Automatica

Kompakt Nachrichten

Anja Schneider zur Automatica 2010

27. Mai 2010

Anja Schneider zur Automatica 2010

Frau Schneider, mit welchen Erwartungen blicken Sie der Eröffnung der Automatica 2010 entgegen?

Mit ausgesprochen großem Optimismus. Wir sind davon überzeugt, dass die Automatica die richtige Messe zum richtigen Zeitpunkt ist. Für die Anwender von Automatisierungstechnik und für die ganze Branche der Robotik und Automation werden hier wichtige Impulse gegeben. 2009 war ein sehr schwieriges Jahr, mit einem Umsatzeinbruch von rund 35 Prozent. Augenblicklich sind wir in einer Phase, in der die Branche wieder aufatmet. Unsere Prognosen liegen bei einem Plus von 5 Prozent für das Jahr. Wir sind fest davon überzeugt, dass die Automatica ihren Beitrag zu dieser positiven Entwicklung leistet und für einen gewissen Stimmungsumbruch in der Branche sorgt. Warum diese Hoffnung? Wir rechnen mit über 30.000 Fachbesuchern, denn die Branche ist in einem stärkeren globalen Wettbewerb denn je. Der Innovationsstau des vergangenen Jahrs wird sich jetzt lösen, da die produzierende Industrie neue Technologien braucht, um auf die Herausforderung am Weltmarkt zu antworten.

Welche Highlights zeigen Sie in diesem Jahr auf der Automatica?

Pünktlich zur Automatica haben wir die Initiative Green Automation gemeinsam mit dem VDMA-Robotik-Automation und dem Fraunhofer IPA ins Leben gerufen. Dabei geht es im Kern um nachhaltige Ressourcenschonung mit und durch die Automatisierungstechnik. Unter dem Aspekt Automatisierungstechnik betrachten wir die Branchen Robotik und Automation selber als Verbraucher von Ressourcen. Sei es Energie, sei es Druckluft – hier steht der bewusste und schonende Umgang mit diesen Ressourcen im Vordergrund. Der zweite Aspekt: Nachhaltige Ressourcenschonung durch Automatisierungstechnik eröffnet eine ganz neue Dimension. Es geht darum, dass die Vision einer grünen sauberen Welt erst auf Grund von Automatisierungstechnik wirtschaftlich möglich sein wird.

Ein weiteres Highlight der diesjährigen Automatica ist die Innovationsplattform Servicerobotik. Dort werden etwa zehn Anbieter von Service-Robotik-Lösungen auftreten und neue Standards zeigen. In diesem Rahmen wird auch erstmals die EU-Kommision drei bis vier laufende EU-Forschungsprojekte vorstellen. Zum Abschluss möchte ich noch den IFR-Round-Table erwähnen, an dem alle führenden CEOs der weltweit größten Roboterhersteller in München zusammentreffen, um gemeinsam die Trends der Robotik zu diskutieren.

Wird die Automatica 2012 dem bewährten Messekonzept folgen oder sind für die Zukunft neue Aktivitäten geplant?

Wir werden unserem erfolgreichen Messekonzept treu bleiben. Darüber hinaus werden wir wichtige Bausteine, die Kernprinzipien dieses Konzepts sind, weiter ausbauen. Dazu gehört die Internationalität, und gleiches gilt für Green Automation. Green Automation ist für uns keine Eintagsfliege, die 2010 erledigt sein wird, sondern ein Thema, dem wir auch in den kommenden Jahren weiterhin höchste Aufmerksamkeit schenken werden. Zu ihrer Frage nach einem Jahresturnus: Der Innovationszyklus im Bereich industrielle Automation ist ein zweijähriger. Das ist sicher auch ein Erfolgsgarant für die Automatica, und es gibt Stand heute keinen Grund, dies zu überdenken.

Die Fragen stellte Christoph Scholze

Erschienen in Ausgabe: 03/2010