Die Kraft der Einfachheit

Frequenzumrichter - Der Preisdruck erfordert ständig neue Ansätze. Die klassischen Mittel sind allerdings weitestgehend ausgeschöpft. Mehr Wirkung als Einkauf und Outsourcing versprechen neue Maschinenkonzepte. Vorausgesetzt, sie sind einfach!

31. Januar 2006

Kosten senken beginnt schon beim Fundament dezentraler Automatisierung, den intelligenten Antrieben, sagten sich auch die Konstrukteure von der Bosch Rexroth AG. Das zeigt sich zum Beispiel am neuesten Familienmitglied, der neuen, kompakten Standard-Frequenzumrichterbaureihe ›IndraDrive Fc‹ aus Unterfranken. Mit den Umrichtern im Buchformat deckt der Antriebs- und Steuerungshersteller lückenlos das Leistungsspektrum von 0,25 bis 7,5 kW in vier Baugrößen ab.

Die Inbetriebnahme erfolgt PC-los über zwei verschiedene Bedienmodule: Die Standard-Version unterstützt die parameterorientierte Bedienung, während die Komfort-Variante die dokumentationslose Inbetriebnahme in sechssprachiger Klartextanzeige abdeckt. Die gleichzeitige Inbetriebnahme mehrerer Antriebe ermöglicht das PC-Inbetriebnahmetool ›DriveTop Fc‹ mit integrierter Oszilloskopfunktion für umfangreiche Diagnose. Es unterstützt auch eine Offline-Parametrierung und spricht parallel bis zu 31 IndraDrive Fc an. Steckbare Steuerklemmen beschleunigen die Installa-tion der neuen Standard-Umrichter. IndraDrive Fc eignet sich für nahezu alle einfachen Antriebsaufgaben in Verbindung mit Drehstromasynchronmotoren.

Deutliche Vereinfachungen verspricht auch die hochintegrierte Antriebsbaureihe ›IndraDrive Mi‹, die Rexroth derzeit nach einem völlig neuen Konstruktionsprinzip entwickelt. Die Regelelektronik ordnet der Antriebs- und Steuerungsspezialist dabei ultraflach auf dem Motor an und nutzt die Motormantelfläche als Kühlelement. Dadurch reduziert sich das Gesamtbauvolumen um über 50 Prozent im Vergleich zu den klassischen Servoantrieben mit getrenntem Regler und Motor. Auch gegenüber anderen integrierten Antrieben, bei denen die Elektronik hinter dem Motor angeordnet ist, gewinnt der Anwender einen 30 Prozent- Platz. Diese innovative Lösung reduziert den Verdrahtungsaufwand erheblich. Ein Kabel reicht für die Energieversorgung und für die Führungskommunikation über SERCOS. Durch das Hintereinanderschalten mehrerer IndraDrive Mi sinkt der Verdrahtungsaufwand noch einmal. Der Clou: Zusätzliche Antriebe lassen sich bei Bedarf flexibel hinzufügen ohne Änderungen am Schaltschrank vornehmen zu müssen. Das gilt auch für den laufenden Betrieb: Durch das neuartige Konstruktionsprinzip entfallen bei IndraDrive Mi Verschleißteile wie Lüfter, Elkos und Relais. Elektronik und Motor lassen sich außerdem gesondert austauschen.

Die hoch dynamischen IndraDrive Antriebe unterstützen die standardisierte Führungskommunikation SERCOS, inzwischen in der III Generation. Dabei bleibt die be-kannte SERCOS-Ringstruktur kommunikationstechnisch erhalten. Aber auch Linienstrukturen sind möglich. SERCOS III ermöglicht die Querkommunikation zwischen Antrieben und Steuerungen, eine wichtige Voraussetzung gerade für flexible, modular aufgebaute Maschinenkonzepte. Durch eine Reduzierung der Zykluszeit auf 31,25 µs unterstützt die neue Generation übrigens auch zentralisierte Steuerungssysteme.

Neue vereinfachte Engineeringumgebung

Das integrierte Software-Framework übernimmt nunmehr sämtliche Aufgaben im Engineeringprozess und deckt sie über eine intuitiv bedienbare Umgebung ab. Als Entwicklungspartner von Microsoft entschieden die Softwareingenieure von Rexroth, die .NET-Technologie als Basis zu nutzen. Sie bietet Stabilität, nachgewiesen hohe Produktivität in der Entwicklung und eine weitreichende Unterstützung von COM und ActiveX als Basis einer praktikablen Migrationsstrategie vorhandener Softwarekomponenten. Diese Technologie unterstützt wichtige automatisierungstechnische Standards wie z. B. OPC. Die .NET Plattform eignet sich hervorragend zur Umsetzung der ›Plug-in-Fähigkeit‹ von ›IndraWorks‹, der Basis für die Flexibilität und Offenheit von IndraWorks. Der Einsatz von XML als standardisiertem Datenaustauschformat garantiert die Integrationsfähigkeit von Modulen auch anderer Hersteller. Durch die Unterstützung des Standards FDT/DTM ist zudem die Offenheit zur Integration der Tools weiterer Hersteller gegeben.

Susanne Herzlieb, Bosch Rexroth

FAKTEN

Folgende Antriebsmechanismen sind ›IndraDrive Fc‹-kompatibel

- Kugelgewindeantrieb mit rotierender Spindel oder Mutter

- Zahnstangen-Ritzel-Kombination

- Zahnriemen

- lineare und rotierende Direktantriebe

Erschienen in Ausgabe: 01/2006