Das Warten hat ein Ende

Energieführungsketten – Die Entwicklung des Prototypen E4.1 ist abgeschlossen. Jetzt ist das komplette Lieferprogramm der neuen Energieketten-Generation ab Lager verfügbar.

11. November 2008

Die neuen Energieführungsketten der E4.1-Familie sind die konsequente Weiterentwicklung des bekannten Igus-Systems E4, das rund um den Globus millionenfach im Einsatz ist. Bei der Neuentwicklung flossen die besten Konstruktionsideen der beiden Energiekettenvarianten, E4/4 und E4/100, in einer einzigen universellen Lösung zusammen. Diese wird ergänzt durch zahlreiche innovative Konstruktions-Highlights des Unternehmens. Das geschieht in einem umfangreichen Lieferprogramm mit fünf verschiedenen Innenhöhen von 21 bis 80 Millimetern sowie Breiten von 30 bis 600 Millimetern. Durch die Kombination von Innen- und Außenlasche hat der Anwender die Möglichkeit nach den individuellen Anforderungen auszuwählen.

Innen-/Außenlasche

Soll eine lagerhaltige Energiekette mit hoher Vorspannung und entsprechend großer freitragender Länge ausgeführt werden? Oder stattdessen mit wenig Vorspannung, zum Beispiel bei beengten Platzverhältnissen oder hängenden beziehungsweise stehenden Energieketten? Der patentierte Trick hierbei ist: Lediglich die Außenlasche wird gedreht und damit die Vorspannung beeinflusst. Wird dagegen die Innenlasche gedreht, ändert sich die Anschlagsbegrenzung und somit die Drehrichtung der Energiekette. Das ermöglicht den Einsatz zum Beispiel in sogenannter Zickzack-Bauform.

Maximale Stabilität

Die Seitenteile der Energiekette sind durch eine, ebenfalls patentierte, Nut- und Federverbindung, dem sogenannten Hintergriff, miteinander verbunden. Dadurch wird die Stabilität sowohl in Zug- und Schubrichtung deutlich erhöht, als auch bei Verwendung der Kette auf der Seite liegend beziehungsweise, wenn hohe seitliche Beschleunigungskräfte auf die Kette wirken. Ebenso wird dadurch auch die Torsionsstabilität erhöht.

Schnell montiert

Ganz neu entwickelt wurde für die E4.1 die Schnellverriegelung der Öffnungsstege. Einfach per Schraubenzieher, können Anwender damit auch sehr stark befüllte Energieketten kraft- und zeitsparend öffnen und schließen. Der neue Kniff hilft bei Erstbestückung, Reparaturen und Nachrüstungen. Dafür benötigen Anwender auch keine Schrauben, Sprengringe, Bolzen oder andere Kleinteile, die leicht verloren gehen können. Da die Energiekette von oben und unten zugänglich ist, kann man auch im verbauten Zu- stand leicht Wartungsarbeiten durchführen. »Das gilt auch bei langen Verfahrwegen in Führungsrinnen«, so Michael Blaß, Prokurist und Vertriebsleiter Energieführungssysteme bei Igus. »Eine aufwendige Demontage ist nicht nötig«.

Ideal ergänzt werden die neuen Öffnungsstege durch neue Komponenten zur Innenaufteilung, die untereinander kombinier- und austauschbar sind. »Auch sie wurden entwickelt für eine noch schnellere Montage und Leitungsverlegung«, erläutert Blaß. So ist eine Montage der Innenaufteilung ohne Öffnen der Energiekette möglich. Zwischenböden lassen sich leicht und kraftfrei einstecken, und bereits eingelegte Leitungen können auch nachträglich noch unterteilt werden. Bereits in der Standardausführung verfügen die Energieketten der Serie E4.1 über ein geräuschdämmendes Anschlagsystem mit Bremse.

Ruhiger Lauf

Soll ein noch niedrigeres Geräuschlevel erreicht werden, ist eine zusätzliche Bestückung der Energieketten im Außenradius mit Noppen möglich, die ein leises Abrollen der Kette ermöglichen. Bei den Noppen handelt es sich um weiche, abriebfeste Dämpfungselemente, auf denen die Energiekette abrollt.

Kunststoff statt Stahl

Das E4.1-Lieferprogramm erlaubt auch zahlreiche Sonderlösungen. Das reicht von Reinraum-Ausführungen über ESD-Energieketten bis hin zu Varianten, die besondere Brandschutzklassen berücksichtigen oder Forderungen nach Säurebeständigkeit. Selbst Angriffen von 850 Grad Celsius heißen Spänen könne die Kette widerstehen, so Michael Blaß, mit Deckeln und Böden versehen und gefertigt im Hochtemperatur-Sonderwerkstoff Igumid HT. Auch gibt es die E4.1 aus dem neuem XXL-Material. Dadurch sind Anwendungen mit 25 Prozent mehr freitragender Länge möglich. Ohne Rinnen und Unterstützungen lassen sich Verfahrwege bis 13 Meter sicher realisieren.

André Kluth, Igus/csc

Erschienen in Ausgabe: 08/2008