Beschleunigte Prozesse

C-Technik

Datendurchgängigkeit – Neue CAE-Systeme standardisieren Prozesse und verkürzen Projektlaufzeiten. Mit der Eplan-Plattform lässt sich das Engineering neu strukturieren und perfekt in die IT-Landschaft einbetten.

15. Oktober 2010

Abwasserbehandlungsanlagen für Bahrain und Saudi-Arabien, Bauxit-Förderanlagen für Surinam, verkettete Produktionsanlagen in der Nahrungsmittelindustrie, Bodengefrieranlagen für den Tunnelvortrieb: Die Firma Spangler, aus Töging an der Altmühl/Oberpfalz, kann auf viele interessante internationale Referenzprojekte verweisen. Das 1981 gegründete Unternehmen hat sich seit 1987 auf die Entwicklung und den Bau der Automatisierungstechnik von komplexen Anlagen spezialisiert.

Veränderte Prozesse

Spangler arbeitet mit führenden Anlagenbauern zusammen und kann dabei auf umfassendes anwendungstechnisches Know-how zurückgreifen. Die Strategie der Spezialisierung auf anspruchsvolle Aufgaben hatte ein gesundes Wachstum zur Folge. Deshalb wurde 2008 für die inzwischen rund 100 Mitarbeiter ein neues Verwaltungsgebäude errichtet, und derzeit wird die Fertigung umgebaut, denn auch hier müssen die Räumlichkeiten mit dem wachsenden Auftragsvolumen Schritt halten.

Aus demselben Grund entschloss sich die Geschäftsführung vor rund zwei Jahren, ein neues CAE-System zu implementieren. Helmut Graspointner, der zusammen mit Hannelore Spangler das Unternehmen leitet: »Die Anlagen, die wir planen und bauen, werden immer komplexer. Auch der Anteil der internationalen Kunden steigt: Rund 50 Prozent der von uns geplanten Anlagen werden im Ausland installiert. Zudem haben wir eine Größe erreicht, bei der die Standardisierung der Prozesse auf der Agenda steht, um Durchlaufzeiten zu verkürzen und das Wissen der einzelnen Konstrukteure unternehmensweit nutzbar zu machen.«

Ideale Lösung

Spangler fand in Eplan Electric P8 in Kombination mit Eplan Cabinet die für sich passende Lösung. Helmut Graspointner: »Wir waren überzeugt, dass unsere Ideen mit der Eplan-Plattform einfach besser und schneller umgesetzt werden können.« Die Einführung von Eplan Electric P8 schaffte dann die Voraussetzung für eine weitestgehend automatisierte Elektrokonstruktion. Zum Beispiel erleichtert eine umfassende Bibliothek von Komponenten den Konstrukteuren die Arbeit, und auf Knopfdruck stehen die gewünschten Auswertungen wie zum Beispiel Stücklisten zur Verfügung. Spangler schätzt besonders die vielfältigen, individuell anpassbaren Auswertfunktionen der Listen ebenso wie die Tatsache, dass das System mitdenkt und den Konstrukteur auf Fehler oder Inkonsistenzen hinweist. Das gilt nicht nur für die Elektrokonstruktion, sondern auch für den Schaltschrankbau. Dieser wird mit Eplan Cabinet, das auf derselben zentralen Artikeldatenbank arbeitet, geplant. Ein dreidimensionales Schaltschrank-Layout, das die optimale Platzierung der Bauteile ermöglicht, ist das Ergebnis.

Implementierung gut geplant

Typisch für das Unternehmen ist, dass es junge Mitarbeiter mit verantwortungsvollen Aufgaben betraut. Rainer Meier wurde 1999 bei Spangler eingestellt, hatte später die stellvertretende Montageleitung übernommen und dann die Meisterschule besucht. Nach seiner Rückkehr in den Betrieb übernahm er die Aufgabe, die Anforderungen an ein neues, zukunftsorientiertes E-CAD-System zu definieren. Dabei wurde er von Johann Weiher unterstützt, der als Administrator die technische IT betreut. Beide absolvierten zunächst Basisschulungen bei Eplan und erarbeiteten dann einen Stufenplan. Anschließend wurden 13 Konstruktions-Arbeitsplätze mit Eplan Electric P8 ausgerüstet und ein weiterer mit Eplan Cabinet.

Damit die Elektrokonstrukteure bei Spangler die Vorteile des durchgängigen Elektro-Engineering nutzen können, erstellten die Konstrukteure eine neue, zukunftsgerichtete Struktur für die Artikelstammdaten. Auch Formulare und Übersetzungen wurden an die individuellen Anforderungen von Spangler angepasst. Ein zentraler Aspekt war auch die Strukturierung der Makros. Diese modulare Konstruktion erhöht die Effizienz im Prozess. Auch die SPS-Programmierung nutzt die Zuordnungslisten von Eplan Electric P8 als Ausgangspunkt, und der CNC-Automat für die mechanische Gehäusebearbeitung wird direkt über Eplan Cabinet gesteuert. Außerdem profitiert man beim Schaltschrankbau von der Schnittstelle zu RiCAD-3D von Rittal: Mit dieser Kombination lassen sich sehr schnell reale 3D-Ansichten der geplanten Schaltschränke erzeugen. Neben der Durchgängigkeit war auch die Transparenz ein wichtiges Ziel. Jeder Mitarbeiter kann die Viewing-Funktion nutzen und PDF-Dokumente einsehen. Die mit Eplan erstellte Dokumentation der Anlagen wird auf einem FTP-Server abgelegt und ist dort auch für Kunden einsehbar. Johann Weiher: »Wir haben in der Vorbereitungsphase großen Aufwand betrieben. Aber die Konstrukteure bestätigen immer wieder, dass sich dieser Aufwand gelohnt hat. Sie sparen Zeit, weil viele Wiederholaufgaben automatisiert wurden.« Hinzu kommt, dass alle Daten durchgängig von Engineering bis Fertigung durchgereicht werden. Auch die Administratoren sehen Zeitvorteile. Rainer Meier: »Die Software-Pflege hat sich stark vereinfacht, weil wir Updates jetzt zentral einpflegen können.«

Im Ergebnis hat Spangler ein durchgängiges Engineering-System installiert, das über Schnittstellen optimal in die gesamte IT-Landschaft eingebettet ist. Die Eplan-Plattform wird kontinuierlich mit dem ERP-System synchronisiert, sodass es keine Inkonsistenzen zwischen kaufmännischer und technischer IT gibt. So hat das Unternehmen sein Elektro-Engineering, das für einen Spezialisten der Automatisierungstechnik von größter Bedeutung ist, hervorragend auf die Anforderungen der Zukunft vorbereitet.

Thomas Michels, Eplan/csc

Fakten

-Eplan Software & Services in Monheim am Rhein ist ein Software-Anbieter für globale Engineering-Lösungen.

-Im Zentrum der Entwicklung stehen effiziente Workflows und durchgän-gige Prozessunterstützung. Kunden werden praxisgerecht unterstützt durch Dienstleistungen wie Schulungen, Consulting und Consumer Solutions.

Erschienen in Ausgabe: 07/2010