Design und Funktion

Spezial Automation

Handhabungstechnik – Für ihre Greifer wurde die Zimmer Group, Hersteller von Automatisierungskomponenten, dieses Jahr bereits zwei Mal mit Design-Preisen ausgezeichnet: dem IF Design Award und dem Red Dot Product Design Award. von Gregor Neumann

24. Mai 2018

Der IF Design Award wird einmal im Jahr von der weltweit ältesten Designinstitution, der IF International Forum Design GmbH, vergeben. Die Zimmer Group, Hersteller von Automatisierungskomponenten, wurde beim diesjährigen IF Design Award 2018 viermal in der Kategorie Industry/Skilled Trades ausgezeichnet.

Das Gütesiegel für herausragendes Industriedesign erhielten der pneumatische Parallelgreifer GPP5000, der hybride Zentrischgreifer GPD5000IL, der elektrische Zentrischgreifer GED5000 und der elektrische Parallelgreifer GEP2000.

Und nur wenige Wochen nach dem Erhalt der IF Design Awards wurde die Zimmer Group beim Red Dot Product Design Award erneut für ihr Design ausgezeichnet, und zwar insgesamt sechsmal in der Kategorie Industriegeräte, Maschinen und Automation. Der Preis wird offiziell am 9. Juli 2018 an das baden-württembergische Unternehmen überreicht.

Der Red Dot Design Awards ist der größte und bedeutendste Designwettbewerb weltweit. Der Wettbewerb unterscheidet zwischen den drei Wettbewerbsdisziplinen Produktdesign, Kommunikationsdesign und Design-Konzept. 2018 reichten Designer und Hersteller aus 59 Nationen mehr als 6.300 Objekte zum Wettbewerb ein.

Zu den Gewinnern gehören neben den vier bereits beim IF Award ausgezeichneten Greifern der elektrische Parallelgreifer GEP5000 und der elektrische Großhubgreifer GEH6000. Marcel Pfeiffer, Leiter Design & Marketing bei der Zimmer Group, zeigt sich hocherfreut über die zweimalige Auszeichnung und gibt Einblick in das Erfolgsgeheimnis: »Die klare Gestaltungsphilosophie der Zimmer Group gliedert Produkte in funktionale Einheiten und vermittelt Langlebigkeit, Qualität und Innovationskraft. Das Design vermittelt nicht nur das Aussehen der Produkte, sondern vor allem deren Funktion.«

Die Zimmer-Greifer werden im Jahresbuch von Red Dot aufgeführt und erhalten auch einen eigenen Ausstellungsplatz im Red Dot Design Museum in Essen. hjs

"Mit weitem Abstand Innovationsführer"

Maik Decker, Produkt Manager Handhabungstechnik, Zimmer - Standardisierte Greifer waren die Grundlage für den Erfolg der Zimmer-Automatisierungssparte – was war hier die Idee?

Es fiel damals auf, dass jede Firma ihre eigenen Greifer konstruiert und gefertigt hat. Daraus entstand die Idee, Greifer zu standardisieren und in einem Katalog anzubieten. 1980 wurde der wahrscheinlich erste standardisierte Greifer gefertigt und über unseren Katalog verkauft.

Und wie sieht das heute bei immer spezieller werdenden Anforderungen der Kunden aus?

Was als reiner Versandhandel mit wenigen Greifertypen begann, hat sich mittlerweile zu einem umfangreichen Portfolio mit individueller Kundenbetreuung vor Ort entwickelt. Durch unsere intensive Marktbeobachtung und dem Ohr am Kunden entwickeln wir stetig unser Portfolio weiter, um nahezu alle Anforderungen unserer Kunden daraus zu bedienen. Wir verfolgen auch konsequent die Elektrifizierung der Greifer und bieten unseren Kunden dadurch Zukunftssicherheit, gerade beim Thema Industrie 4.0.

Können denn kundenindividuelle Lösungen von Ihren Konstrukteuren ebenfalls schnell und kostengünstig entwickelt werden?

Wir haben eine Vielzahl von Konstrukteuren, die sich speziell um kundenspezifische Anfragen kümmern. Dadurch können wir schnell reagieren und spezifisch auf die Wünsche eingehen, zu einem marktgerechten Preis. Wir unterscheiden zwischen Semi-Standard – das sind kundenspezifische Abwandlungen von Katalogprodukten und Sonderlösungen, also rein auf Kundenanfragen basierende Neukonstruktionen – sowie Systemen. Die bestehen aus mehreren Komponenten, die von uns einbaufertig zu einem System zusammengebaut werden. Mit diesem End of Arm Tooling erhält der Kunde ein System, das er ohne weiteren Konstruktionsaufwand an seiner Achse oder seinem Roboter montieren kann.

Zur Motek 2017 hat Zimmer mit dem GEP2000 eine neue Serie an elektrisch angetriebenen Kleinteilegreifern vorgestellt. Wie kommen die im Markt an?

Dieser Greifer kommt sehr gut an – weil wir auch hier auf den Markt gehört haben, der kleine elektrische und vor allem robuste, prozesssichere Greifer fordert. Durch die mechanische Selbsthemmung bei Stromausfall und der Greifkrafteinstellung in vier Stufen bieten wir einen echten Mehrwert gegenüber den marktüblichen Greifern. Bei der Ansteuerung lassen wir dem Kunden die Wahl zwischen einer digitalen Ansteuerung mit oder ohne analoge Positionsabfrage und der Möglichkeit, den Greifer bei der Version IL über IO-Link anzusteuern.

Diese USPs sind der Grundstein für den Erfolg dieser Serie. Durch die positiven Rückmeldungen unserer Kunden fühlen wir uns darin bestätigt.

Kunden sagen auch, dass Zimmer zwar noch nicht der Marktführer ist, aber mit weitem Abstand der Innovationsführer.

Wo stellen Sie die Automatisierungskomponenten her?

In Rheinau, in der Nähe von Offenburg.

Welche Neuheiten präsentieren Sie auf der Automatica?

Drei neue, kleinere Baugrößen unseres MRK-Greifers der Serie HRC.

Kleinteilgreifer: Zukunftssichere Intelligenz

Mit dem GEP2000 (Bild) hat die Zimmer Group eine Serie an elektrisch angetriebenen Kleinteilegreifern aufgelegt, die vor allem für Montageaufgaben und das Handling von Kleinteilen konzipiert wurden. Für diese Aufgaben bietet die Serie, die in drei Baugrößen angeboten wird, einstellbare Greifkräfte von 80 N bis 400 N und Backenhübe zwischen 10 mm und 16 mm. Die Greifer, die mit einer mechanischen Selbsthemmung den Verlust des Werkstücks bei Stromausfall verhindern, sind mit einer integrierten Steuerung ausgestattet und sind in drei Ansteuerungsvarianten verfügbar: Mit IO-Link, mit digitalem I/O und mit digitalem I/O in Kombination mit einem analogen Ausgang zur Abfrage der Backenpositionen.

In der IO-Link-Variante bietet der Greifer alle systemtypischen Vorteile von IO-Link: einfache Handhabung und Bedienung sowie eine problemlose Integration. Nach dem Anschluss eines einzelnen Kabels kann der Greifer Daten von der übergeordneten Steuerung empfangen oder an sie senden. Parameter wie Greifkraft und Greifgeschwindigkeit werden zentral festgelegt, über die IODD (IO Device Description) meldet sich der Greifer an der übergeordneten Steuerung an. Das führt zu einer erheblichen Zeitersparnis bei der Inbetriebnahme oder bei einem Austausch des Greifers.

In der I/O-Version werden die Greifer wie ein herkömmliches pneumatisches Ventil angesteuert. Auf ein Steuersignal hin öffnet der Greifer, auf ein weiteres werden die Backen geschlossen, ohne Signal erfolgt keine Bewegung. Bei dieser kostengünstigen Variante genügt für den Anschluss ein vierpoliges Kabel, das den Greifer mit elektrischer Energie und Steuerungsdaten versorgt. Um mehrere Greifer ansteuern zu können, genügt ein handelsüblicher Zentralverteiler. Eine Abfrage der Greiferposition kann über Magnetfeldsensoren erfolgen, für die im Greifer bereits zwei Nuten vorgesehen sind. Mit solchen Sensoren gibt der Greifer wie bei einem pneumatischen Greifer ein Signal aus, sobald eine eingestellte Abfrageposition erreicht wird. Komfortabel gelöst wurde die Einstellung der maximalen Greifkraft: Sie lässt sich am Greifer über ein Potenziometer in vier Stufen einstellen.

Für Anwendungen, bei denen genauere Angaben zur Position der Greiferbacken benötigt werden, bietet sich eine Digital I/O-Version mit analoger Abfrage an. Hier ist in den Greifern bereits ein Analogsensor integriert, der je nach Backenposition eine Spannung zwischen 0 und 10 Volt ausgibt. Diese Spannung kann in der übergeordneten Steuerung ausgewertet werden und macht es möglich, die Position der Greiferbacken mit einer Messgenauigkeit von unter 0,05 mm zu bestimmen.

Erschienen in Ausgabe: 04/2018