Breite Softwarepalette

CAD CAM

Anwendertreffen – Darmstadt ist nicht Las Vegas – aber die Autodesk University Deutschland ist dabei, sich mit über 1.770 Teilnehmern zu einer Veranstaltung zu entwickeln, die sich von der großen US-Schwester nicht verstecken muss. von Ralf Steck

10. Dezember 2013

Country Representative Chris Douglass begrüßte am 27. November im großen Saal des Kongresszentrums Darmstadtium die Kunden und Interessenten zu einem Tag voller Informationen.

Schon fester Bestandteil der University ist der Technologieausblick, wie immer unterhaltsam präsentiert von Markus Meyer aus dem Vertrieb der Manufacturing-Produkte und Architekturkollegen Jochen Tanger.

Meyer präsentierte dem Publikum minutenlang eine angebliche neue Sprachsteuerung für Inventor, mit der sich das Modell nicht nur drehen und zoomen ließ, sondern mit der er auch Bohrungen anbringen und das Material des Modells ändern konnte. Die Auflösung: Ein Kollege saß mit einem iPad im Publikum und steuerte Meyers Rechner auf der Bühne über eine neue Technologie namens Autodesk Remote Service. Diese ermöglicht es, Autodesk-Applikationen über Netzwerk fernzusteuern, ähnlich einer Virtualisierungslösung.

Die Freiformflächenmodellierung scheint in naher Zukunft einen großen Sprung nach vorn zu machen, Meyer modellierte mit wenigen Befehlen einen organisch runden Kotflügel über die Tandemachse eines Anhängers. Dabei kamen Funktionen zum Einsatz, die man aus dem Subdivisional Modeling kennt, zudem konnte er bei der Modellierung auf Kanten und Flächen des Volumenmodells des Anhängers verknüpfen – hier scheint Inventor Funktionalität von Fusion zu integrieren.

In Skizzen soll Inventor einen »Relaxed Mode« bekommen, bei dem sich gezielt bestimmte Referenzarten und Parameter ausschalten lassen, um unabhängig von der Entstehungshistorie der Skizze Änderungen machen zu können. Autodesk betont bei diesen Präsentationen immer, dass es sich bei den gezeigten Neuerungen nicht um konkrete Features der nächsten Programmversionen handelt, sondern um Technologiestudien, deren Erscheinen in den produktiven Applikationen nicht sichergestellt ist. Es bleibt also spannend, welche der beschriebenen Technologien in der Zukunft in den Produkten zu sehen sind. Immerhin zeigt die Auswahl, wie die immer engere Zusammenarbeit zwischen den Branchenbereichen bei Autodesk Früchte trägt.

Roland Zelles, Vice President für den weltweiten Vertrieb der AEC-Produkte und regional für EMEA – Europe, Middle East, Asia – zuständig, gab zum Abschluss der Keynotes einen Ausblick auf die Herausforderungen und Chancen der modernen Technologien und Trends in der IT. Autodesk hat seinen Marktauftritt – und nicht zuletzt sein Logo – aktualisiert, um diesen Veränderungen gerecht zu werden. Eine dieser Umwälzungen ist die starke Verlagerung der Rechnerinfrastruktur auf mobile Systeme Notebooks, Tablets und Smartphones lösen immer stärker stationäre Desktopsysteme ab, zudem bieten Clouddienste völlig unabhängig von Ort und Gerät Zugriff auf Funktionen und Programme.

Autodesk hat sich schon seit einiger Zeit stark in den daraus entstehenden Märkten engagiert, sei es mit den 360-Cloudanwendungen, sei es mit einer Vielzahl von Apps für iOS und Android. Das Portfolio der Cloudanwendungen ist inzwischen beeindruckend, zur vollständigen Prozesskette von Ideenfindung, Konstruktion, Simulation, Visualisierung, Zeichnungserstellung und Datenverwaltung fehlt eigentlich nur noch eine CAM-Lösung in der Cloud.

Erschienen in Ausgabe: 09/2013