Clever Platz sparen

Spezial Hannover Messe

Schutzschalter – Die Leitungsschutzschalter mit integrierten Hilfskontakten von E-T-A lassen sich leicht lokalisieren sowie flexibel anwenden und sie nehmen nicht viel Bauraum ein.

10. April 2018

Ein professioneller Überstromschutz ist in vielen Geräten, Maschinen und Anlagen heute unverzichtbar. Das heißt: Schädliche Überströme sind ausnahmslos rechtzeitig abzuschalten, Fehl- und Frühauslösungen unbedingt zu vermeiden. In vielen Anwendungen muss eine optische oder akustische Signalisierung der Überstromauslösung oder eine Meldung der Auslösung an die Steuerung stattfinden.

Diese Aufgabe übernehmen in aller Regel Hilfskontaktmodule. Wenn der Bauraum stark begrenzt ist, sind Schutzschalter mit integrierten Hilfskontakten die ideale Lösung. Weltweit am häufigsten eingesetzt wird dabei der thermisch-magnetische Leitungsschutzschalter. Seine Baubreite beträgt typischerweise 17,5 Millimeter. Heutzutage ist er aus modernen Industrieanlagen, ebenso aus der Hauselektrik, nicht mehr wegzudenken. Denn im Vergleich zur „guten alten“ Schraubsicherung lässt er sich nach einer Überstromauslösung schnell, sicher und bequem wieder einschalten. Dadurch entfallen zeitaufwendige Sicherungswechsel.

Löst ein Leitungsschutzschalter in einem Privathaushalt aus, so bemerken die Bewohner dies in aller Regel sofort. Das Licht geht aus, Fernseher verstummen und Küchengeräte stoppen ihren Betrieb. Dies ist zwar ärgerlich, hat aber normalerweise keine weiteren Konsequenzen. Im Sicherungskasten lässt sich der ausgelöste Schutzschalter schnell identifizieren und zurückstellen.

Anders stellt sich die Situation in Industriebetrieben dar. Ein ausgelöster Schutzschalter kann hier im schlimmsten Fall ganze Produktionslinien zum Stillstand bringen.

Daher ist höchste Eile geboten, um den ausgelösten Schutzschalter schnell zu lokalisieren. Doch das ist oft leichter gesagt als getan. Während sich in einem Privathaushalt selten mehr als 20 Schutzschalter befinden, sind in einem Industriebetrieb oft Hunderte Exemplare im Einsatz – und diese sind zudem auf unterschiedliche Schaltschränke im ganzen Werk verteilt.

Hilfskontakte helfen

Wie also lässt sich ein ausgelöster Schutzschalter möglichst schnell lokalisieren? Die Antwort ist nach Auffassung der Experten von E-T-A aus Altdorf ebenso simpel, wie einleuchtend: Der Schutzschalter muss seine Auslösung entweder optisch oder akustisch signalisieren oder an die Steuerung melden. Diese Aufgabe übernehmen üblicherweise Hilfskontakte. Hierbei handelt es sich um ein vom Hauptkontaktsystem des Schutzschalters galvanisch getrenntes zweites Kontaktsystem. Dessen Kontakte öffnen oder schließen sich bei einer Überstromauslösung, dank Kopplung mit dem Hauptkontaktsystem.

Ist der Hilfskontakt geschlossen, wenn die Hauptkontakte des Schutzschalters geschlossen sind, und ist er geöffnet, wenn die Hauptkontakte geöffnet sind, spricht man von einem »Schließer« (NO). Sind dagegen die Hilfskontakte geöffnet, wenn die Hauptkontakte des Schutzschalters geschlossen sind, und sind sie geschlossen, wenn die Hauptkontakte geöffnet sind, spricht man von einem »Öffner« (NC).

Neben reinen Öffnern und Schließern lassen sich als Hilfskontakte auch sogenannte Wechsler (CO) einsetzen. Hierbei handelt es sich um ein bewegliches Schaltstück. Dies hat eine Schließstellung bei geschlossenen Hauptkontakten und eine zweite Schließstellung bei geöffneten Hauptkontakten. Dank dieser zahlreichen Optionen lassen sich eine Reihe unterschiedlicher Alarm- und Folgeschaltungen einfach und zuverlässig realisieren.

Passgenau anbauen

Nahezu alle Hersteller von Leitungsschutzschaltern bieten daher heute als Zubehör sogenannte Hilfskontaktmodule an. Sie lassen sich seitlich passgenau anbauen. Dadurch sind sie automatisch mit dem Schutzschalter gekoppelt. Allerdings benötigt das Anbaumodul zusätzlichen Platz in der Anlage. In der Baubreite sind das üblicherweise rund neun Millimeter.

Was aber, wenn Platz knapp ist und der benötigte Bauraum im Schaltschrank nicht zur Verfügung steht? Die Lösung sind Schutzschalter mit integrierten Hilfskontakten. Beispiele hierfür sind die beiden thermisch-magnetischen Schutzschalter Typ 2210-S und 2216-S aus dem Programm von E-T-A. Die Hilfskontakte sind bei diesen Schutzschaltern bereits im Standardgerät integriert. So verfügt Typ 2216 über einen Wechsler. Typ 2210 besitzt einen Öffner und einen Schließer. Zusätzlicher Platz ist dafür nicht nötig. Und das, obwohl die Schutzschalter eine Baubreite von nur 12,5 Millimetern haben. Im Vergleich zu Leitungsschutzschaltern mit Hilfskontaktmodulen bedeutet das eine Platzeinsparung von rund 50 Prozent.

Doch nicht nur in Schaltschränken von Industrieanlagen ist Platz Mangelware. Auch im Apparate- und Automatenbau oder in Medizingeräten ist der Bauraum häufig stark begrenzt. In diesen Geräten reicht im Regelfall ein reiner Überlastungsschutz aus. Eine Option sind thermische Schutzschalter mit integrierten Hilfskontakten, wie der Typ 2-6400 von E-T-A. Dieser thermische Bimetall-Schutzschalter verfügt über integrierte Hilfskontakte, einen Schließer und einen Öffner. Das alles vereint er in einer sehr kompakten Bauweise.

Klein, aber leistungsfähig

Klein, aber laut Hersteller nicht zu unterschätzen ist der Typ 104. Er ist nicht größer als zwei Stück Würfelzucker. Damit ist er der weltweit kleinste thermische Schutzschalter mit integrierten Hilfskontakten. Trotz seiner geringen Größe verfügt er über einen Nennstrombereich von 0,05 bis zehn Ampere bei Nennspannungen von 240 Volt AC und 48 Volt DC. Standardmäßig verfügt der Typ 104 über robuste Flachsteckanschlüsse.

Es gibt ihn aber auch mit Lötanschlüssen für eine direkte Montage auf Leiterplatten. Die Hilfskontakte von Typ 104 melden in diesem Fall typischerweise Überstromauslösungen an den Controller. Dieser kann anschließend umgehend notwendige Folgemaßnahmen, beispielsweise weitere Abschaltungen, einleiten. Generell ist der Trend zur Miniaturisierung in vielen Branchen nach wie vor immer noch auf dem Vormarsch. Schutzschalter mit platzsparenden, integrierten Hilfskontakten unterstützen Entwickler in diesem Bereich in der praktischen Umsetzung. mk

Auf einen Blick

Schutzschalter von E-T-A aus Altdorf bieten Zuver-lässigkeit beim Schutz von elektronischen Geräten und Anlagen vor den Folgen von Überstrom und Kurzschluss – in Automatisierung, Telekommunikation, Fahrzeugtechnik, Energietechnik, Umwelttechnik und vielen weiteren Branchen. Das Produktspektrum reicht vom thermischen Schutzschalter bis zum elektronischen Überstromschutz.

Erschienen in Ausgabe: 03/2018