Der denkt mit!

Anschlagpunkte – Mit einem ganz neuen intelligenten Anschlagpunkt eliminiert RUD gefährliche Schwachstellen bei der Handhabung und bringt sogar Intelligenz ins Bauteil ein.

03. September 2019
Der denkt mit!
Der neue Anschlagpunkt von RUD sorgt in der Praxis für ein sicheres Arbeiten und sorgt für eine Bewegung des Hebegutes in Richtung der optimalen Krafteinleitung. (© RUD)

Anschlagpunkte sind bei Maschinen und Anlagen nicht unbedingt die viel beachteten Maschinenelemente, aber im Alltag zumeist unverzichtbar. Und es gibt immer wieder auch bei diesen vermeintlich trivialen Bauteilen signifikante Verbesserungen und Neuentwicklungen. Eine davon ist ein zentrischer Anschlagpunkt mit neuartiger Federmechanik für mehr Sicherheit des deutschen Spezialisten für Anschlag- und Zurrtechnologie RUD Ketten Rieger & Dietz aus Aalen, der auch über intelligente Funktionen verfügt.

Der RUD ACP-Turnado räumt vor allem mit zwei bekannten Schwächen herkömmlicher zentrischer Anschlagpunkte auf. Bleibt ihr Bügel beim Anheben von Lasten in der »Worst-Case-Position« stehen, wirken große Scherkräfte und Biegemomente auf ihn ein. So kann es zu Beschädigungen bis hin zum Bruch kommen. Dreht sich der Bügel dann plötzlich aus dieser Position heraus, sackt die Last meist ruckartig nach unten. Schäden an Last, Anschlagmittel und auch an Krankomponenten sind oft die Folge.

Der Bügel bleibt nicht stehen

Durch die spezielle Konstruktion des RUD ACP-Turnado ist ein Stehenbleiben des Bügels absolut ausgeschlossen. Das Herz dieser Mechanik ist eine Feder, die jene fatale 90-Grad-Stellung des Bügels verhindert und ihn vor dem Anheben unweigerlich in Richtung der optimalen Krafteinleitung bewegt. Da es keine »Worst-Case-Position« mehr gibt, ist auch ein schlagartiges Absacken der Last nicht mehr möglich. »So gesehen denkt unser neuer RUD ACP-Turnado also in der Tat mit. Wir sprechen deshalb mit Überzeugung vom weltweit ersten intelligenten Anschlagpunkt«, erläutert Hermann Kolb, Bereichsleiter der Sling & Lashing Unit bei RUD in Aalen.

Die Bauformen anderer zentrischer Anschlagpunkte begünstigen zudem das sogenannte Verklanken des Hakens im Bügel und erschweren damit einen sicheren Sitz sowie eine optimale Kraftübertragung. Durch das runde Bügeldesign des RUD ACP-Turnado ist dagegen ein zuverlässiger Sitz des Hakens sichergestellt. Auch Bauteilbeschädigungen werden dadurch verhindert.

»Der RUD ACP-Turnado eliminiert die Defizite herkömmlicher zentrischer Anschlagpunkte. Er erleichtert Anwendern die Arbeit erheblich und macht sie wesentlich sicherer«, fasst Hermann Kolb die Vorteile noch einmal zusammen.

Da die Schraube am kritischen Übergang vom Anschlagpunkt zur Last extremen Belastungen ausgesetzt ist, haben die Entwickler von RUD auch diese erheblich optimiert. Zum einen besteht die sogenannte Ice-Bolt-Schraube aus einem speziell für diesen Einsatz entwickelten Stahl, der maximale Festigkeit mit sehr hoher Zähigkeit verbindet. Dadurch hält sie statisch und dynamisch besonders hohen Biegebelastungen stand. Zum anderen wurde sie an den meist beanspruchten Stellen verstärkt und sowohl in der Bauhöhe als auch in der Form optimiert. »Durch das Zusammenspiel dieser Faktoren haben wir die Tragfähigkeiten der Schraube um zu 30 Prozent gegenüber vergleichbaren Baugrößen erhöht«, betont Kolb.

Neben sicherheitsrelevanten Aspekten bietet der RUD ACP-Turnado auch Vorteile beim Handling. So lässt sich durch Verschleißlinsen an den kritischen Punkten der Kraftübertragung leicht beurteilen, ob der Anschlagpunkt bereits die Ablegereife erreicht hat. Außerdem verfügt die Schraube über einen drehbaren Kombikopf, der unverlierbar verbaut und dennoch austauschbar ist: Laut Hersteller ist das ein im Alltag sehr nützliches Produktmerkmal, da es die Handhabung spürbar erleichtert. Der neue RUD ACP-Turnado ist derzeit mit den Schraubendurchmessern M12-1/2, M16-5/8, M20-3/4, M24-1 und M30-1/4 Zoll erhältlich.

»Unser neuer Anschlagpunkt wird überall auf große Resonanz stoßen, wo niedrige Bauformen, Sicherheit, hohe Tragfähigkeit und bestes Handling oberste Priorität haben«, prognostiziert Hermann Kolb. Neben Mould & Die seien das vor allem der Maschinenbau, der Werkzeugbau, die Automobilindustrie, die Kunststoff verarbeitende Industrie sowie Energieunternehmen, die Windkraftanlagen errichten.

RFID zur Dokumentation

Da in immer mehr Ländern aufwendige Prüfungen von Anschlagmitteln und eine rechtssichere Dokumentation vorgeschrieben sind, verbaut RUD serienmäßig RFID-Tags – auch im neuen ACP-Turnado. Dadurch lässt sich der Anschlagpunkt über eine werkseitig vergebene ID-Nummer eindeutig via Auslesegerät – ebenfalls im RUD-Sortiment – oder Smartphone identifizieren, und die Prüfergebnisse sind entsprechend zuzuordnen. Dieses Verfahren verringert Inspektionskosten und -zeiten und führt zu deutlich mehr Prozesssicherheit, da Fehler vermieden werden können. Betreiber von Anschlagmitteln können Prüfdaten und Dokumente wahlweise in eigenen Datenbanken verwalten oder dazu die Spezial-Software Aye-D.Net nutzen, ein cloudbasiertes Betriebsmittelverwaltungs-Tool, angeboten von Syfit, einem Partner von RUD. mkT

Infobox

Auf einen Blick

Der RUD ACP-Turnado dreht sich ohne gefährliche Querbelastungen automatisch in Lastrichtung ein, schlagartiges Absacken der Last ist ausgeschlossen. Der Anschlagpunkt bietet bis zu 30 Prozent höhere Tragfähigkeiten.

Die RUD Ketten Rieger & Dietz GmbH u. Co. KG, 1875 von Carl Rieger und Friedrich Dietz in Aalen gegründet, erzielt mit über 1.700 Mitarbeitern in über 120 Ländern einen jährlichen Umsatz von 200 Millionen Euro. An Standorten in Deutschland, Australien, Brasilien, China, Indien, Rumänien oder den USA produziert das Familienunternehmen neben Anschlag- und Zurrtechnologie sowie Gleitschutzketten auch Hebezeugketten- und Fördersysteme. Mit der Marke Erlau sind außerdem Reifenschutzketten und Objekteinrichtungen für den Innen- und Außenbereich im Sortiment.

Erschienen in Ausgabe: 06/2019
Seite: 54 bis 55