Bewusste Gefahrstofflagerung

Energieeffizienz

Containersysteme – Der Umgang mit wassergefährdenden Stoffen sowie deren Lagerung darf nurin geschützten Bereichen erfolgen. Innovative Container-Lösungen setzen hier neue Maßstäbe.

15. Oktober 2010

Die Liste der nicht wassergefährdenden Stoffe ist kurz: Zumeist sind das Feststoffe und Gase. Für den Großteil aller in der Industrie eingesetzten Stoffe gilt: Beim Einsatz dieser Stoffe ist eine mindestens schwache Wassergefährdung zu berücksichtigen. Die gesetzliche Grundlage ist der Besorgnisgrundsatz nach dem Wasserhaushaltsgesetz (WHG), in dem die zu schützenden Gewässer und Böden verankert sind.

Für eine grüne Zukunft

Näher spezifiziert sind die zum Einsatz erforderlichen Sicherungsmaßnahmen in der Verwaltungsvorschrift (VVVAwS) und den landesspezifischen Verordnungen (VAwS) zur Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen. Allen gemeinsam ist eine Forderung nach Schutzmaßnahmen beim Lagern und Umfüllen der Stoffe. Für den Anwender beginnt ein solches System meist mit einer Auffangwanne. Wichtig ist, dass das System ständig wirkt. Eine Barriere oder ein Schieber, die auch geöffnet sein könnten, genügen hier nicht. Zusätzlich muss das Auffangsystem mindestens 10 Prozent der gesamt gelagerten Stoffmenge auffangen können, zumindest aber das Volumen des größten Gebindes. Sonderregelungen gelten in Wasserschutzgebieten. Da an Wochenenden keine Kontrollen stattfinden, muss der Schutz wenigstens 72 Stunden Widerstand leisten können.

Richtlinien beachten

Die Dichtigkeit des Systems muss nachgewiesen sein. Darüber hinaus muss das System leicht auf Leckagen und Beschädigungen überprüfbar sein und auch geprüft werden. Für den Nachweis der Dichtigkeit erfordert das Gesetz spezielle Fachbetriebe, die eine Eignung zur Fertigung solcher Anlagen nachweisen können – in erster Linie den Fachbetrieb nach WHG § 19 Anhang l. Zusammen mit einem Schweißnachweis, einer lückenlosen Dokumentation, zum Beispiel nach DIN EN ISO 9001, und einer Überwachung dieser Eigenschaften durch externe Organisation wie TÜV oder DEKRA besteht in der Fachbetriebsqualifikation nach WHG eine Grundvoraussetzung zur Erteilung des Siegels. Seine Systeme muss der Betrieb nach Zulassung bauen. Für einfache, herkömmliche Auffangsysteme, zum Beispiel eine Auffangwanne bis 1.000 Liter Volumen reicht es aus, diese nach den Vorgaben der Stahlwannenrichtlinie (StawaR) zu fertigen. Es gibt hier neben einer vorgeschriebenen Mindestwandstärke der Wannen auch Vorgaben zum Freibord und, ganz wichtig, zur Prüfung aller Schweißnähte. Ist das Auffangsystem eine Wanne aus Kunststoff greift die StawaR nicht. In diesen Fällen beantragt der Hersteller eine Zulassung für die von ihm in Serie produzierten Produkte. Die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung wird in Deutschland vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) in Berlin vergeben. Diese Zulassung wird mit dem »Ü«-Zeichen versehen.

Lagerung im Außenbereich

Für die meisten Firmen sind Lager im Außenbereich sehr interessant, weil damit kein teurer Produktionsraum verschenkt wird. Die zu lagernden Mengen sind meist in 200-Liter-Fässern oder in 1.000-Litern-KTC (Kubische Tank Container, engl. IBC) vorrätig. Damit kein separates Dach gebaut werden muss, sollte man eine Wanne mit Regal für mehrere Ebenen und einen entsprechenden Wetterschutz anschaffen.

Die Denios AG im westfälischen Bad Oeynhausen stellt für besagte Anwendungen standardisierte Container her. Diese Systemcontainer bieten neben der Komplettlösung ohne große bauliche Vorleistungen viele Vorteile: Die Wanne ist Bestandteil des Systems und durch eine Zulassung vom DIBt als Gesamtsystem zugelassen. Die Einheit kommt in einem Stück und wird je nach Bedarf in Größe und Ausstattung variiert. Für sehr große Mengen können auch Gebäude mitsamt den Containern, sogenannte Containeranlagen, errichtet werden. Darin werden meist verschiedene, für die jeweiligen Stoffeigenschaften speziell ausgerüstete Systeme zusammen eingesetzt.

Über 20 Jahre Erfahrung

Denios hat über 20 Jahre Erfahrung auf dem Gebiet der Gefahrstoffe. Im Rahmen eines Fallbeispiels wurde eine Containeranlage für die Lagerung von Säuren und Laugen in einem Lebensmittelbetrieb konzipiert. Die Stoffe werden für die Maschinenreinigung gebraucht (CIP – cleaning-in-place). Neben einer einfachen Rippenrohrheizung ist in die Anlage zusätzlich ein Umluftventilator installiert, der die sich im Deckenbereich anstauende warme Luft in den kalten unteren Containerbereich befördert. Das erlaubt eine effektive und sichere Temperaturführung im gesamten Behälter. Da letzterer die DIBt-Zulassung bereits hatte, war die Genehmigung der Behörden reine Formsache. Der Kunde musste nur ein Fundament, den Stromanschluss und einen Anschluss für den Blitzschutz bereitstellen, und schon konnte er einlagern. Denios nennt das: »plug and store.«

Denios/mm

Erschienen in Ausgabe: Sonderheft Green/2010