Cross Engineering

Produktdatenqualität - CAD-Modelle in hoher Qualität sind das A und O zeitgemäßer Produktentwicklung. Lieferanten moderner Technologie hängen von der virtuellen Darstellung ihrer komplexen Produkte ab. Die Einhaltung von methodischen und geometrischen CAD-Standards unterstützt die Zusammenarbeit der Konstrukteure.

09. August 2005

Bei kürzer werdenden Produktzyklen und zunehmender Variantenvielfalt ist es nicht überraschend, dass Modelle häufig fehlerhaft sind. In einer globalen Prozesskette, die auch Zulieferer mit eigenen Prozessen und Standards einbindet, potenzieren sich die Auswirkungen von schlechter Produktdaten-Qualität (PDQ). Je später ein Fehler in der Produktentwicklung entdeckt wird, desto aufwändiger und teurer wird die Behebung. Hohe Produktdaten-Qualität von Beginn an unterstützt hingegen Cross Engineering und Wiederverwendung von Modellen.

Q-Checker von der Karlsruher TransCAT PLM GmbH & Co. KG, eine 100%ige Tochter von Dassault Systèmes, ist ein Managementsystem für Produktdaten-Qualität. Es prüft Modelle in CATIA V4 und V5 auf Struktur- und Geometriequalität, basierend auf allgemeingültigen, aber auch firmenspezifischen Standards. In CATIA V5 erweitern Kriterien zur Arbeitsmethodik den Einsatzbereich von Q-Checker. Die Anwenderoberfläche ist einfach zu bedienen, kritische Bereiche und Elemente hebt das Programm hervor. Viele Fehler können per Mausklick repariert werden. Für jedes Prüfkriterium unterstützen umfangreiche Informationen - geschrieben von erfahrenen CATIA-Anwendern - beim Reparieren und Vermeiden der Fehler. Anwender erhalten wichtige Informationen über ihr Modell und verbessern gleichzeitig ihre CATIA-Kenntnisse. Firmen, die Q-Checker nicht nur arbeitsbegleitend in der Konstruktion einsetzen, sondern auch in den Prozess einbinden, erzielen den größten Nutzen. An neuralgischen Punkten - wie etwa Freigabeprozeduren oder Gate-Übergänge - liefern automatisierte Prüfläufe eine stete Sichtbarkeit der PDQ. Nur wenn alle Firmenstandards und Qualitätsrichtlinien erfüllt sind, gestattet Q-Checker die Anhebung des Modells in den nächsten Status. So zertifizierte Modelle sind für den Einsatz in nachfolgenden Prozessschritten wie zum Beispiel Virtual Reality, Digital Mock Up, Finite Elemente-Berechnung, NC-Programmierung oder Zeichnungsableitung ohne Nacharbeiten verwendbar.

Zufriedene Nutzer

Weltweit setzen mehr als 1.000 Unternehmen Q-Checker ein. Neben OEMs und Lieferanten der Automobil-, Luft- und Raumfahrtindustrie wird das System für CATIA V5 auch in anderen Bereichen, wie Konsumgüter und Maschinenbau, eingesetzt. Ein Nutzer ist Alfmeier Präzision, ein global agierender Automobilzulieferer, mit ca. 1.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von rund 120 Mio. Euro. Das Produktspektrum beinhaltet Systemlösungen zum Sitzkomfort, zur Kraftstoffversorgung sowie motornahe Systeme.

Die Produktdaten-Qualität wird bei Alfmeier im Produktentstehungsprozess als signifikanter Wettbewerbsvorteil angesehen. Einerseits, um mit Kunden und Lieferanten einen effizienten Datenaustausch gewährleisten zu können, aber andererseits auch für die Homogenisierung des Gesamtprozesses durch einheitliche CAD-Systemstandards. In Hinblick auf die auf mehrere internationale Standorte verteilte Entwicklung, gilt eine hohe und stabile Produktdaten-Qualität als Basis für ein effektives Cross Engineering.

Quartalsweise erfolgt eine PDQ-Analyse. CATIA-Modelltöpfe werden entsprechend interner Anforderungen geprüft, z. B. auf die Einhaltung der Dateinamenskonvention oder aber auch gezielt auf Fehler wie CATCLN sowie eine vom CATIA-Environment abweichende Modell-Dimension. Die Checks und deren Gewichtung sind in eigenen, abgestimmten Prüfprofilen festgelegt. Die Resultate dieser Prüfungen werden in die Q-Monitor-Datenbank geschrieben, statistisch ausgewertet und im Intranet zur Verfügung gestellt. Dies schafft die Voraussetzung für eine effiziente Nutzung der CAD-Daten in Downstream-Prozessen sowie die Transparenz, um Abweichungen frühzeitig zu erkennen und gezielte Trainingsmaßnahmen einleiten zu können.

Besonders erwähnenswert ist der Ansatz, fehlerhafte Modelle zu separieren. Diese Modelle werden aus den geprüften Modelltöpfen entfernt, und der direkte Zugriff wird unterbunden. Die erneute Modellfreigabe erfolgt erst nach einer erfolgreichen Fehlerkorrektur und Prüfung seitens des Konstrukteurs. Hierdurch werden fehlerhafte Altdatenbestände Schritt für Schritt reduziert und die PDQ verbessert. Die Implementierung des Q-Checkers in den in den Workflow des EDI-Systems wird zukünftig den Versand fehlerhafter Modelle an Kunden und Lieferanten unterbinden. Der Q-Checker steht auch als Prüfwerkzeug den Anwendern in CATIA V4 und V5 zur Verfügung.

Martin Nölle,

TransCAT PLM Cross Engineering

Erschienen in Ausgabe: 05/2005