Bereit zur Produktion

Nach langer Ankündigungszeit hat HP kürzlich mit dem Jet Fusion 3D 4200 seinen ersten eigenen 3D-Drucker vorgestellt. Der Hersteller verspricht neue Bestmarken bei Druckgeschwindigkeit und Kosten.

06. Dezember 2016

Auf der Messe Formnext hat HP den 3D-Drucker Jet Fusion 3D 4200 erstmals in Europa vorgeführt. Der 3D 4200 ist eines der ersten beiden Modellen der neuen Serie, neben dem 3D 3200. Die HP Jet Fusion sind große Produktionsdrucker, die Kunststoffteile aus Pulvern aufbauen. Das Verfahren ist nicht identisch mit bekannten pulverbasiertem 3D-Druck. Denn HP arbeitet nicht mit einem, sondern mit zwei Bindemitteln: dem "Fusing Agent" und dem "Detailing Agent". HP verspricht für seine Maschinen hohe Druckgeschwindigkeit, unter anderem durch eine hohe Abscheiderate von Härtertröpfchen auf die Bauteiloberfläche und durch beschleunigte Kühlung von Teilen. Die Produktionskosten sind laut HP nach eigenen Berechnungen nur halb so hoch wie bei anderen FDM- oder SLS-Maschinen der Klasse über 100.000 USD - zum Teil deswegen, weil der Anteil des wiederverwendbaren Pulvers mit ca. 80 Prozent besonders hoch ist.

Im Datenblatt nennt HP eine Bauraumgröße von 406 x 305 x 406 mm. Die Schichtdicke beträgt 0,07 bis 0,12 mm (3D 4200) oder 0,08 bis 0,10 mm (3D 4200). HP empfiehlt die Maschinen für Prototypen und Kleinserien mit hohen Anforderungen hinsichtlich kurzfristiger Lieferbarkeit und niedrige Stückkosten. Auf dem deutschen Markt startet HP mit drei Resellern: der Bechtle-Tochter Solidpro, 3D Experts als Spezialisten für 3D-Bilder und dem Bürobedarfhändler Kautbullinger. Bei Werkstoffen setzt HP auf Offenheit: Im Rahmen des Programms "HP Open Materials" können verschiedene Unternehmen Werkstoffe für die Jet Fusion herstellen und anbieten. Der Chemieriese BASF und der Essener Spezialchemiehersteller Evonik sind dem Programm beigetreten.