Cool bleiben mit den richtigen Kabeln

TKD-Katalogsortiment bietet temperaturbeständige Leitungen

25. August 2011

Vorsicht gilt, wenn Kabel hohen (über 105°C) oder tiefen Temperaturen (unter -15°C) ausgesetzt sind – besonders in bewegten und dauerbewegten Einsätzen. Geht es um den Betrieb in extremen ‚Warm- oder Kaltzonen’, können Kabel mit regulären Mantel- und Isolationswerkstoffen nicht mithalten. Steigen etwa die Ansprüche an die Wärmefestigkeit, erweichen normale Polyolefine wie Wachs und in PVC-Mischungen machen sich die Weichmacher auf und davon. Um auch bei extremen Wärme- oder Kältegraden einen sicheren Betrieb zu garantieren, sind thermisch speziell ausgelegte Kabel gefordert. Exakt dieses Segment deckt TKD im Katalog, der über 26.000 unterschiedliche Kabel umfasst, mit der Produktgruppe ‚Temperaturbeständige Leitungen’ ab – und zieht dabei sämtliche Register bei den Mantel- und Isolationswerkstoffen. Ab Lager stehen Kabelvarianten für Temperaturextreme bis zu 1.550°C bereit.

Ordentlichen Zusammenhalt für Dauertemperaturen über 105°C bieten Kunststoffe, die ‚elastomere’ bzw. gummiartige Eigenschaften durch Vernetzung erreichen. Prominenter Vertreter dieser Kunststofffamilie ist EVA (Ethylen-Vinylacetat). Problemlos stecken EVA-isolierte Leitungen aus dem TKD-Portfolio auf Dauer 120° C und kurzzeitig bis zu 150°C weg. Bei Handling und Verarbeitung unterscheiden sie sich kaum von Standardkabeln. Oberhalb von 150°C setzt die zunehmende Wärmeaktivität auch dem Zusammenhalt der EVA-Makromoleküle zu, so dass Elastomere aus anderen Monomeren zum Zug kommen. Silikonkautschuk-Mischungen schrauben die Temperaturgrenze deutlich nach oben: bis 180°C dürfen es schon sein – kurzzeitig sogar 220°C. Bei Anwendungen, die solche Temperaturen dem Kabel dauernd aufbürden, rückt auch die Wärmealterung der Leiterwerkstoffe ins Visier.

Silikongummi ist außerordentlich flexibel und hochspannungsfest – und damit perfekt für Einsätze in Leuchten, Zündern, Zündkerzen oder Brennern und bei Anwendungen, die hohe Temperaturen erzeugen. Zum TKD-Programm gehören auch mehradrige Leitungen in Silikonausführung, die als wärme- und kältebeständige Energie-, Steuer-, Anschluss- und Verbindungsleitungen verwendet werden können – und einen Temperaturbereich von -60°C bis +180°C abdecken. Fluor-Kohlenstoff-Kunststoffe oder Fluorpolymere (‚Teflon’) markieren den nächsten Benchmark der temperaturbeständigen TKD-Kabel: diese thermoplastischen Werkstoffe schaffen 260°C Warmfestigkeit. Die physikalischen Eigenschaften dieser Kunststoffe sind herausragend. Leitungen mit ‚Teflon’-Isolierungen können praktisch bei beliebig tiefen – auch kryogenen – Temperaturen eingesetzt werden, sogar in bewegter Anwendung.

Geht man mit den Temperaturen weiter hoch, wird die Luft – wie beim Bergsteigen – deutlich dünner: Oberhalb von ca. 400°C gibt es keine organischen Stoffe (Kunststoffe) mehr, so dass TKD hier gezielt auf anorganische (mineralische) Werkstoffe setzt. Übliche Keramik ist ungeeignet, um bewegliche Kabel zu konstruieren. Mit raffinierten Herstellungsmethoden lassen sich jedoch flexible Kabelisolierungen über die Kombination aus Glimmerband und Glasseiden-Fäden aufbauen. Diese ‚Wunderwerke‘ der Kabeltechnik bilden das thermische Nonplusultra im TKD-Portfolio – und halten kurzzeitig Temperaturen bis zu 1.550°C aus. „Cooler geht’s kaum,“ lautet das Fazit von TKD-Geschäftsführer Jürgen Neumann.