Bestehende Anlagen optimieren

Energieeffizienz

Energiemanagement – Steigende Energiepreise lösen ein Umdenken aus. Anlagenbetreiber suchennach Möglichkeiten, durch Senken des Energieverbrauchs die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.

15. Oktober 2010

Eine zuverlässige und effiziente Produktion mit hoher Verfügbarkeit zu gewährleisten, war in der Vergangenheit das oberste Ziel. Energieaspekte berücksichtigten die Betreiber und Anlagenbauer nur am Rande. Auch heute steht die maximale Energieeffizienz bei Neuanlagen nicht unbedingt im Vordergrund. Doch es hat ein Umdenken begonnen. Nicht zuletzt durch die hohen Energiepreise bedingt, versuchen Anlagenbetreiber durch Senkung ihrer Energiekosten ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.

Situation Richtig Analysieren

In vielen Fällen ist dies auch relativ schnell und einfach möglich, wie Danfoss Solutions, ein auf die Anlagenoptimierung spezialisierter Geschäftszweig von Danfoss, schon in vielen Projekten feststellen konnte. So konnten Unternehmen wie Danisco, die bereits in den 1990er-Jahren viel für die Energieeinsparung und die Reduzierung des CO2-Ausstoßes getan haben, durch die Beratung von den dänischen Spezialisten weitere Einsparungen erzielen. Im letzten Projekt in Grindsted, Dänemark, konnte der Produzent von Ingredienzen für die Nahrungsmittelproduktion den CO2-Ausstoß nochmals um 10 Tonnen pro Mitarbeiter und Jahr senken – insgesamt um mehr als 6.000 Tonnen. »Die Kunden erwarten auf umweltgerechte Produktion ausgelegte Produktionslinien. Gerade unsere global tätigen Kunden zeigen verstärktes Interesse daran. Aber natürlich sind sie nicht bereit, auch nur einen Gent mehr dafür zu bezahlen. Es gilt als integraler Bestandteil der Anforderungen an den Lieferanten«, erläutert Martin K. Madsen, Standortleiter bei Danisco in Grindsted, seine Erfahrungen. Professionell geplant und umgesetzt sind Energiespar- und Umweltschutzmaßnahmen in der Industrie keine Kostentreiber, sondern eine Kostenbremse.

Doch immer wieder passiert es, dass die durchgeführten Maßnahmen nicht den durchschlagenden Erfolg bringen oder an anderer Stelle gravierende Nachteile bis hin zu Fehlfunktionen nach sich ziehen. Dies kann viele Ursachen haben, die meisten liegen jedoch in einer unvollständigen oder gar fehlerhaften Analyse der Ausgangslage und darauf aufbauenden Entscheidungen sowie zu wenig Sorgfalt bei der Auswahl von Komponenten. Da es für Anwender heute unmöglich ist, alle technischen Geräte bis ins letzte Detail zu kennen, ist es sinnvoll, bei Bedarf Experten hinzuzuziehen. Sie haben die nötige Erfahrung und einen geschulten Blick. Danfoss Solutions bietet eine genaue Analyse auf Basis langjähriger Expertise sowie Hilfe bei Umsetzung und Verifizierung der Einsparungen der festgelegten Maßnahmen. Startpunkt ist eine genaue Analyse des Ist-Zustands. Gerade innerhalb der wichtigen Sekundärprozesse wie Drucklufterzeugung, zentrale Kühlung oder auch Dampferzeugung verstecken sich hohe Einsparpotenziale.

In dieser Projektphase, bei Danfoss Solutions EnStudy genannt, erfolgt eine Bestandsaufnahme, bei der alle Einsparpotenziale identifiziert, die daraus resultierenden Einsparungen auf Euro und Cent beziffert und nicht zuletzt auch die dafür anfallenden Kosten abschätzt werden. Ziel ist, dass sich das Projekt vollständig aus den Einsparungen heraus finanziert.

Umsetzen und schulen

Nach dieser Analyse und der genauen Übersicht beginnt die eigentliche Umsetzung. Günstig für den Anwender ist es, wenn der Berater auch die Umsetzung betreut beziehungsweise selber übernimmt. Üblicherweise sollte das Projekt dann drei Phasen umfassen. Die Verifikation und Planung, die Installation und die Rückzahlungsphase. Dabei sind insgesamt drei Teilbereiche zu berücksichtigen: Technologie, Systeme und Mitarbeiter. Gerade die Mitarbeiter, vor allem die Operatoren an den Maschinen, haben einen ganz entscheidenden Einfluss auf den Energieverbrauch innerhalb des Unternehmens. So sollten sie motiviert und geschult werden, ihr eigenes Verhalten im Umgang mit wertvoller Energie zu hinterfragen und den Einsparungsprozess unterstützen und verinnerlichen. Die Technologie konzentriert sich vor allem auf die Modernisierung und Umrüstung bestehender Anlagen. Ebenso stehen die Prozesse zur Optimierung der Anlage auf dem Prüfstand. Wie groß sich schon kleine Änderungen auswirken, zeigt erneut ein Beispiel von Danisco. So erreichte dort eine bessere Einstellung der Heizanlage in diesem Teilbereich bereits Energieeinsparungen von bis zu 20 Prozent. Auch bei Bisca, einem dänischen Hersteller von Gebäck, betragen die Einsparungen im Bereich Fernwärme, als größtem Einzelposten in der Gesamtoptimierung,rund 40 Prozent. Um jedoch den Erfolg der Maßnahmen belegen und im laufenden Betrieb Prozesse weiter optimieren zu können, benötigen Betreiber eine Software für Monitoring & Targeting zum Energiemanagement.

Monitoring und Targeting

Dafür ist modernste Messtechnik und eine Datenerfassung erforderlich, die alle relevanten Verbrauchsdaten berücksichtigt, auswertet und auf Knopfdruck dem Anwender bereitstellt. Die Montage-Software von Danfoss Solutions erfüllt diese Anforderungen. Mittels Kenngrößen und der erfassten Daten lassen sich die erzielten Einsparungen genau nachweisen. Haben die Beteiligten alles richtig gemacht, liegen die Einsparungen jährlich bei 10 bis 20 Prozent der Energiekosten. Solche Projekte amortisieren sich meist in zwei bis drei Jahren. Danach tragen die Einsparungen komplett zu besserer Wettbewerbsfähigkeit aufgrund gesunkener Kosten bei. Im Falle von Birra Peroni konnten Einsparungen von mehr als 800.000 Euro pro Jahr erzielt werden.

L. Gronbak, Danfoss Solutions/csc

Fakten

- Die Danfoss-Gruppe mit Hauptsitz in Nordborg/Dänemark ist ein international führender Hersteller von Kälte-, Wärme- und Versorgungstechnik mit 93 Produktionsstätten in 25 Ländern.

- Die Spezialisten von Danfoss Solutions helfen Unternehmen bei der Optimierung ihrer Produktionsprozesse und der Lokalisierung von Einsparpotenzialen bei den Energiekosten .

Erschienen in Ausgabe: Sonderheft Green/2010