Bearing World auf Erfolgskurs

Zum zweiten Mal veranstaltete die Forschungsvereinigung Antriebstechnik e.V. (FVA) am 6. und 7. März den internationalen wissenschaftlichen Wälzlagerkongress Bearing World in Kaiserslautern. Über 250 Teilnehmer (2016: 200) aus 18 Ländern (2016: 11) nahmen teil. In ihren Keynotes gaben Victoria van Camp, SKF Group, und Prof. Tim Hosenfeld, Schaeffler, Einblicke in die zukünftigen Herausforderungen für Lagerhersteller.

12. März 2018

Die Bearing World wurde 2016 von der FVA ins Leben gerufen, um der zunehmenden Internationalisierung der Wälzlagermärkte und dem daraus resultierenden Bedarf an intensiverer, grenzüberschreitender Zusammenarbeit in Forschung und Entwicklung Rechnung zu tragen. Ab 2018 richtet die FVA alle ihre Kongresse international aus und treibt damit ihre Strategie der internationalen Vernetzung konsequent voran.

Hochkarätige Vorträge mit internationalen Experten

Der Kongress bot einen umfassenden Überblick über den aktuellen Stand der Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Wälzlager und erstmalig auch Vorträge zu Gleitlagern. In ihren Keynotes gaben Victoria van Camp, SKF Group, Schweden, und Prof. Tim Hosenfeld, Schaeffler AG, Einblicke in die zukünftigen Herausforderungen für Lagerhersteller.

Im Fokus des Kongresses standen die Themen Zuverlässigkeit und Effizienz mit Themenblöcken wie Energieeffizienz, Schadensarten, Lagerberechnung und -dimensionierung, Anwendungen in der Antriebstechnik sowie Betriebsfestigkeit und Lebensdauer. Experten aus dem Ausland steuerten 17 der 44 Vorträge aus wissenschaftlichen Forschungsinstituten und den Forschungsabteilungen der Unternehmen bei.

Vernetzung und Interdisziplinarität sind Voraussetzungen für Erfolg

„Vorhersagbarkeit wird sogar wichtiger als eine längere Lebensdauer. Das bedeutet, dass unsere Wälzlagerexperten auch Spezialisten für die Interpretation von Sensordaten werden müssen und diese in ihren Vorhersagen verwenden. Wir sind der Meinung, dass Maschinenbauer Mechatroniker werden müssen. Bei SKF bilden wir Teams aus Datenanalysten und Maschinenbauingenieuren, damit sie voneinander lernen,“ beantwortete Keynote-Sprecherin Dr.-Ing. Victoria van Camp, Senior Vice President Group Technology Development, SKF Group, die Frage nach den wichtigsten Herausforderungen für die Wälzlagerindustrie. Darüber hinaus werde es immer wichtiger, Vorhersagen über den Betrieb und Betriebszustände zu treffen sowie Lösungen für die fortschreitende Digitalisierung anzubieten.

Megatrends und Elektromobilität erfordern neue Lösungen

Prof. Dr. Tim Hosenfeldt, Senior Vice President Technology Strategy and Innovation der Schaeffler AG, zeigte in seiner Keynote auf, wie sich die globalen Megatrends Klimawandel, Globalisierung, Urbanisierung und Digitalisierung auf die Unternehmensstrategie und das Angebotsprogramm eines Mobilitätsanbieters und Wälzlagerherstellers wie Schaeffler auswirken. Insbesondere deren Auswirkungen auf die Mobilität der Zukunft, wie zum Beispiel die dynamische Entwicklung der Elektromobilität, fordern auch im Bereich der Wälzlagerindustrie teilweise völlig neue Lösungsansätze und neue Produkte: „Der Wandel der Mobilität ist im Gange und das wird Veränderungen für Schaeffler als Mobilitätszulieferer mit sich bringen. Die große Herausforderung liegt in der Ambidextrie, der seltenen Gabe gleichzeitig beidhändig zu agieren, also bewährte Technologien weiter zu entwickeln und zugleich neue Mobilitätslösungen zu erschließen,“ sagte Tim Hosenfeldt.

Nur mit internationaler Vernetzung können Herausforderungen der Zukunft bewältigt werden

Hartmut Rauen, stellvertretender VDMA-Hauptgeschäftsführer und Geschäftsführer der FVA sieht die Forschungsvereinigung auf dem richtigen Weg: „Die internationale Vernetzung von Industrie und Wissenschaft ist unerlässlich, um zukünftige Herausforderungen wie Digitalisierung, Elektrifizierung und nachhaltiges Wirtschaften zu meistern. Mit der Bearing World bietet die FVA die führende internationale Plattform für diesen Austausch auf höchstem wissenschaftlichen und technischen Niveau.“

Bearing World Journal präsentiert jährlich wichtige Forschungsergebnisse

Die Bearing World Konferenz findet alle zwei Jahre statt. Mit dem Bearing World Journal möchte die FVA den Austausch unter internationalen Experten auch zwischen den Konferenzjahren fortsetzen, indem regelmäßig, einem Peer-Review unterzogene, qualitativ hochwertige, wissenschaftliche Artikel zu Wälz- und Gleitlagern veröffentlicht werden. Mit dem Journal möchte die FVA der internationalen Forschungsgemeinschaft eine Publikationsplattform für Spitzenforschung bieten und so den technologischen Fortschritt auf dem Gebiet der Lager fördern.

Die nächste Bearing World findet 2020 statt.