Bediengerät mit Wartungseinheit

Steuerungstechnik

HMI – Neue Bediengeräte sparen Zeit und Geld. Ein französischer Maschinenbauer verbessert damit zugleich die Zuverlässigkeit.

26. Februar 2009

Das französische Technologieunternehmen N. Schlumberger (NSC) mit Hauptsitz im elsässischen Guebwiller ist ein führender Hersteller von Maschinen und Anlagen für die Verarbeitung von Fasern. Die Maschinen des Unternehmens produzieren unter anderem Garne, Vliesstoffe und Verpackungen. Das Produktspektrum reicht von Wolle bis zu Teppichböden, Wandverkleidungen, Windeln, Pkw-Innenausstattungen, Konservendosen und Pharma-Verpackungssystemen. Jährlich installiert N. Schlumberger mehr als 800 Maschinen weltweit, von den USA bis Japan, Indien, Pakistan, der Türkei und China. Von bestimmten Modellen sind bereits mehr als 5.000 Einheiten im Einsatz. Weltweit erreicht die Unternehmensgruppe damit einen Marktanteil von mehr als 50 Prozent.

Eine zentrale Anforderung an die Textilmaschinen ist extreme Zuverlässigkeit, schließlich steht in vielen Märkten nicht immer ausreichend qualifiziertes Servicepersonal zur Verfügung. Bei der Integration von Automatisierungslösungen kooperieren die Franzosen deshalb mit dem japanischen Automatisierungs- und Elektronikspezialisten Omron Electronics und verbauen unter anderem dessen Steuerungen der CJ1-Familie sowie unterschiedliche Sensoren, Industrierelais, Kompaktnetzteile, Schaltschrankrelais und DeviceNet-Komponenten.

Bedient werden die Schlumberger-Maschinen mit Bedienterminals der Reihe NS. Um die Benutzung weiter zu erleichtern und zugleich die SPS zu entlasten, kommt in den aktuellen Maschinen die Baureihe NS5 zum Einsatz, die zahlreiche Diagnosefunktionen im Bedienterminal selbst statt in der SPS verarbeitet.

Besonders einfach bedienen lassen sich die Terminals durch das integrierte Konzept der Smart Active Parts zur Programmierung, Wartung und Diagnose. Smart Active Parts sind praxisgetestete Softwarekomponen-ten, die direkt mit Steuerungskomponenten wie Temperaturreglern, Frequenzumrichtern und Motion Controllern kommunizieren. Sie ermöglichen Diagnose und Wartung an Omron-Geräten von einem programmierbaren Bedienterminal der NS-Serie aus. Smart Active Parts lassen sich innerhalb von Minuten und ohne Programmierung in einer HMI-Anwendung einsetzen.

Integrierte Diagnose

Ein Bedienterminal der NS-Serie verhält sich damit wie ein Diagnosetool und ergänzt die Steuerungsanwendung ohne den Einsatz eines PC zur Konfiguration der Geräte. Die Bereitstellung von Diagnose und Wartungsfunktionen auf dem Terminal bietet so einen vollständigen Einblick in den Maschinenstatus und liefert die Flexibilität zur schnellen Fehlerbehebung vor Ort mit minimalem Arbeitsaufwand durch den Maschinenbauer, Systemintegrator oder Endanwender.

Eine besondere Herausforderung bei der Integration der Bedienlösung für den Textilmaschinenhersteller war die vorhandene Architektur, die auch Komponenten von Drittanbietern enthielt. Doch am Ende konnten die Automatisierungsspezialisten auch diese Aufgabe lösen, berichtet Eric Mantot, Technikmanager bei N. Schlumberger: »Omrons großes Angebot neuer Technologien ermöglicht uns, die innovativste Maschine auf dem Markt zu bauen.«

Große Vorteile bieten die Terminals auch bei der Wartung, ergänzt Einkaufsleiter Alfred Simon: »Wir konnten das Serviceniveau ohne zusätzliche Kosten steigern.« So stehen jetzt sämtliche lokalen Daten des Bedienterminals via Fernzugriff über das Internet weltweit zu Verfügung. Die Anwender der Maschinen profitieren davon durch ein schnelleres Reaktionsvermögen, die Vermeidung vieler Fernreisen sowie die Korrektur und Aktualisierung von Programmen per Fernzugriff.

Für Mantot hat sich die Zusammenarbeit mit Omron gelohnt: »Wir hatten enge technologische Grenzen gesetzt, aber Omrons Smart Active Parts haben sie zu einem echten Vorteil für den Endanwender gewandelt, indem diese Hochtechnologie leicht zugänglich gemacht wurde.«

Erreicht wurde dies auch durch den Ansatz, eine einheitliche Lösung zu entwickeln, die die gesamte Anwendung auch aus ökonomischer Sicht interessant macht, kommentiert Olivier Ledey, Omron-Produktmanager für Fabrikautomation in Frankreich: »In enger Zusammenarbeit mit NSC konnten wir eine individuelle Lösung entwickeln, die genau den Anwendungen und Zielen entspricht.«

Martin Bauer, Omron Electronics/bt

Fakten

- Die Omron Corporation im japanischen Kyoto ist ein Unternehmen im Bereich Sensorik- und Steuerungsbauteile mit über 32.000 Mitarbeitern in 34 Ländern und einem Jahresumsatz von mehr als 5,5 Milliarden US-Dollar.

- Die Anwendungsfelder der Produkte reichen von der Industrieautomation über die Fertigung von Elektronikkomponenten bis zum Gesundheitswesen.

- DendeutschenMarktbetreutdieOmron Electronics GmbH in Langenfeld.

Erschienen in Ausgabe: 01/2009