Dauerhaft veredelt

Titelgeschichte

Korrosionsschutz – Linearführungen müssen zuverlässig beweglich sein. Hochwertige Beschichtungen gewährleisten ihre sichere Funktion auch unter rauen Bedingungen.

17. Februar 2011

Ein regelmäßiges Problem bei vielen Anlagen und Maschinen, die bei rauen Umgebungsverhältnissen, im Freien oder unter besonderen Anforderungen an die Hygiene eingesetzt werden, ist die Gefahr der Korrosion an metallischen Werkstoffen. Speziell bei bewegten Bauteilen wie beispielsweise Linearführungen bedeutet Korrosion in der Regel das Ende der Einsatzfähigkeit der Bauteile, weil sie ausgetauscht werden müssen, sobald sich ihre sichere Funktionsweise nicht mehr gewährleisten lässt.

Sichtbar wird diese Problematik zum Beispiel an den Teleskopschienen zur Führung der Lackierpistolen in den automatisierten Lackierstraßen bei der Massenproduktion von Panels für Solaranlagen, wo eine hohe Feuchtigkeitsbelastung herrscht. Hier erfordert zum einen die wirtschaftliche Herstellung der Panels eine lange Lebensdauer der eingesetzten Maschinenteile, zum anderen dürften sich auf den hauchdünnen, hochwertigen Oberflächen der Solarpanel keinesfalls Korrosionspartikel absetzen. Ebenfalls inakzeptabel, wenn auch aus anderen Gründen, ist Korrosion im Operationssaal: Hier erfordern die hohen Ansprüche an die Hygiene den regelmäßigen Einsatz von starken Reinigungsmitteln, damit auch die kleinsten Rückstände beseitigt werden können.

Schutz durch Beschichtung

In beiden Fällen lassen sich zwar die chemischen Prozesse, die zur Korrosion führen, nicht stoppen, allerdings gibt es Schutzmaßnahmen, die sie so verlangsamen, dass das sichere Funktionieren der Bauteile gewährleistet ist. Zum dauerhaften Erhalt von Linearführungen beispielsweise dienen unterschiedliche Beschichtungsverfahren, deren Wirksamkeit anhand genormter Tests überprüft wird.

Getestete Robustheit

Für die Führung der Lackierpistolen bietet deshalb der Ratinger Lineartechnikspezialist Rollon die Teleskopschienen der Baureihe DSS mit einer entsprechenden Oberflächenbeschichtung als gute Alternative zu korrosionsfreien Werkstoffen. Eine Lösung für viele medizintechnische Produkte sind dagegen die hochwertig beschichteten Teilauszüge der Baureihe ASN, die etwa für die horizontale Verstellung der Liegefläche bei Operations- und Röntgentischen zum Einsatz kommen. Für besonders harsche Verhältnisse hat das Unternehmen zudem mit dem neuen galvanischen Verfahren Rollon Alloy eine weitere Beschichtungstechnologie entwickelt, deren extreme Wirksamkeit im Salzsprühnebel nachgewiesen wurde.

Salznebel ist unbestechlich

Der Hersteller hat dafür die für die Linearführungen verwendeten Beschichtungen einem Vergleichtest nach ISO9227NSS unterzogen. Bei diesem Verfahren werden die Prüflinge in einer Prüfkammer über eine Verneblerdüse permanent mit einer pH-neutralen Kochsalzlösung und nach festgelegten Zeitintervallen optisch auf Korrosion beurteilt. Je länger die Teile in dieser korrosionsfördernden Umgebung bestehen, desto besser ist ihr Oberflächenschutz.

Im Vergleichstest untersucht wurden die bei Rollon standardmäßig verwendete Verzinkung nach ISO 2081 und zwei unterschiedliche chemische Vernickelungen sowie standardverzinkte und nitrocarburierte Bauelemente anderer Hersteller. Die Unterschiede in der Korrosion waren sehr deutlich und problemlos mit bloßem Auge sichtbar: So mussten die standardverzinkten bzw. nitrocarburierten Vergleichsschienen anderer Anbieter bereits nach 120 Stunden aus dem Test entfernt werden, weil sie komplett korrodiert waren. Nach dieser Zeit zeigten zwar auch die nach dem Standardverfahren gemäß ISO2081 verzinkten sowie die chemisch vernickelten Schienen der Rollon-Linearführungen eine starke Weiß- und Rotrostbildung, doch konnte mit ihnen der gesamte Testzyklus von 360 Stunden immerhin abgeschlossen werden. Den besten Oberflächenzustand in diesem Umfeld zeigte erwartungsgemäß die hochwertig chemisch vernickelte und anschließend wärmebehandelte Schiene, auf der auch nach 360 Stunden nur geringe Verfärbungen und einzelne Rostpunkte sichtbar waren. Einen sogar noch besseren Schutz gewährleistet das neue galvanische Verfahren Rollon Alloy: Die auf diese Weise behandelte Schiene wies selbst nach 720 Stunden nur minimale Korrosionsspuren auf, bevor der Test beendet wurde.

Die Vorhandlung entscheidet

Maßgeblich für die hohe Korrosionsfestigkeit sämtlicher Führungsschienen von Rollon ist auch die spezielle Vorbehandlung der Bauteile vor der Beschichtung, die nachweislich die Haltbarkeit des Materials und die Güte der Oberflächenbehandlung verbessert. Das Unternehmen hat deshalb in langjährigen Versuchsreihen spezielle Behandlungsverfahren entwickelt, mit der sich eine optimale Veredelung der Oberfläche erreichen lässt. Maßgeblich sind dabei die sorgfältige Vorbereitung, die richtige Reihenfolge der Bearbeitungsschritte und nicht zuletzt deren Dauer. Ob eine chemische Vernickelung oder eine galvanische Behandlung sinnvoller ist, hängt jedoch vom geplanten Einsatz der Schiene ab. Der Hersteller bietet deshalb unterschiedlichste Oberflächenbeschichtungen entsprechend den jeweiligen Anforderungen an. Dazu kommt der Einsatz unterschiedlicher Schmierstoffe, die eine lange Verfügbarkeit der Linearführungen gewährleisten.

Auf einen Blick

Die Rollon GmbH in Ratingen ist ein führender Anbieter von Lineartechnikkomponenten für die unterschiedlichsten Anwendungen.

Selbst entwickelte optimierte Vorbehandlungs- und Beschichtungsverfahren gewährleisten höchsten Korrosionsschutz auch bei Einsatzfällen unter besonders rauen Umgebungsbedingungen.

Erschienen in Ausgabe: 01/2011