationsresistenz erforderlich sind. Der Grund dafür ist das robuste Design mit geschlossenem Aluminiumgehäuse, EMV/Klasse B, gelötetem Speicher und passiver Kühlung.

Schnittstellen

Das ThinkIO-P-System verfügt bis zu 1 GByte Arbeitsspeicher, 1 GByte Flash und 2 MB RAM, Compact-Flash Card sowie alle Standard-PC-Schnittstellen. Zwei unabhängige Fast Ethernet-Schnittstellen, je zwei optoisolierte digitale I/O und optionale Feldbusse wie Profibus oder CAN rüsten den IPC für die Integration in industrielle Netzwerke. Die doppelte Ethernet-Schnittstelle ist außerdem zur redundanten Auslegung der Kommunikation über Ethernet nutzbar. Die Integration von Ethernet-basierten Feldbussen wie ProfiNet, PowerLink, EtherCAT, Ethernet/IP und Sercos III wird derzeit evaluiert und ist für das Jahr 2006 geplant.

Mario Anich, Kontron

Erschienen in Ausgabe: 02/2005