BMW fährt Superbike WM 2011 mit Leichtbau von Zollern

Entwicklung und Fertigung in nur vier Monaten umgesetzt

18. Januar 2011

In der kommenden Saison 2011 der Superbike-Weltmeisterschaft setzt BMW für seine Rennboliden erstmals Hinterrad-schwingen ein, die nach intensiver Entwicklungsarbeit aus hochfestem Aluminiumfeinguss der Firma Zollern hergestellt wurden. Die beiden Werksfahrer Troy Corser (AUS) und Leon Haslam (GBR) haben diese Bauteile während der letzten Testfahrten intensiv auf die Probe gestellt und sind hochzufrieden mit dem Ergebnis. Die Hinterradschwinge aus dem Hause Zollern ersetzt die gefräste Vorjahreskonstruktion und bringt den Fahrern eine Gewichtsersparnis von bis zu 20 Prozent. Die dementsprechende Reduzierung der ungedämpften Masse am Motorrad führt zu einer Verbesse-rung der Fahreigenschaften.

Die Entwicklung der neuen Schwinge wurde in Zusammenar-beit von BMW Motorrad Motorsport, der alpha Racing GmbH & Co. KG und EDAG realisiert und von Zollern fertigungstechnisch umgesetzt. Ergebnis war ein Aluminiumbauteil des Werkstoffes A 357, einer Größe von 650 x 260 x 350 mm und einem Gewicht von weniger als 6 kg.

Zur Fertigung des hochbeanspruchten Bauteils setzte Zollern das geschützte Sophia-Verfahren ein, dass prädestiniert für derartige Bauteile ist und vom Unternehmen insbesondere für Teile der Luftfahrt und Wehrtechnik eingesetzt wird. Das Sophia - Verfahren dient der gezielten Beeinflussung der Gefügestrukturen von Bauteilen durch einen gesteuerten Abkühlvorgang nach dem Gießen. Dabei erstarrt die Schmelze schneller und gleichmäßiger als beim konventionellen Feinguss. Durch gezieltes Steuern des Abkühlvorganges können dick- und dünnwandige Bereiche gleichmäßig schnell abgekühlt werden. Dadurch erhält man ein feinkörniges, dichtes Gussgefüge mit außergewöhnlich guten statischen und dynamischen Festigkeitseigenschaften. Es ermöglicht dünnwandige Gussstücke mit großen Flächen sowie extremen Wanddickensprüngen mit kleinsten Toleranzabweichungen und höchster Oberflächen- und Materialgüte. Bei der BMW-Schwinge konnten die Wandstärken dadurch auf unter 2 mm reduziert werden. Markus Schmidt, der als Entwicklungsingenieur bei alpha Racing für die Schwinge verantwortlich ist, betont: „Neben dem extremen Leichtbau konnten Designänderungen ohne zusätzliche Werkzeugkosten, kurzfristig direkt aus dem Konstruktionsdatensatz umgesetzt werden. Damit waren wir in der Lage, das feedback unserer Fahrer direkt im Bauteil umzusetzen.“