Bleche kompetent verbinden

Verbindung – Mit der know-how-gestützten Kombination aus Technologien, Verfahrenstechnik, Pressensystemen und langjähriger Fügeerfahrung sieht sich Anbieter Tox in der Lage, verbindungstechnische Herausforderungen erfolgreich zu bewältigen.

12. Februar 2019
Bleche kompetent  verbinden
Komplettes Pressensystem zum mechanischen Fügen aus dem Tox-Baukasten. (Bild: Tox)

Vor 30 Jahren brachte ein neues Verfahren Schwung in die Verbindungstechnik: Mit der Rund-Punkt-Technologie von Tox Pressotechnik war es für die blechverarbeitende Industrie und hier vor allem die Automobilindustrie möglich geworden, eine rationelle, qualitative und wirtschaftliche Alternative zu herkömmlichen mechanischen und thermischen Fügeverfahren einzusetzen.

Das Verfahren konnte sich durchsetzen und zählt heute als Tox-Clinchen zu den wichtigsten Fügeverfahren überhaupt und ermöglicht vorher undenkbare Materialkombinationen aus unterschiedlichen Blechwerkstoffen. Es verbindet Bleche im Automobil- und Fahrzeugbau, in der Weißwarenindustrie, im Gehäuse- und Apparatebau sowie im Klima- und Lüftungsbau.

Dabei entfallen vorbereitende Bohr- und Stanzbearbeitungen und die Teile dürfen auch beölt sowie galvanisch beschichtet oder pulverbeschichtet und lackiert sein. Zahlreiche Tests bewiesen die geforderte Crashfestigkeit, die sich in Verbindung mit der Weiterentwicklung des Clinchens und durch die Verwendung von Zusatzelementen wie Clinchniet, Vollstanzniet und Halbhohlstanzniet nochmals signifikant erhöht.

Ein gutes Beispiel dafür ist der automobile Leichtbau, der sich mittlerweile eines breiten Materialspektrums bedient und mittels Materialkombinationen mit außerordentlichen Zuwächsen an Steifigkeit und Crashfestigkeit aufwartet. Die auf dem Grundprinzip Formschluss und teilweise auch Stoffschluss aufbauenden mechanischen Fügeverfahren ermöglichen die industrielle Nutzung von Material-Kombinationen wie konventioneller Stahl/Stahl verschiedener Qualitäten und Dicken, ultrahochfester Stahl, Aluminium/Stahl, Aluminiumblech, Aluminiumprofil, Aluminiumguss, Magnesium oder CFK.

Die große fertigungstechnische Herausforderung besteht darin, Komponenten und Baugruppen des jeweiligen Materialmixes hochqualitativ sowie rationell und damit wirtschaftlich zu verbinden. Dafür kommen, je nach Material-Zusammensetzung, thermische und immer mehr auch mechanische Fügeverfahren zur Anwendung.

Technologie nach Bedarf

Neben dem Tox-Clinchen, das sich zum Fügen und Verbinden im Dünn- und Dickblechbereich sowie bei Blechen mit oder ohne galvanisch-, pulver- oder lackbeschichteten Oberflächen eignet, sind dies bevorzugt die Technologien Clinchniet für Dünnbleche, Vollstanzniet VSN für universellen Einsatz und Halbhohlstanzniet HSN für höchste Verbindungsfestigkeiten. In allen Fällen wird das »Hilfsfügeteil Niet« in die zu fügenden Teile eingebracht, wobei der Niet oder der Teilewerkstoff umgeformt werden, und ein Stanzprozess den Umformprozess begleitet.

Der Clinchniet ist laut Tox vorteilhaft beim Fügen von Dünnblechen und lässt sich auch bei kleinsten Fügeflanschabmessungen verwenden. Diese Art der Verbindung ist gas- und flüssigkeitsdicht und bietet, durch Verfüllung der Kavität, sehr gute Eigenschaften hinsichtlich Lackierung und Korrosionsverhalten. Darüber hinaus wird das Material-Recycling unterstützt, weil mit der Verwendung eines Al-Niets für eine Al/Al-Verbindung absolute Sortenreinheit gegeben ist.

Der Vollstanzniet VSN ist universell nutzbar zum Fügen höchstfester sowie stempelseitig nicht umformbarer Werkstücke und zum mehrlagigen Fügen. Für verschiedene Materialdicken-Kombinationen kommt nur eine einzige Nietlänge zum Einsatz, außerdem ergibt sich durch die Verwendung geeigneter Nietlängen eine beidseitig gute Flächenebenheit. Der Halbhohlstanzniet HSN bietet die größten Einsatzmöglichkeiten, ist ideal zum Fügen höchstfester Werkstoffe, sorgt für höchste Verbindungsfestigkeiten und ist matrizenseitig gas- und flüssigkeitsdicht.

Infobox

Auf einen Blick

Tox Pressotechnik

- Kompetenter Partner für Produkte und Lösungen im Bereich Blechverbindungen, für Pressantriebe, Pressen und Sondermaschinen.

- Weitreichendes Engineering-Know-how, umfangreiches Standard-Produktprogramm und auf die Anforderungen zugeschnittene Lösungen.

- Gründung im Jahr 1978 von Eugen Rapp. Heute ist das Familienunternehmen mit mehr als 1.400 Beschäftigten weltweit einer der globalen Anbieter von Pressen und Komponenten für die blechverarbeitende Industrie.

- Am Anfang stand die Einführung leistungsstarker Antriebe für Produktionsmaschinen – mit dem bewährten pneumohydraulischen Antriebssystem Tox-Kraftpaket. Die alternative Hightech-Lösung ist das Tox-Electric-Drive-Programm.

- Tox bietet eine Vielzahl an Blechverbindungsverfahren für die Produktentwicklung. Seit 40 Jahren beliefert das Unternehmen die Industrie mit Antrieben, Pressen und Werkzeugen für Clinch-, Stanz-, Einpress- und Nietanwendungen. Vor allem die weltweite Automobilindustrie setzt auf die Technologie aus Weingarten.

www.tox-pressotechnik.com

Mit dem Know-how und den Erfahrungen aus zigtausend angewandten Tox-Clinch- und komplementären mechanischen Tox-Füge- und Verbindungslösungen gewappnet, sollen Anwender mit dem Standardbaukasten des Verbindungsspezialisten Sub- und Komplettsysteme termingerecht und wirtschaftlich realisieren können.

Die industriell praxiserprobten Komponenten bestehen jeweils aus einer Nietzange, wahlweise mit geregeltem pneumohydraulischem Antrieb Tox-Kraftpaket oder elektromechanischem Servoantrieb Tox-Electric-Drive, einem ein- oder mehrbahnigen Nietzuführsystem sowie Steuerung, Prozessüberwachung und Software mit intuitiver Bedienerführung – allesamt aus dem Standard-Lieferprogramm von Tox.

Das Nietzuführsystem erlaubt per Förderschlauch das direkte Zuschießen des Niets, wobei der Förderschlauch bis zu 20 Meter lang sein kann und somit eine externe Aufstellung möglich ist. Die Übergabe des Niets aus dem Nietmagazin erfolgt über die Dockingstation. Die Magazinkapazität beträgt 2 x 30 Niete, wodurch im Störfall ein Produktionspuffer vorhanden ist.

Die jeweilige Nietzange entstammt einem Zangenbaukasten, der die Antriebe für 55 beziehungsweise 80 Kilogramm Presskraft, die Setzköpfe und Matrizen sowie schließlich als Basis die C-Bügel für alle Nietverfahren beinhaltet.

Tox bezeichnet sich dabei als eines von wenigen Unternehmen, die auf der Grundlage von Eigenentwicklungen sowohl Technologien und Verfahren als auch das Prozess-Know-how aus einer Hand bieten können. Der Anwender ist dabei unabhängig vom Hersteller des jeweiligen Nietelements. mk

Erschienen in Ausgabe: 01/2019