Das Internet der Dinge

Materialfluss - Können Unternehmen ihre globale Wettbewerbsposition durch die Verknüpfung von Intralogistik und Produktion verbessern? In dieser Frage steckt viel Potenzial. Wer es erschließt, hat gewonnen.

03. August 2007

Im globalisierten Wettbewerb spielen Entfernungen keine Rolle mehr. Produkte werden dort hergestellt, wo sie am günstigsten sind. Gehandelt werden sie überall. Wer erfolgreich sein will, muss lernen, ohne Verschwendung von Zeit, Material und Investitionen zu produzieren. Die europäische Industrie wird wettbewerbsfähig bleiben, wenn sie es schafft, individuelle Produkte mit hohem Qualitätsanspruch wirtschaftlicher zu produzieren und schneller zu liefern. Unternehmen, die dies umsetzen, behalten ihren Technologievorsprung, realisieren in Zukunft Innovationen und können die besten Fachkräfte verpflichten. Europa als reine Dienstleistungsgesellschaft wird kaum vorstellbar sein.

Intelligente Intralogistik-Systeme können Durchlaufzeiten, Waren- und Lagerbestände reduzieren, Verschwendung vermeiden und Kosten senken. Wieviel Kosten intelligente Fließproduktion und Intralogistik einsparen können, ist oft nicht bewusst, viele Verantwortliche unterschätzen diesen Gesichtspunkt. Das »Internet der Dinge« wird für den Industriestandort Europa zur Überlebensfrage. Intelligenter Materialtransport kann neue Chancen bieten. Neue intelligente Tools werden neue Denkansätze bei Produktions- und Logistikprozessen ermöglichen. Ziel muss es sein, die Intralogistik zu vereinfachen.

Dazu benötigen die Unternehmen viele Bausteine - einer davon kann Servus sein, ein Transportsystem aus dem österreichischen Lustenau. Servus ist der erste intelligente und zugleich autonome Transportroboter, der es dem Kunden ermöglicht, maßgeschneiderte Produkte selbst in geringen Losgrößen rentabel herzustellen. Mit seinen Eigenschaften eröffnet das System neue Perspektiven für die Intralogistik und Automation in der Montage. Es wurde für einen Paradigmenwechsel geschaf­fen, Anwender sollen damit einen anderen Blickwinkel für neue Lösungsansätze bekommen. Für viele Unternehmen liegt der Schlüssel des Erfolgs in der laufenden und schnellen Anpassung der Produktion und des Automatisierungsgrades. Intelligente Systeme wie Servus können dies einfach realisieren. Es generiert einen durchgängigen Materialfluss vom Wareneingang über die Produktion bis zum Warenausgang. Materialien werden erst dann angefordert, wenn sie benötigt werden. Anwender können so einfach und automatisiert innerbetrieblich just in time liefern. Dadurch steigt der Materialdurchfluss, unnötige kostenintensive Zwischenlager mit teuren Beständen entfallen.

Steigender Durchsatz

Bei Servus wird nur das bewegt, beschleunigt und abgebremst, was unbedingt notwendig ist. Die System-Geschwindigkeit erhöht sich um den Faktor drei. Der Durchsatz ist bis zu fünfmal höher als bei traditionellen Systemen. Servus schafft erstmals den Sprung von bislang zentral gesteuerten, starren Systemen hin zu einem flexiblen System mit verteilter Intelligenz. Jeder autonome Transportroboter trifft seine Entscheidungen selbsttätig, führt alle benötigten Daten mit sich und findet sich ohne Streckenplan und ohne GPS auf jeder Anlage sofort zurecht.

Er benötigt keine zentrale Steuerung, in der die gesamte Logik einer Anlage definiert ist, die alle Vorgänge regelt und schon bei geringen Änderungen neu programmiert werden muss. Zudem kann der Raum in der Werkshalle optimal genutzt werden, da die Strecke beliebig aussehen kann: wahlweise auf ergonomischer Arbeitshöhe, an der Wand oder in Kombination mit Liften an der Decke oder unter Flur.

Servus möchte mit seinem System den Kunden durch eine flexiblere Fertigung mehr Individualität bieten, zum ersten Mal soll auch Losgröße 1 ohne Programmieraufwand möglich sein. Der Ansatz ist, Verschwendung in Form von Wartezeiten und Lagerbeständen zu vermeiden und außerdem unabhängig zu sein von Fachkräften. Mitarbeiter lassen sich schnell einlernen und können das System dann einfach bedienen. So ist die Produktion einfach und schnell skalierbar.

Ein besserer Materialfluss reduziert die Umlaufbestände und somit unnötig gebundenes Kapital, der Gewinn steigt. Wie beim Sogprinzip werden die benötigen Materialien auftragsbezogen abgerufen: just in time. Die Transportroboter von Servus gestalten die Qualitätskontrolle schnell und effizient, da sie die Qualitätsdaten gleich mitnehmen. Das System nimmt Produktionsfehler deshalb sehr schnell wahr, es ist nicht mehr notwendig, die Waren für viel Geld zwischenzulagern. Wie beim Internet findet Servus seinen Idealweg selbstständig, denn die Transportroboter arbeiten die Operationsreihenfolge der herzustellenden Produkte autonom ab. Sie fahren die entsprechenden Arbeitsstationen auf dem schnellsten Weg an.

Servus benötigt kein GPS, da er seine Aufgaben und Zieladressen mit sich führt. Je komplexer eine Anlage und je höher die Entscheidungsfreiheit der »Schwarmroboter« ist, desto effizienter ist das System. Jeder einzelne Transportroboter holt sich dabei seine Aufgaben selbstständig, teilt mit, dass er gerade frei wäre und einen Auftrag übernehmen könnte, holt sich die benötigten Teile im Lager, führt die Daten mit und kommuniziert mit dem System, mit Robotern oder Mitarbeitern. Dies ist keine Science-Fiction, sondern kann heute realisiert werden. Die Servus-Technologie ist erst der Anfang einer Serie von intelligenten Produkten für das »Internet der Dinge«.

Christian Beer, Servus Robotics/mk

Erschienen in Ausgabe: DIGEST/2007