Busstecker mit HMI

Schwerpunkt

Visualisierung – Ein intelligenter Busstecker mit integriertem Webserver ermöglicht es, vorhandene Anlagen kostengünstig und einfach mit einer leistungsfähigen Visualisierung nachzurüsten.

12. Februar 2015

Ein Problem nicht nur bei der Nachrüstung und Modernisierung von Maschinen und Anlagen ist der große Aufwand für die Projektierung einer leistungsfähigen Visualisierung, speziell wenn dafür Kenntnisse der Programmiersprache HTML gefordert sind.

Abhilfe verspricht hier jetzt der Automatisierungsspezialist Hilscher aus Hattersheim bei Frankfurt: Das Unternehmen hat dazu den intelligenten Busstecker netLink Scada mit integriertem Web-HMI-Server vorgestellt, mit dem sich eine Profibus- oder MPI-fähige S7-Steuerung binnen Minuten um eine vollwertige Visualisierung ergänzen lässt. Das System nutzt dazu das integrierte Atvise WebMI, das ein HMI/Scada-System in reiner Web-Technologie visualisiert. Die SPS-Datenkopplung wird über die Profibus/MPI-Schnittstelle realisiert, die im Stecker durchgeschleift ist, der sich somit rückwirkungsfrei in den bestehenden Bus integrieren lässt. Die Stromversorgung des Steckers erfolgt entweder extern mit 24 Volt oder unmittelbar über den SPS-Busstecker. Ein 10/100-MBit-Ethernet-Anschluss ermöglicht die Verbindung mit dem LAN über ein Standard-Ethernet-Kabel.

Die in purem Web-Standard visualisierende Scada-Lösung Atvise läuft plattformneutral auf allen Webbrowsern. Dabei ist das gesamte Projekt im Stecker hinterlegt, so dass Ressourcen der SPS nicht angetastet werden. Dabei können gleichzeitig bis zu drei aktive Nutzer auf unterschiedlichen Bedienplattformen über das Web auf den Stecker zugreifen.

Einfaches Engineering

Die jetzt von Hilscher angebotene Lösung netLink Scada ermöglicht es damit, speziell kleinere bis mittlere Anwendungen mit einer Visualisierung nachzurüsten. In einem Workshop auf dem Automatisierungstreff in Böblingen zeigt das Unternehmen, wie sich damit in kürzester Zeit eine Webvisualisierung für Anlagen nachrüsten lässt, bei denen bereits eine S7-Steuerung im Einsatz ist. Als Fallbeispiel dient dabei ein Visualisierungsprojekt mit einer Simatic-SPS S7-300, von der Webseiten-Entwicklung bis zur Inbetriebnahme.

Obwohl die ganze Visualisierung in reinem HTTP-Standard realisiert wird, erfordert die Erstellung des Projekts selbst für aufwändige Mehrfach-Dynamisierungen keine HTML-Programmierkenntnisse. Das kostenlose Engineering Tool Atvise Builder vereinfacht es, die benötigten Grafiken zu platzieren und ihnen Dynamisierungen zuzuordnen. Die Objektorientierung und die intuitive Arbeitsweise ermöglichen es dabei, die Applikation schnell und einfach per Mausklick zusammenzustellen. Das Tool generiert so auf Knopfdruck ein High-End-HMI im Stecker.

Jedem Projekt lassen sich etwa 100 Funktionen zur Steuerung von Grafik, Daten, Alarmen, Triggern und Tastatureingaben zuordnen. Falls die im Lieferpaket bereitgestellten vorgefertigten Grafik-Gadgets im Einzelfall für die Anwendung nicht ausreichen, können die Anwender auch selbst eigene Gadgets gestalten und Funktionen über Javascripts hinterlegen, die von jedem Browser unterstützt werden. Das Javascripting ist ebenfalls Bestandteil des Workshops und wird den Teilnehmern anhand von Fallbeispielen nahegebracht.

Direkter Variablenimport

In das Tool Atvise Builder hat Hilscher die Software Symbolizer integriert, mit der sich die Symbole und Variablen direkt aus dem vorhandenen Step-7-Projekt in die Visualisierung importieren lassen, wo sie dann als Tags vorliegen und weiterverwendet werden können. Jeder Datenpunkt kann dabei auch als Alarm oder Trend dienen. Die sehr intuitiv nutzbare Konfigurationsoberfläche garantiert maximalen Erfolg bei minimalem Aufwand.

Die Lösung ermöglicht es, beliebig viele Benutzer anzulegen, die über ein Passwort geschützt sind. Zum Start der Visualisierung genügt ein beliebiger Standard-Web-Browser ohne Plug-ins und ohne lokale Installation. Die Online-Daten werden dabei nur dann vom Zielgerät abgerufen, wenn die betreffende Web-Seite angezeigt wird. Zudem informiert der Server den Web-Browser ausschließlich bei einer Datenänderung, sodass die Datenlast auf der Ethernet-Verbindung gering bleibt.

Die gesamte netScada-Lösung inklusive netLink-Stecker für den Profibusanschluss sowie dem kompletten Tool Atvise bietet Hilscher zum Listenpreis von 499 Euro an, Für Teilnehmer des Workshops auf dem Automatisierungstreff ist das gesamte Starter-Kit bereits in der Workshop-Gebühr von 129 Euro enthalten.bt

Workshop Hilscher

S7 Web-Visualisierung im Busstecker zum Nachrüsten

- Der Workshop auf dem Automatisierungstreff stellt den Busstecker vor und vermittelt Wissen über die Web-Visualisierung Atvise und das Designwerkzeug Atvise Builder. In der praktischen Umsetzung realisieren die Teilnehmer ihr eigenes Projekt anhand eines reellen Beispiels mit einer S7.

- 24.03.15, 10-16 Uhr, Kongresshalle Böblingen.

- Weiterer Workshop zu »Profinet V2.3 – Konfigurieren, Kommunizieren, Kontrollieren« am 26.03.15.

Erschienen in Ausgabe: 01/2015