Den Säuren Paroli bieten

Werkstoffe

Präzisions-Glaszylinder – Duran Borosilikatglas 3.3 besitzt eine hohe chemische Resistenz gegenüber Säuren und Laugen. Das prädestiniert den Werkstoff für den Einsatz in Dosiereinheiten von Abfüllmaschinen.

15. Oktober 2010

Beim automatisierten Abfüllen steckt die Herausforderung auch in den zum Teil aggressiven Medien, die dosiert werden. Dazu zählen Reinigungsmittel, diverse Öle wie Motoröl, Speiseöl und ätherische Öle, Lösungen für die Tiermedizin sowie flüssige Lebensmittel wie zum Beispiel Honig, Gewürze und Säfte. Der Hersteller von Verpackungsmaschinen für die chemische, Lebensmittel- und Pharma-Industrie Alwid-Sondermaschinenbau setzt deshalb auf das Präzisionsglas der Duran Group, genauer gesagt auf Glaszylinder aus Duran Borosilikatglas 3.3, die in den volumetrischen Abfüllmaschinen einen Teil der Dosiereinheit bilden. Denn Duran Borosilikatglas 3.3 hat verglichen mit anderen Materialien eine hohe chemische Resistenz gegenüber Säuren und Laugen sowie ein nahezu inertes Verhalten. Das heißt, es reagiert nicht oder nur in verschwindend geringem Maße mit potenziellen Reaktionspartnern. Die Abfüllmaschinen von Alwid-Sondermaschinenbau decken verschiedene Leistungsbereiche ab. Für kleine Abfüllmengen eignen sich die sogenannten Halbautomaten, bei denen die Behälter von Hand aufgestellt und Füll- und Verschließvorgänge manuell durch einen Bediener ausgelöst werden. Den mittleren Leistungsbereich decken automatische Reihenfüller ab, bei denen die Behälter durch Stopper positioniert und dann gefüllt und verschlossen werden. Für hohe Ausbringungsmengen bis zu einer maximalen Leistung von 40000 Behältern pro Stunde eignen sich die vollautomatischen Rundläufer.

Präzision in Glas

Alwid-Sondermaschinenbau setzt die Präzisionsglaszylinder der Duran Group bei den Abfüllmaschinen ein, wenn volumetrisch über einen Kolbendosierer gefüllt werden soll, und zwar sowohl bei den halb- als auch bei den vollautomatischen Maschinen. Nieder- bis hochviskose, stille Flüssigkeiten oder Pasten aus der Lebensmittel-, Pharma- oder chemischen Industrie können damit volumengenau in die Behälter abgefüllt werden. Die Volumen in den Zylindern können dabei von 10 ml bis 10 l ausgelegt werden. Bei diesem Füllverfahren gelangt die Flüssigkeit zunächst von einem Tank oder Vorlaufbehälter in die Zylinder. Anschließend presst ein Kolben die Flüssigkeit aus dem Glasrohr in ein Umsteuerventil und anschließend weiter über ein Füllventil in den Behälter. Weil die Präzisionsglaszylinder der Duran Group eine präzise Innenfläche aufweisen, kann man mit ihnen Fülltoleranzen von ±0,3 Prozent erreichen. Außerdem lässt sich der Arbeitsablauf beim Füllen durch den transparenten Glaszylinder beobachten. Die Sauberkeit bei der Reinigung zu kontrollieren, ist ebenfalls kein Problem. Diese Präzision im Innendurchmesser der Präzisionsgläser erreicht die Duran Group durch ein spezielles Verfahren der Heißumformung: Unter Vakuum und hohen Temperaturen werden Glasrohre auf Präzisionswerkzeuge aufgeschrumpft und erhalten dadurch einen Innendurchmesser mit kleinsten Toleranzen. Durch die anschließende präzise Kaltbearbeitung werden die Stirnflächen planparallel und senkrecht zur Achse geschliffen. Diese Endenbearbeitung verhindert Druckspitzen und ermöglicht einen passgenauen Einbau in die Abfüllaggregate.

T. Tenhaf, Duran; J. Wieferig, Alwid/aru

Erschienen in Ausgabe: 07/2010