Brenner im Test

IPC - Effiziente Energieausnutzung und zuverlässige Funktion sind die wichtigsten Anforderungen an die Systemheiztechnik. Bei Vaillant wird deshalb jedes Gerät genau geprüft. Die Steuerung der Messreihen und die Auswertung der Ergebnisse übernehmen Industrie-PCs.

06. Juni 2006

Effiziente Energieausnutzung und zuverlässige Funktion sind die beiden wichtigsten Anforderungen, die Anwender an Systemheiztechnik stellen; schließlich sind die Geräte jahrelang in Betrieb. Für die Effizienz sorgt moderne Technik, für die Zuverlässigkeit eine sorgfältige Konstruktion und Fertigung in Verbindung mit 100%iger Qualitätskontrolle. Bei der Vaillant GmbH wird deshalb jedes Gerät, das die Produktion verlässt, automatisch auf Herz und Nieren geprüft.

Schaltschrank-PC als Prüfinstanz

Die Steuerung der verschiedenen Messreihen und die Auswertung der Ergebnisse übernehmen Industrie-PCs von Lenze Digitec Controls. Wie eine solche Abschlussprüfung für gasbetriebene Wandheizgeräte aussieht, wird nachfolgend beschrieben. Wie alle anderen Vaillant-Geräte auch, wird jedes der gasbetriebenen Wandheizgeräte aus der ›ecoTEC‹-Serie nach dem Zusammenbau gewissenhaft getestet. Die Geräteprüfung umfasst im Einzelnen die Bereiche Funktion, elektrische Sicherheit (VDE 100), Dichtigkeit (Gas, Wasser, Abluft) und Heizleistung. Ein Schaltschrank-PC mit einer SPS-Einsteckkarte dient dabei als zentrale ›Prüfinstanz‹. Die Bedienung erfolgt über ein abgesetztes, freistehendes Monitor Panel aus der Serie ›Command Station‹. Das Terminal ist mit einem Touchscreen, einem kundenspezifischen Tastenfeld sowie einer robusten Edelstahltastatur ausgestattet. Bei Bedarf lassen sich direkt am Panel USB-Peripheriegeräte oder eine separate Maus und Tastatur anschließen.

Die Prüfung beginnt mit dem Einlesen des Gerätetyps per Barcodescanner, um für die nachfolgenden Tests die gerätespezifischen Parameter zu setzen und die passenden Messprozeduren auszuwählen. Dann werden das Heizgerät und der Prüfadapter mit den Messgeräten verbunden. Die Messung selbst findet aus Sicherheitsgründen (Hochspannungsprüfung) in einem abgeschlossenen Bereich statt und dauert insgesamt etwa vier Minuten. Eine SPS steuert die einzelnen Messreihen. Je nach Ergebnis wird ›grünes Licht‹ gegeben oder ein Alarm ausgelöst und die Fehlerursache im Paneldisplay angezeigt. Sämtliche relevanten Prüfungsdaten werden via Ethernet-Netzwerk in die Qualitätssicherungsdatenbank eingespeist.

Monitor Panels und IPCs

Bei der Serie ›Command Station‹ von Lenze Digitec Controls handelt es sich um freistehende, rundum gegen Staub und Spritzwasser geschützte Bedienstationen, die in einem ansprechenden Gehäuse in Schutzart IP65 untergebracht sind. Sie können sowohl in der Produktion oder im Leitstand, aber auch in Infoterminals in Flughäfen oder Bahnhöfen eingesetzt werden. Im vorliegenden Fall nutzt Vaillant die Monitor Panels als abgesetzte Bedienstationen in Verbindung mit einem Schaltschrank-PC.

Die Geräte sind auch unter der Modellbezeichnung ›Command Station Panel PC‹ als vollwertige Industrie-PCs mit eigener Intelligenz verfügbar. Diese Panel PCs laufen unter Windows CE bzw. Windows XP Embedded und kommen dank integrierter CPUs und Elektronik in Low-Power- und Ul­tra-Low-Power-Technik ohne verschleißanfällige Lüfter und Festplatten aus. Zur Standardausstattung gehört ein Compact Flash Card Slot; lieferbar sind aber auch industrielle Festplatten. Als Bildschirme sind resistive Touchdisplays mit 15“ bzw. 19“ Diagonale verfügbar. Eine breite Auswahl von Schnittstellenmodulen im PC-104-Format (MPI, Profibus, CANopen, serielle und Ethernet-Module) sowie zahlreiche Eingabeoptionen (integriert oder über Anbaukonsolen) vereinfachen die Anpassung an Einsatzort und Bedienkonzept. Alle Command Stations des IPC-Spezialisten innerhalb der Lenze-Gruppe lassen sich je nach Bedarf auf einem Standfuß, per Geräteträgersystem oder mit Hilfe einer Wandhalterung montieren. Neben den für die freie Aufstellung konzipierten Command Stations hat Lenze Digitec Controls auch Geräte für den direkten Einbau (Embedded Line) sowie klassische Schaltschrank- und 19“-Rack-PCs im Programm. Rechenleistung und Ausstattung der Geräte sind dank der modularen Systemplattformen leicht an den Anwenderbedarf anpassbar.

Der ›DVI/USB-Extender‹ ermöglicht es, auch in schwierigen industriellen Umgebungen oder direkt an der Maschine komfortable Bedien- und Visualisierungslösungen zu realisieren. Der Haupt-PC wird dazu einfach im Schaltschrank untergebracht; Bedienung und Bildschirmausgabe erfolgen über ein abgesetztes Panel. Für die Verbindung genügt ein TwinLAN-Kabel, über das neben den Signalen der am Panel angeschlossenen USB- und PS/2-Peripherie auch die Bildinformationen in DVI-Qualität übertragen werden. Zusätzlich kann über diese Verbindung auch das Panel mit Strom versorgt werden (DC 24 V). Die Entfernung kann bis zu 35 m (bei XGA-Auflösung, 1024 x 768) bzw. 25 m (SXGA, 1280 x 1024) betragen. Command-Station-Geräte können als komfortable Bedien- und Visualisierungsterminals innerhalb abgesetzter Bedienkonzepte oder als eigenständige, kompakte Industrie-PCs eingesetzt werden.

Michael Spicker, Lenze Digitec Controls

Erschienen in Ausgabe: 04/2006