Bald jedes Bosch-Produkt mit KI

Bosch zeigte auf der CES in Las Vegas verschiedene Technologien für Künstliche Intelligenz. Weltpremiere feierte dabei eine KI-basierte Auto-Sonnenblende.

09. Januar 2020
Bald jedes Bosch-Produkt mit KI
Der Virtual Visor gewann beim CES Best of Innovation Award die höchste Punktzahl in seiner Kategorie . (Bild: Bosch)

Der Virtual Visor, eine KI-basierte, digitale Fahrzeugsonnenblende, die Bosch präsentierte, gewann zudem den CES Innovation Award. Die KI-Weltneuheit aus dem Fahrzeugbereich, mit der das Unternehmen in Las Vegas Weltpremiere feiert, stammt aus den USA: Der Virtual Visor ist eine transparente digitale Sonnenblende. Ein durchsichtiges LCD-Display wird mit der Insassenbeobachtungskamera verbunden, die die Position der Augen des Fahrers erkennt. Anhand intelligenter Algorithmen wertet die virtuelle Sonnenblende diese Informationen aus und verdunkelt auf dem Display ausschließlich den Teilbereich, in dem die Sonne den Fahrer blenden würden. Der Virtual Visor hat beim CES Best of Innovation Award die höchste Punktzahl in seiner Kategorie gewonnen.

Einen Award gewann ebenso ein neues 3D-Display von Bosch. Es erzeugt mithilfe einer passiven 3D-Technik einen real empfundenen dreidimensionalen Effekt von Bildern und Warnsignalen. Dadurch lassen sich Informationen schneller erfassen als auf herkömmlichen Bildschirmen. Zusätzliche Sicherheit soll auch ein neues System zur Innenraumbeobachtung von Fahrzeugen bieten. Wenn der Fahrer müde ist oder seinen Blick aufs Smartphone abwendet, erkennt dies das System anhand der Bewegung der Augenlider, der Blickrichtung und der Kopfhaltung – und warnt ihn vor kritischen Situationen.

Darüber hinaus erfasst es den Fahrzeuginnenraum und stellt fest, wie viele Fahrgäste sich an Bord befinden, wo und in welcher Position sie sitzen. So können Sicherheitssysteme wie Airbags im Notfall optimal ausgelöst werden. Mit Fahrerassistenzsystemen hat Bosch seinen Umsatz 2019 um zwölf Prozent auf rund zwei Milliarden Euro gesteigert. Sie sollen den Weg zum automatisierten Fahren ebnen. Bis 2022 will das Unternehmen für das automatisierte Fahren rund vier Milliarden Euro aufwenden und mehr als 5000 Ingenieure beschäftigen.

KI in jedem Produkt

Zu den weiteren KI-Highlights des Unternehmens auf der Messe zählten eine Anwendung für die vorausschauende Wartung der Raumstation ISS und eine smarte Plattform für die medizinische Diagnose. „Die Lösungen, die wir auf der CES zeigen, verdeutlichen:

Bosch will auch im Bereich der KI zum Innovationsführer werden“, sagt Bosch-Geschäftsführer Michael Bolle. „Ab 2025 enthält jedes Bosch-Produkt künstliche Intelligenz oder wurde mit ihrer Hilfe entwickelt beziehungsweise produziert.“ Das weltweite Marktvolumen für KI-Anwendungen soll in diesem Zeitraum bei rund 120 Milliarden US-Dollar liegen. Das ist zwölf Mal so viel wie 2018 (Quelle: Tractica). Ein Potenzial, das Bosch nutzen will:

Schon heute investiert das Unternehmen jedes Jahr 3,7 Milliarden Euro in die Software-Entwicklung und beschäftigt derzeit bereits mehr als 30 000 Software-Entwickler. 1000 Mitarbeiter beschäftigen sich bei Bosch mit KI.