Beton-Bauteile aus dem 3D-Drucker

Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) forscht daran, Beton-Bauteile additiv zu fertigen. So könnten künftig maßgeschneiderte Bauteile für Abwassersysteme schnell und kostengünstig produziert werden.

11. April 2019
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Die traditionelle Herstellung von Beton-Bauteilen ist aufwendig und die Gestaltungsmöglichkeiten durch die Verschalung begrenzt. Müssen funktionale Infrastrukturelemente aufgrund von Schäden ausgetauscht werden, ist eine Reparatur oft mit hohen Kosten verbunden.

Die additive Fertigung eröffnet hier neue Möglichkeiten, Spezialanfertigungen oder auch Kleinserien von Beton-Bauteilen effizient herzustellen. Hier setzt die Forschungsarbeit der BAM an. Zusammen mit der Technischen Universität (TU) Clausthal forscht die BAM an der laser-basierten additiven Fertigung von Alkali-aktiviertem Beton. Dieser hat nicht nur eine höhere chemische Resistenz, sondern könnte in Kombination mit der 3D-Drucktechnologie einzigartige Möglichkeiten für Industrieanwendungen ermöglichen.

»Die additive Fertigung wird bereits mit großem Erfolg für Kunststoffe und Metalle eingesetzt«, erklärt Dr. Jens Günster, Projektleiter und Leiter des Fachbereiches Keramische Prozesstechnik und Biowerkstoffe an der BAM. »Wir wollen den Fertigungsprozess weiter entwickeln, so dass er auch im Baustoffbereich sicher angewendet werden kann«.

BAM auf der Hannover Messe 2019

Die BAM engagiert sich im Bereich der additiven Fertigung auch in dem EU-Projekt Amitie (Additive Manufacturing Initiative for Transnational Innovation in Europe). Hier arbeiten BAM-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit dem italienischen Start-up Desamanera zusammen. Gemeinsam wollen sie den 3D-Druck für sehr große, komplexe Bauteile aus Beton und Mörtel optimieren.