Bedienung nach Maß Auf einen Blick

Spezial Bedienen Beobacht

GUI-Programmierung – Ein neues Programmierwerkzeug ermöglicht die geräteunabhängige Entwicklung von individuellen Mensch-Maschine-Schnittstellen für beliebige CNC-Maschinen.

10. Dezember 2013

Eine wichtige Aufgabe bei der Konstruktion von Maschinen und Anlagen ist die Entwicklung der passenden Bedienungsschnittstelle (HMI). Zwar stehen Werkzeuge für die Programmierung von graphischen Benutzerschnittstellen (GUI) schon lange zur Verfügung, allerdings geraten diese heute zunehmend an prinzipielle Grenzen angesichts der neuen Anforderungen an Funktionalität und Design.

So ist zum Beispiel die Verwendung von Rastergrafiken heute nicht mehr zeitgemäß, zudem fordern die Anwender immer öfter ein individuelles Design, unabhängig von der geforderten Funktionalität. Nicht zuletzt erwarten Maschinennutzer durch den Siegeszug von Touch- und Multitouch-Technologie im Consumer-Bereich heute viel mehr Interaktionsmöglichkeiten. Hinzu kommt die Notwendigkeit, dass sich ein HMI immer öfter flexibel auf Endgeräte mit unterschiedlichen Auflösungen und Bildschirmgrößen einstellen können muss.

Über Erfolg oder Misserfolg bei der Entwicklung eines HMI entscheidet deshalb vor allem die Wahl des richtigen Programmierparadigmas und des geeigneten Frameworks, und zwar schon vor dem Beginn der eigentlichen Programmierung. Der Automatisierungsspezialist Eckelmann aus Wiesbaden hat deshalb die neue Software E°Tools HMI vorgestellt, mit der sich individuelle und komplexe User-Interfaces für beliebige CNC-Maschinen erstellen und später auch ändern lassen.

Die Lösung trennt deshalb strikt zwischen Funktionalität, Darstellung und Bedienphilosophie, so dass der Maschinenbauer eine maximale Gestaltungsfreiheit gewinnt, um ein wirklich individuelles HMI umzusetzen. »Ein wichtiges Ziel bei der Entwicklung von E°Tools HMI war, dem Maschinenbauer ein universelles HMI-Werkzeug zur Verfügung zu stellen«, sagt dazu Dr. Marco Münchhof, der die Systementwicklung bei Eckelmann leitet, und ergänzt: »Das HMI sollte sich dabei immer perfekt der Kunden-Technologie anpassen lassen.«

Das Werkzeug nutzt den Programmieransatz Model-View-View-Model (MVVM) und setzt dazu auf eine Kombination des GUI-Programmmierungssystems Windows Presentation Foundation (WPF), des Composition-Frameworks Caliburn.Micro sowie des Managed Extensibility Frameworks (MEF) zur unkomplizierten Einbindung technologiespezifischer Zusatzmodule in das HMI zur Laufzeit. Die Unterstützung von Vektorgrafiken durch WPF ermöglicht dabei eine stufenlose Skalierbarkeit. Zudem integriert die Software touch-basierte Bedienkonzepte und kann so die Usability erheblich verbessern. bt z

Die 1970 gegründete Eckelmann AG mit Sitz in Wiesbaden ist spezialisiert auf die Entwicklung elektronischer Maschinensteuerungen sowie die Software-Entwicklung und Systemintegration für die Anlagenautomation.

zDas Produktspektrum des Unternehmens reicht von der kompakten Gerätesteuerung bis zur Automatisierung komplexer, verteilter Industrieanlagen.

Erschienen in Ausgabe: 09/2013