Der perfekte Kanal

Industrieelektronik

Kabelkanäle – Um die zunehmende Zahl von Leitungen in Maschinen und Anlagen sicher und modifizierbar zu führen, hat Pflitsch offene und geschlossene Kabelkanäle entwickelt und bietet dazu ein umfangreiches Dienstleistungsangebot. von Walter Lutz, freier Fachjournalist

10. April 2018

Jede Maschine, jede Umgebung stellt unterschiedliche Anforderungen an eine sichere Kabelführung. Besonders der Verlauf des Kanals und seine Dimension müssen exakt auf die jeweilige Anlage und das Kabelvolumen abgestimmt sein. Zwei Wege gibt es, um diesen individuellen Streckenverlauf zu realisieren: »Do it yourself« ist kosten- und zeitintensiv. Bis vor wenigen Jahren war es üblich, dass erst in der fortgeschrittenen Montagephase einer Maschine oder Anlage die Elektriker und Schlosser vor Ort einen möglichen Streckenverlauf skizziert haben, der dann in Handarbeit realisiert wurde. Dazu mussten die geraden Kanalteile – Kanalkörper und Deckel – abgelängt, mit Ausbrüchen versehen und mit den Formteilen des Kanals verbunden werden. So entstand Stück für Stück der endgültige Kanalverlauf.

In der Praxis ergab dies aber oft einen hohen Abstimmungsbedarf der einzelnen Gewerke. Außerdem war die Kanalbearbeitung vor Ort verbunden mit Arbeitsgängen wie Sägen, Flexen und Schleifen des Blechmaterials. Dies war zeit- und kostenintensiv und ging aufgrund von Lärm, Funkenflug und Schmutz auf Kosten der Arbeitsbedingungen. Daher ist »Do it yourself« heute kaum noch empfehlenswert angesichts des Kostendrucks in der Industrie und den aktuellen Arbeitsplatzbestimmungen.

Praktische Hilfsmittel

Schon vor Jahren hat Pflitsch begonnen, passend zu den geschlossenen Industrie- und PIK-Kanälen, praktische Werkzeuge und Maschinen zu entwickeln, die die Kanalbearbeitung vor Ort erleichtert. Immer mehr Unternehmen nutzen bereits diese praktischen Hilfsmittel: Laut Hersteller erzielen sie damit optimale Fertigungsergebnisse und schaffen für ihre Mitarbeiter ein besseres Arbeitsklima, da laute und schmutzige Arbeitsvorgänge wie Sägen, Bohren und Schleifen entfallen. Außerdem bieten diese Tools eine größtmögliche Flexibilität – vorteilhaft, wenn bei einem Projekt einzelne Details noch nicht exakt planbar sind.

Bei den Pflitsch-Maschinen genügt ein Knopfdruck, um Kabelkanäle aus Metall maßgenau abzulängen, seitliche Ausbrüche auszuklinken, Bohrungen einzubringen oder Mulden zu setzen. Die elektrohydraulische Trennschere Maxicut längt Kanalkörper bis 200 x 100 Millimetern und die passenden Deckel präzise und gratarm ab.

In Wagen integriert

Die Maschine ist integriert in einen fahrbaren Werkstattwagen. Ein Stromanschluss genügt und das System ist betriebsbereit. Die manuell betätigte PIKCut kommt beim Ablängen und Ausklinken der PIK-Kanäle zum Einsatz.

Das elektrohydraulische Ausklinkwerkzeug mit Akku-Kompaktantrieb ermöglicht das Arbeiten unter beengten Platzverhältnissen und an bereits installierten Kanälen. Mit einer Akkuladung gelingen über 150 seitliche Ausklinkungen an PIK- und Industrie-Kanälen – zum Beispiel passend für die Kantenschutzbauteile. Das Werkzeug ist so einfach zu bedienen wie eine Akkubohrmaschine. Mit Handwerkzeugen wie Loch-, Radien- und Prägezangen oder Handentgratern lassen sich alle Kanalsysteme von Pflitsch im Detail einfach bearbeiten.

Nützlicher Rechner

Doch ab wie vielen Schnitten und Ausbrüchen rechnen sich diese Tools? Dafür hat das Unternehmen einen Amortisationsrechner entwickelt. In eine Excel-basierende Übersicht gibt der Anwender die Kanalgröße an, ebenso den jeweiligen Jahresbedarf sowie die Menge der Schnitte beziehungsweise Ausklinkungen, wie sie in der betrieblichen Praxis vorkommen. Nach Angabe der Arbeitskosten und -zeiten bei konventioneller Handarbeit errechnet das Programm zu den jeweiligen Anschaffungskosten die Amortisationszeit. So kann der Kunde schnell und transparent ermitteln, ab wann sich ein Pflitsch-Tool für ihn lohnt.

Um Zeit, Aufwand und Kosten zu sparen, können die Anwender auch einen speziellen Baugruppenservice in Anspruch nehmen. Denn statt die Kanäle mühsam von Hand anzupassen, werden die individuellen Kanalverläufe mit dem CAD-Tool easyRoute 4.0 am Bildschirm geplant und in die Kunden-CAD-Daten integriert.

Nach der Verifizierung erstellt das Programm die Bestell- und Stücklisten für die transparente Kostenkalkulation. Nach Freigabe durch den Kunden gehen die Daten in die Fertigung, wo auf einem modernen und flexiblen Maschinenpark die einzelnen Kanalteile maßgenau realisiert werden.

Die Mitarbeiter erstellen daraus einzelne Baugruppen – fix und fertig mit allen Ausbrüchen, Befestigungsteilen und Sonderwünschen. Nach Endkontrolle und Verpackung werden sie termingerecht in die Montagezone des Kunden geliefert. Der soll seine Fertigungsabläufe und den Personaleinsatz so optimal gestalten können und benötigt keine zusätzlichen Lagerflächen für Kanalkomponenten.

Die Baugruppen sind so gekennzeichnet, dass der Monteur der Reihe nach den Streckenverlauf des Kanals in der Anlage aufbauen kann. Das übernehmen auf Wunsch auch die Experten von Pflitsch.

Dank Baugruppenservice zum Fixpreis kann der Kunde seine Produktivität steigern und sich auf seine Kernkompetenz fokussieren. Die Produktion, Montage und Lieferung kommen aus einer Hand. Die Reproduzierbarkeit auf Knopfdruck ist ebenso gegeben wie die Möglichkeit, die einmal erstellte Konfiguration zu verändern und anzupassen. Ziel ist eine hohe Rationalisierung durch minimierten Aufwand bei Planung, Bestellung und Logistik. Zu jeder kundenspezifischen Baugruppe gibt es eine positionierte Stückliste inklusive Zeichnung und optional einen offiziellen Prüfbericht der Dämpfungswerte. mk

Auf einen Blick

Seit fast 100 Jahren fungiert das Familienunternehmen Pflitsch als system- und lösungsorientierter Technik- und Dienstleistungsexperte. Dessen Kabelverschraubungen und Kabelkanäle stehen national wie international für »Qualität Made in Germany«.

Erschienen in Ausgabe: 03/2018