Bewährt in Bodennähe

Maschinenelemente

Landmaschinenlager – Sämaschinen von Horsch funktionieren im Agrarbetrieb auch dank langlebiger, wartungsarmer Lagersystemlösungen stets zuverlässig – und gelten überdies als äußerst wirtschaftlich.

26. September 2011

Die Landtechnik umfasst ein weites Feld an Maschinen, Anlagen und Geräten. Es reicht von Bodenbearbeitungsgeräten über Ackerschlepper, Heuwender und Ballenpressen bis hin zu den gewaltigen Erntemaschinen wie etwa Häcksler oder Mähdrescher.

Im Betrieb ist die in der Landwirtschaft eingesetzte Technik beinahe täglich rauesten Bedingungen ausgesetzt: Im Sommer sind es Staub und Sand, die höchste Anforderungen an die Lagerabdichtung stellen. Im Frühjahr und Herbst ist es mehr die Feuchtigkeit, die den Landwirten zu schaffen macht. Ständige Vibrationen und starke Stöße gehören zudem zur Dauerbelastung in allen Jahreszeiten.

Lehmige, schwere Böden unterziehen insbesondere die mechanische Festigkeit der Maschinenbauteile, also auch der Lager, einer harten Probe. Dagegen beanspruchen Einsätze in staubiger und sandiger Umgebung vor allem die Dichtungen stark. Hier muss sich der Konstrukteur zum Beispiel bei Erntemaschinen großen Herausforderungen stellen. Neben den Pflanzenresten treten bei dieser Maschinengattung auch Pflanzensäfte auf, die durch ihre Säureanteile die Dichtungen angreifen. Ist die Dichtung erst beschädigt, zerstört der eindringende Schmutz das Lager in kürzester Zeit.

Genauso erfordern Bodenbearbeitungsmaschinen, die das Feld für die Ausbringung des Saatguts vorbereiten, äußerst robuste Lagerungen. Ein Beispiel sind Pflugscheiben, deren Schrägstellung neben den Radialkräften auch Querkräfte und Biegemomente auftreten lässt. Die eingesetzten Lagerbauarten müssen genau diese Kombinationen aus äußeren Lasten übertragen können. Nicht zu unterschätzen sind zudem die hohen Genauigkeiten, die für ein effizientes Säen erforderlich sind.

Auch bei der Aussaat kommen Vorrichtungen mit Scheiben zum Einsatz. So etwa bei Sämaschinen von der Firma Horsch. Hier erweist sich das Wälzlager als nicht zu unterschätzender Faktor zur Kostensenkung. Nicht zuletzt dank langlebiger, wartungsarmer Lagersystemlösungen von INA gelten Horsch-Sämaschinen als sehr wirtschaftlich.

Maschinen für den pfluglosen Ackerbau

Die 1984 gegründete Horsch Maschinen GmbH ist ein »deutscher Hersteller spezieller Landtechnik für den pfluglosen Ackerbau« (www.horsch.com). Das Produktportfolio reicht von Grubbern, Überladewagen und Sämaschinen bis zur Pflanzenschutztechnik. Mit über 500 Mitarbeitern in Deutschland stieg das Unternehmen zu einem der größten Hersteller von Sämaschinen und Bodenbearbeitungsgeräten in Europa auf.

In einer Sämaschine sind je nach Maschinenbreite mehr als 100 Saatscheibenlager verbaut. Da wäre es undenkbar, diese Lager während der Saison nachschmieren zu müssen. Dennoch ist und bleibt die Umgebung anspruchsvoll: feine, abrassiv wirkende Staubkörnchen, aggressive säurehaltige Silagesäfte, steinige und schwere Lehmböden – ein Standardlager taugt hier nicht. Vonnöten ist dagegen eine spezielle Lagerlösung mit einem besonders wirksamen Dichtungskonzept. Eigens für derartige Saatscheiben hat Schaeffler ein kompaktes INA-Vierpunktlager entwickelt, das sich, so Schaeffler, in direkter Bodennähe bestens bewährt.

Das Vierpunktlager für Saatscheiben wartet mit gleich vier Vorteilen auf: Es ist zunächst kippsteif, hoch tragfähig und funktioniert im Betrieb nahezu spielfrei. Diese Vorteile werden in erster Linie durch die gothisch geschliffenen Laufbahnen des Außen- und Innenringes erzielt, die die Arbeitskräfte und Momente problemlos aufnehmen können. Darüber hinaus besitzt das Lager ein optimiertes Dichtungskonzept, das mit der maximalen Fettmenge den dauerhaften Betrieb der Lagerstelle sichert und damit auch Fettverluste und Umweltverschmutzungen vermeidet.

Das Dichtungskonzept ist eine Kombination aus mehreren Dichtungen und einer Schleuderscheibe. Das Lager ist beidseitig mit einer Lippendichtung ausgestattet. Auf der schmutzbeaufschlagten Seite sind eine zusätzliche Lippendichtung sowie eine massive Schleuderscheibe verbaut. Somit liegen je eine Dichtlippe radial am Außen- und Innenring an und eine dritte axial zwischen den Dichtungen, die das Eindringen von Schmutz und Feuchtigkeit in das Lager zusätzlich erschwert. Um die Funktion der Dichtlippen langfristig aufrecht zu erhalten, sind sowohl Außen- als auch Innenringlaufbahn gegen Korrosion beschichtet. Die mit dem Außenring verstemmte, massive Schleuderscheibe schützt die Dichtlippen vor grober Beschädigung und bietet Raum für eine Vorkammer mit Sperrfett

Baueinheit für Andruckräder

Auch bei den Andruckrädern von Sämaschinen vertraut Horsch auf INA-Lager. Realisiert ist hier die Konstruktion durch ein zweireihiges Schrägkugellager mit integriertem Bolzen. Dadurch kann der Kunde die Zahl der Komponenten reduzieren und der Montageprozess wird vereinfacht und verkürzt. Die bei PKWs bewährte Einheit - sie dient hier als Wasserpumpenlager - wurde so speziell für Horsch angepasst.

Die wasserdichte Radialwellendichtung ist bereits im Lager integriert und lässt das Andruckrad im Betrieb zuverlässig arbeiten. Infolge der integrierten Abdichtung, deren Ringfeder die Dichtfunktion auch bei Verschleiß gewährleistet, hält das Lager auch in schwieriger Umgebung viel länger als alternative Konstruktionslösungen. Für den Kunden bedeutet das: keine Reparaturstillstandszeiten bzw. vorzeitige Radwechsel. »Der Schwerpunkt lag auf der Entwicklung einer optimal abgedichteten Baugruppe«, bringt Schaeffler die Aufgaben bei Sämaschinen auf den Punkt. Und begrüßt das Ergebnis: »Das Resultat ist eine kostengünstige Einheit, die wartungsfrei, da mit Lebensdauerschmierung ausgelegt ist.«

Erschienen in Ausgabe: 02/2011