»Barometer zu Jahresbeginn«: 5 Fragen an Rahman Jamal

Blickpunkt

Als Jahresauftakt und Gradmesser schätzt der Direktor Technik & Marketing von National Instruments die Embedded World in Nürnberg sehr.

17. Februar 2011

Herr Jamal, was macht die Embedded World zu einer Ihrer Lieblingsmessen ...?

Die Embedded World und die SPS/IPC/Drives bilden bildlich gesprochen die Grenzfrequenzen unseres Messespektrums. Die Anwendungen, die die Schnittmenge aus diesen beiden Welten ergeben, bezeichnen wir bei NI gerne als »Industrial Embedded«. Zum Jahresauftakt ist die Embedded World ein Trendbarometer und darum sehr wichtig für National Instruments.

Welche Highlights präsentiert NI auf der Messe?

Die Integration von Design und Test war in der Branche jahrelang so etwas wie der Heilige Gral. Mit unseren Werkzeugen lassen sich Design und Test heute viel besser integrieren. Hier geht der Trend zum Design-begleitenden Testen. Die Basis dafür bilden die modulare PXI-Plattform und die darauf symbiotisch abgestimmte grafische Systemdesignsoftware Labview.

Apropos Labview: Wie spielt die Software in Embedded-Anwendungen ihre Stärken aus?

Mit Hilfe von Labview müssen Embedded-Systeme nicht von Grund auf neu erstellt werden. Es ermöglicht die einfache Integration von Embedded-ANSI-C- und HDL-Code sowie bestehender IP. Darüber hinaus lassen sich in Labview 2010 mit Hilfe des IP-Integrationsknotens auch Standardbibliotheken des Xilinx Core Generators nutzen.

Worin liegt die »Power of the Platform«, die Sie propagieren?

Gemeint ist die Symbiose von unserer Hardware- und Software-Plattform. Über die Software lassen sich beliebige »Personalities« definieren. Das Prinzip ist so wie bei Smartphones, die Hardware ist festgelegt und über die Apps, also die Software, bei uns Labview, verändere ich den Charakter der Hardware. Das ist bei NI schon seit 20 Jahren so. Man denke nur an die virtuellen Instrumente.

Welche Potenziale bietet Embedded im Maschinenbau?

Immer häufiger werden Mehrkernprozessoren und FPGAs auf ein und demselben ASIC untergebracht. Hauptvorteil dieser Verschmelzung ist, dass sich mit einem applikationsnahen Werkzeug wie Labview solche Neuentwicklungen sehr gut in mechatronische Anwendungen integrieren und vielfältige »Personalities« festlegen lassen.

Die Fragen stellte Michael Kleine

ZUR PERSON

Rahman Jamaltrat 1990 nach dem Studium der Elektrotechnik an der Universität Paderborn als Applikations-Ingenieur in die neu gegründete National Instruments (NI) Germany GmbH ein und beteiligte sich maßgebend an deren Aufbau. Heute ist er Technical and Marketing Director Central Europe, Autor zahlreicher Bücher und Beiträge rund um die Mess- und Automatisierungstechnik und in zahlreichen Gremien vertreten.

NI stellt seinen Kunden Standardsoftware wie Labview sowie modulare, kostengünstige Hardware zur Verfügung und beliefert über 30.000 Unternehmen in der ganzen Welt.

Erschienen in Ausgabe: 01/2011