Blick hinter die Kulissen

Automotive-Konstrukteur zu Gast bei igus

27. Januar 2007

Ob im Sitz, im Getriebe, im Ansaugsystem oder in der Abgasrückführung: Kunststoff-Gleitlager sind sehr vielseitig einsetzbar. Entsprechend nutzen Automobilkonstrukteure diese Möglichkeit der kostensparenden, reibungsarmen und langlebigen Lagerung. Um einen Überblick über Entwicklung, Test und Fertigung von Polymer-Lagern zu geben, hat Lagerspezialist igus GmbH, Köln, jetzt ein bundesweites Preisausschreiben durchgeführt. Stefan Kopp, Konstrukteur bei Siemens VDO in Schwalbach, war der Hauptgewinner. Zunächst gab es eine Führung durch das igus-Werk. Anschließend durften seine Frau und er für ein Wochenende mit einem Ferrari 360 Modena davon brausen.

Einen Ferrari fuhr Stefan Kopp das erste Mal, mit igus-Gleitlagern hingegen ist er vertraut: Zu seinem Aufgabengebiet im Siemens VDO-Entwicklungszentrum Schwalbach gehört die Entwicklung von Aktuatoren für die Kraftstoff- und Luftzufuhr. Dazu gehören zum Beispiel elektrisch verstellbare Drosselklappen, verstellbare Saugrohre und komplette 'E-Gas'-Systeme. Bei einigen dieser Aktuatoren setzt Siemens VDO „iglidur“-Kunststoff-Gleitlager ein ? und stellt dabei höchste Anforderungen an den Werkstoff.

Die Hochleistungs-Polymere von igus sind mit einem inkorporierten Schmierstoff ausgestattet, der die Voraussetzung für den Ersatz metallischer Gleitlager schafft. Nach Angaben des Unternehmens kann man auf diese Weise pro Lagerstelle bis zu 40% Kosten sparen. Wenn ein Wälzlager substituiert werden kann, seien es sogar bis zu 90%, so igus.

Das Anwendungsspektrum der Polymer-Lager ist breit. Im Innenraum kommen sie z.B. in den Verstellsystemen von Sitzstrukturen zum Einsatz. Im Getriebe gibt es temperaturfeste 'iglidur'-Gleitlager für Schaltgabeln, die Dauertemperaturen von 200°C bieten. In Drosselklappen wird wiederum ein noch temperaturbeständigerer Typ eingesetzt, der sogar mit glasfaserverstärkten PA- oder PPS-Werkstoffen umspritzt werden kann ? so bildet das Lager dann eine Baueinheit mit der Umgebungskonstruktion. Auch Klappen und Wellen können auf diese Weise eingespritzt werden. Zum Portfolio gehören überdies Sonderlösungen wie z.B. 'klapperfreie' Lager für die Pedalerie, bei denen Federn für eine Vorspannung der Pedalbewegung und somit für eine spielfreie Lagerung sorgen.