Ball angenommen

Embedded PCs – Der Embedded-Markt hat sich erholt. Die Hersteller wollen jetzt immer komplexere Anwendungen mit ihren Embedded-Systemen bestreiten. Viele potentielle Kunden haben signalisiert, was sie von den neuen Systemen erwarten. Wo dabei die Herausforderun­gen liegen, verrät Suna Richter von DSM der Redaktion von :K.
27. Juni 2005

Wie beurteilen Sie die Entwicklung von Embedded-Lösungen im Maschinenbau? Suna Richter: Im industriellen Umfeld wird es künftig immer wichtiger werden, dass der Zustand der Anlagen leicht überprüfbar wird. Lüfterlose und hermetisch gekapselte Embedded-Systeme werden vermehrt als zentrale Schnittstelle in Maschinenanlagen eingebunden, da sie wartungsfrei sind. In vielen Fertigungsstraßen der herstellenden Industrie arbeitet heute fast kein Mensch mehr. Spezielle Robotersteuerungen übernehmen gefährliche und oftmals von Menschen nicht gewollte Arbeit. Hierbei setzt die Industrie auf kundenspezifische Lösungen, die für extreme Umgebungsbedingungen ausgelegt sind. In diesen Applikationen legen mit dem Kunden abgestimmte Embedded-Systeme immer mehr zu. Welche Auswirkungen hat dieser Trend auf die Automobilindustrie? Die Automobilindustrie plant auch in Zukunft noch mehr Technologie in neue Fahrzeuge zu integrieren. Dies setzt jedoch eine intelligente Embedded-Lösung mit ausgesprochen auf die Applikation abgestimmten Fähigkeiten

voraus. Schon heute befinden sich zahlreiche Steuerungsgeräte im Automobil,

die dafür sorgen, dass unser Benzin in der richtigen Menge zugeführt wird, Geschwindigkeit und Bremsvorgang optimal erfolgen, der Airbag, das ESP, und sogar der Regensensor funktioniert.

All diese Funktionen und viele mehr werden über intelligente Steuerungseinheiten (Embedded-Chips oder PCs) gelenkt. Wie heben Sie sich auf dem Embedded Markt von anderen Anbietern ab? Sicherlich, gerade da der Embedded-Bereich so vielfältig ist, haben die Anwender unterschiedlichste Anforderungen und Bedürfnisse an die einzelnen Systeme. Dies fordert Hersteller und Anwender gleichermaßen heraus, immer komplexere Aufgabenstellungen mit Embedded-Systemen zu lösen. Mit standardisierten, frei konfigurierbaren und modularen Lösungen aus einem umfassenden Produktportfolio unterstützen wir unsere Kunden, um jeweils die optimalen Projektlösungen zu finden.Was ist das Besondere an Neuentwicklungen wie dem DSM Embedded PC NanoServer E1 oder dem E2?

Die beiden Neuzugänge in der NanoServer Familie E1 und E2 sind vor allem für Anwender bzw. Applikationen geeignet, die auf einen erweiterten Temperaturbereich setzen (von -10 °C bis +60 °C). Industriegerecht sein, bedeutet gerade bei Embedded-Systemen vor allem höhere Temperatur, Rüttelfestigkeit sowie möglichst geschlossene Gehäuse. Besonderen Wert gelegt haben unsere Entwicklungsingenieure auf die funktionellen Gehäusevarianten, Zugriff über LAN oder Modem und möglichst keine rotierenden Teile zur Erhöhung der Verfügbarkeit bei gleichzeitigen Wegfall von Wartungsintervallen.

Einen weiteren Vorteil bieten die zahlreichen Schnittstellen. Dadurch hat der Anwender jetzt die Möglichkeit, vom Steuerungs-, Visualisierungs- oder Kommunikationsserver die unterschiedlichsten Lösungsaufgaben zu realisieren. Versionen des NanoServers E3 mit Funkanbindung für Fernwartung oder Datenübertragung sind in der Entwicklung und werden im zweiten Quartal dieses Jahres zur Verfügung stehen. Warum ist DSM z. B. beim SoftPLC Panel 15.1 aus der höheren Leistungsklasse ausgestiegen? Ein derzeit brisantes Thema - immer höhere Rechenleistung erfordert auch höhere Kühlleistung.

Heutige Panel PC-Systeme müssen mit einer speziellen Kühlung (Lüfter, Kühlrippen) ausgeliefert werden, die auf der Rückseite des Panels angebracht sind. Dies steht jedoch im Widerspruch dazu ein schlankes und leistungsstarkes System anbieten zu können. Panel PCs werden zum größten Teil in Maschinenanlagen verbaut, wo oftmals extremer Platzmangel herrscht. Ein System mit einer zusätzlichen Kühlung würde dem Anwender größte Schwierigkeiten beim Einbau in eine Anlage bereiten. Um dem Kundenwunsch nach einer Platz sparenden, thermisch optimierten Lösung zu entsprechen, entwickelt die DSM Computer AG derzeit ein neues Kühlkonzept für die Infinity Panel IPCs und die Soft PLCs. Wir verstehen uns in erster Linie als ein Partner unserer Kunden und entwickeln, produzieren und vertreiben daher ausschließlich solche Lösungen, die auf Erfordernisse in unterschiedlichsten Industriebereichen eingeht. Was verspricht der neue Prozessor Pentium M? Mit dem Pentium M hat Intel eine interessante neue Prozessorgeneration geboren. Der Prozessor ermöglicht einen einfachen mobilen Zugriff auf das Internet oder in firmeneigene Netzwerke. Ein wichtiger Schritt ist die Integration der Wireless-Technologien.

Damit lassen sich schnell und ohne Verkabelungsaufwand Maschinen und Anlagen untereinander verbinden - das verschafft uns mehr Flexibilität. Verfügbar sein werden die Pentium M-Prozessoren ab dem zweiten Halbjahr 2004.

Erschienen in Ausgabe: 02/2004