CAD total

Anwendertreffen - SolidWorks hat zu Jahresbeginn mehr als 3.600 Anwender und Partner ins Caesar‘s Palace in Las Vegas gerufen. ›Passion for Design‹ lautete das Motto. Gezeigt wurden Erfolgsstorys sowie hilfreiche Tipps und Tricks rund um CAD-Software.

07. April 2006

Was zieht so viele Konstrukteure nach Las Vegas? Das Spiel oder die Passion fürs Konstruieren? Das Wachstum der Konferenz in Las Vegas ist Ausdruck des zunehmenden Interesses an Lösungen und Weiterentwicklungen in Sachen CAD, ist Rainer Gavlick überzeugt. Als Vice President Wordwide Marketing von SolidWorks weiß er, wovon er redet. „Immer mehr Kunden wollen selbst erleben, wenn ihre Kollegen vom Geist dieser Anwenderkonferenz schwärmen.“

Inhalt mit hohem Anspruch

Was gut ist, spricht sich schnell rum. Anfang Januar wurde das Marketing für das Treff en in Las Vegas gestoppt. Das Interesse war riesig, aber die Kapazität nicht grenzenlos. Es hat sich rumgesprochen, dass solche Anwendertreff en „Inhalt mit Anspruch“ sind. „Sie sind gelebter Kundenfokus und ein Spiegel der Firmenkultur eines Unternehmens: Wenn gezeigt wird, wie ein Unternehmen seine Kunden, Partner und Angestellten behandelt, ist es am besten, möglichst wenig über sich selbst und das Produkt zu reden“, sagt Rainer Gavlick. Kunden und Partner haben diesen Produkt-Part in Las Vegas gerne selbst übernommen. Dass es bei solchen Events nicht nur um gute Produkte geht, liegt auf der Hand. Nur Produktvorstellung wäre auch etwas ›platt‹ gewesen. „Denn es kommt nicht nur darauf an zu überzeugen, wie gut ein Produkt ist“, ist Rainer Gavlick überzeugt, „das können Wettbewerber auch. Der eine ist vielleicht auf diesem oder jenem Gebiet sogar besser. Wichtig ist vielmehr, wenn der Kunde sieht, dass wir der bessere Partner sind.“ Gute Partnerschaft hat auch etwas mit Kultur zu tun. „John Hirsteck, der SolidWorks-Gründer, steht für diese Kultur“, sagt Gavlick. Im Unterschied zu vielen anderen, die gerne über ihre Firmenkultur reden, lebe John Hirstek diese Kultur. „Und das ist sehr ansteckend, denn auch Hirsteks Nachfolger im Amt als SolidWorks-CEO, John McEleney, geht diesen Weg. Er hat als Konstrukteur gearbeitet, versteht die Sprache der Kunden und weiß, an welchen Stellen Arbeitserleichterungen dringend gebraucht werden.“ Aber Kultur ist nicht alles, schließlich geht es auch ums bessere Konstruieren. Im Januar wurde in Las Vegas viel über Erfahrungen mit Konstruktionssoftware geredet - vielleicht mehr als über verlustfreies Spielen. „Der CAD-Overhead soll schrumpfen, während die Konzentration aufs Design gestärkt wird“, so könnte das Produktmotto lauten. So haben auf der Konferenz in die Stadt in die Wüste Nevadas nur die wenigsten ihr Glück im Spiel probiert. Die Gefahr für schrumpfende Geldbeutel galt als zu groß. „Erfahrungsaustausch über Konstruktionssoftware ist ein viel sichereres Terrain“, meinte ein Konstrukteur aus Kansas. Seine Frau hatte seinen Geldbeutel zur spielfreien Zone erklärt. Neben dem Erfahrungsaustausch über die Arbeit unter CAD-Bedingungen war sicherlich die Neugierde eine Triebfeder für viele Teilnehmer. Schließlich gab es vorab einiges über die kommende Version Solid Works 2007 zu erfahren. Ausblicke auf das neue Programm gab SolidWorks-CEO John McEleney. Die “neuen revolutionären Funktionen“ der Versionen SolidWorks 2007 und Cosmos 2007 sollen im Juni präsentiert werden. Beispielsweise wird SolidWorks 2007 Riemen und Ketten in der Baugruppe simulieren und Cosmos zukünftig auch Träger analysieren.

Alles eine Zeitfrage“

Viel Applaus für anwenderfreundliche Technik hat John McEleney im großen Ballsaal im Cesar’s Palace geerntet, als er die neue Funktion für Abrundungen vorstellte. Wenn Abrundungen an einem Bauteil vorgenommen werden, ist die Abfolge der einzelnen Operationen wichtig. Bisher musste sich der Konstrukteur dazu regelgerechte Strategien überlegen. Das kostete sehr viel Zeit. Solche Details löst Solidworks 2007 in wenigen Schritten. „Alles eine Zeitfrage“, ist man bei Solidworks überzeugt, „denn das Ziel der Entwickler ist, mehr Zeit fürs Konstruieren freizuschaufeln“, erläutert Gavlick die neue Zeitrechnung seines Unternehmens: „Der Computer sollte dem Konstrukteur die Arbeiten abnehmen, die eigentlich nichts mit seiner Qualifikation zu tun haben. Mehr Zeit fürs Design, das ist unser Leitmotto für bessere CAD-Programme. „

„Jedes Detail auf Knopfdruck“

Bei schlichten Abrundungen war 3D eindeutig im Nachteil gegenüber der 2D. Wird in 2D konstruiert, werden einfache Angaben für Details gemacht. Es heißt dann zum Beispiel alle Abrundungen sind zwei Zentimeter. In 3D mussten solche Details bisher genau ausgearbeitet werden. „Solidworks 2007 arbeitet diese Details in 3D auf Knopfdruck aus“, kündigte John McEleney an. Inovation ist die Basis. Was tut sich seit dem Quantensprung von 2D auf 3D? Im Moment zählen kleine Schritte wie die Integration von Mechanik und Steuerung. Die Integration der Analyse in den Workflow. Eine entscheidende Innovation ist es, dass das CAD in den Hintergrund tritt und der Anwendernutzen wie das einfache Bedienen in den Vordergrund. Wie der deutsche Maschinenbau spüren auch amerikanische Hersteller die Konkurrenz aus Asien. SolidWorks will vor allem westlichen Entwicklern Mut machen. Dazu Rainer Gavlick:. „Der Erfolg des westlichen Marktes liegt im Vorsprung in Sachen Hightech. Der Weg, wie wir erfolgreich bleiben können, ist in der Entwicklung schneller als andere zu sein. Schnelle Tools erlauben den Unternehmen, schneller als andere Produkte zu entwickeln. Sobald dieser Vorsprung der Innovationen wegfällt, ist es schwer, konkurrenzfähig zu bleiben.“

„Die kleinen Schritte zählen“

Innovation bleibt die Basis für den Erfolg, ist sich der Marketingstratege sicher. Vor allem seit dem Quantensprung von 2D auf 3D gibt es in seiner Branche noch einige Hausaufgaben zu machen: „Im Moment zählen kleine Schritte wie die Integration von Mechanik und Steuerung. Die Integration der Analyse in den Workflow. Doch eine entscheidende Innovation ist, dass das CAD in den Hintergrund tritt und der Anwendernutzen wie das einfache Bedienen in den Vordergrund.“ Hier will sein Unternehmen nicht zuletzt mit SolidWorks 2007 neue Zeichen setzen. Im Juni wird es sicherlich neue Nachrichten für viele Konstrukteure geben - vielleicht wie sie noch schneller, besser und fl“exibler arbeiten können? „Die Technologie wird weiter vereinfacht. Jeder Ingenieur soll intuitiv damit arbeiten können. Eine Aufgabe wird sein, Bewegungsfunktionen in das Produkt zu integrieren,“ kündigt Gavlick an.

LAS VEGAS-ZITATE

¦ „Mehr Zeit fürs Design, das ist unser Leitmotto für bessere CADProgramme“, sagte Rainer Gavlick beim SolidWorks-Anwendertreffen in Las Vegas

¦ Reiner Gavlik:“Der Erfolg des westlichen Marktes liegt im Hightech- Vorsprung. Wir müssen in der Entwicklung schneller als andere sein.“

Erschienen in Ausgabe: 02/2006