Der Fernseher als Anzeige

Spezial - Bedienen und Beobachten

Visualisierung – Die Anzeige von Leistungskennzahlen mit LEDs oder Schriftbändern erfordert oft eine aufwendige Programmierung und ist zudem nur wenig flexibel. Eine meuartige Lösung verwandelt handelsübliche Fernsehgeräte in eine interaktive Produktivitätsanzeige.

13. November 2012

Eine der effektivsten Methoden zur fortwährenden Optimierung von Produktivität, Arbeitsfluss, Qualität, Betriebszeit und Abfallmenge in einem Unternehmen ist die kontinuierliche Bereitstellung von aktuellen Leistungskennzahlen, wie beispielsweise die aktuell produzierte Menge, der Ausschuss (Stück und Anteil), die Schichtsumme, die Taktrate oder die Lauf- und Standzeiten der Anlagen, direkt in der Produktionsumgebung. In der Regel geschieht dies auf visuellem Wege mit Hilfe von farbigen Signalsäulen sowie mit an zentralen Punkten aufgehängten Großanzeigen, die die Informationen für mehrere Personen weithin sichtbar präsentieren.

Solange nur Zahlen dargestellt werden müssen, dienen dazu oft große Sieben-Segment-LED-Anzeigen, die im Prinzip nichts anderes sind als digitale Messgeräte mit großen Anzeigen. Die kontraststarken und hellen Anzeigegeräte erlauben Sichtweiten bis zu 60 Meter. Komplexere Möglichkeiten bieten hier LED-Schriftbänder, mit denen sich mehrere Zeilen sowie Text darstellen lassen. Durch einen Farbwechsel von beispielsweise Grün nach Rot lässt sich zudem die Aufmerksamkeit steigern, wenn wichtige Meldungen, wie etwa Störungen, schnell kommuniziert werden müssen.

Ein Nachteil solcher Schriftbänder ist jedoch zum Beispiel die große Vielfalt der Schnittstellen zur Aufnahme der Daten. So bieten mache Geräte digitale Eingänge, andere dagegen nur einen seriellen Slave-Anschluss, der zudem meist noch aufwendig programmiert werden muss, damit das Gerät die richtigen Zeichen im richtigen Format anzeigt. Abhilfe versprechen hier Geräte mit eingebauten Kommunikationstreibern, durch die sie direkt mit SPS oder Antriebsumrichtern kommunizieren können, um die Daten direkt zu sammeln und korrekt zu formatieren. Dennoch bieten auch solche LED-Schriftbänder nur sehr beschränkte Möglichkeiten zur Anzeige von komplexen Elementen wie Trendkurven und Balkendiagrammen. Dazu kommen die hohen Anschaffungskosten, insbesondere bei größeren Modellen.

Kostengünstige Lösung

Angesichts der ständig fallenden Preise im Bereich der Unterhaltungselektronik nutzen die Unternehmen deshalb immer häufiger normale Flachbildfernseher für die Produktivitätsanzeigen. Bisher benötigten die Anwender dafür jedoch in der Regel einen eigenen PC und eine spezielle Scada-Software. Die Fernsehgeräte dienten lediglich als externe Monitore. Eine neuartige Lösung für die Erfassung, Sammlung und Anzeige von Produktionsdaten auf Fernsehgeräten hat jetzt der US-amerikanische Automatisierungstechnikspezialist Red Lion Controls entwickelt: Die so genannte ProducTVity Station benötigt keine eigenen PCs, Scada- oder OPC-Server und verwandelt ein Standard-Fernsehgerät in wenigen Minuten in eine interaktive Produktivitätsanzeige.

Das kompakte Gerät für die Montage auf der Hutschiene besitzt integrierte Kommunikationstreiber und Protokollkonverter mit über 200 Kommunikationstreibern für die Verbindung mit SPSen, Antrieben und anderen Maschinenteilen. Drei getrennte serielle Schnittstellen sowie ein 10/100-Ethernet-Anschluss ermöglichen die Kommunikation über zehn Protokolle gleichzeitig. Ein integrierter Ethernet-Gaweway erlaubt die Einbindung von seriellen oder Feldbus-Geräten in das Netzwerk. Ein 720p-DVI-Ausgang dient zum Anschluss eines TV-Geräts. Über handelsübliche Signalsplitter lassen sich die Signale zudem auf mehrere Fernseher duplizieren. Integrierte Web- und FTP-Server erlauben daneben den Zugriff aus der Ferne. USB- und Compact-Flash-Anschlüsse ermöglichen die direkte Protokollierung der Daten in csv-Dateien für Archivierung und Kontrolle.

Erschienen in Ausgabe: 08/2012