Die nächsten Schritte …

Übersicht HMI

HMI 2014 – Für den Veranstalter führt der Weg zur Fabrik der Zukunft über die Hannover Messe. Integrated Industry gilt weiterhin als Credo und die meisten Aussteller werden dem sicher folgen.

19. März 2014

Im letzten Jahr ist auf der Hannover Messe der Knoten beim Zukunftsthema Industrie 4.0 endgültig geplatzt. Die Veranstalter gaben dem Kind einen anderen Namen, aber Integrated Industry bedeutet nichts anderes als die Vernetzung von Fertigung und IT. Das Thema nimmt Fahrt auf und greift Raum und die industriellen Strukturen verändern sich schnell.

Für Dr. Jochen Köckler, Mitglied des Vorstandes der Deutschen Messe AG, hat das weitreichende Folgen: »Das laufende Jahr wird von einem Automatisierungsschub in der industriellen Produktion geprägt. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, ihre Produkte immer effizienter zu produzieren, um zukunftsfähig zu bleiben. Dazu investieren sie in neue Automatisierungstechnik und diese finden sie auf der Hannover Messe 2014.«

Der Vorstand sieht die Messe als als zentrale Zukunftsplattform für internationale Entscheider. Köckler: »Wer sein Unternehmen wettbewerbsfähig für die Zukunft aufstellen will, kommt an uns nicht vorbei. Der Weg zur Fabrik der Zukunft führt über Hannover.« Dieser Anspruch zeige sich auch am starken Anmeldestand. »Es sieht gut aus, dass wir das hervorragende Ergebnis der vergleichbaren Veranstaltung des Jahres 2012 übertreffen können, zu der wir 4.872 Aussteller aus 69 Ländern begrüßen konnten.«

Schritt für Schritt geht es zur Fabrik im Sinne von Industrie 4.0. Dieser Trend zeichnet sich deutlich ab und die Hannover Messe hat es sich zum Auftrag gemacht, die nächsten Schritte in Richtung einer intelligenten, sich selbst organisierenden Fertigung aufzuzeigen. Voraussetzung dafür sind Maschinen, Anlagen und Produkte, die miteinander kommunizieren können.

Es gilt, die zahlreich entwickelten Technologien zur Umsetzung aufeinander abzustimmen und vernetzt in die industrielle Produktion zu integrieren. »Dazu gibt die Hannover Messe 2014 Lösungsansätze und der Mottozusatz ›Next Steps‹ verdeutlicht dies gut«, sagt Dr. Jochen Köckler. »Es besteht erheblicher Informations-, Investitions- und Abstimmungsbedarf.« Wichtige Stichworte sind die Verarbeitung der anfallenden Datenflut und die damit verbundene Datensicherheit sowie Standardisierung.

Viel von dieser Themenwelt wird auch bei den Ausstellern des Partnerlands Niederlande zu sehen sein. Dessen Slogan »Global Challenges, Smart Solutions« geht eindeutig in Richtung Integrated Industry. »Der dortige Maschinen wächst konstant und ist durch hochspezialisierte kleine und mittelständische Firmen geprägt«, sagt Jochen Köckler. »Zudem ist eine leistungsfähige Zulieferindustrie entstanden, die Kunden aus aller Welt mit Komponenten und Modulen beliefert.«

Spezielle Angebote

Wie immer laufen auch 2014 zahlreiche Sonderveranstaltungen: Die Außenwirtschaftsplattform Global Business & Markets vermittelt Informationen über aktuelle Entwicklungen in den Auslandsmärkten. Das Angebot adressiert vornehmlich kleine und mittelständische Unternehmen, die auf der Suche nach den richtigen Partnern sind. Es geht um Managementberatung, Finanzdienstleistungen, Exportfinanzierung, Private Equity und Handelsförderung.

Auf der Berufsbörse Job and Career sollen Fachkräfte mit potenziellen Arbeitgebern zusammenkommen und Impulse für ihre persönliche und berufliche Weiterentwicklung erhalten. Auf einer 100 Meter langen, multimedialen Jobwall können Besucher alle von den Ausstellern ausgeschriebenen Stellen einsehen und verarbeiten. Es gibt umfangreiche Informationen zur Weiterbildung und Karriereplanung sowie ein großes Vortragsprogramm.

Die achte Tec2You bietet der Industrie die Option, qualifizierten Nachwuchs zu finden und jungen Menschen Anregungen zu Berufschancen. Schüler und Studienanfänger nehmen direkten Kontakt mit der Wirtschaft auf und können erste Schritte in Richtung ihrer späteren beruflichen Laufbahn gehen. Während spezieller Touren können sie mit erfahrenen Technikern oder Berufsstartern sprechen.

Mehr als 1.300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzen jedes Jahr den Fachkongress WoMenPower, um sich in Karrierefragen, Erfolgsstrategien und innovativen Arbeitsformen weiterzubilden und auszutauschen. Das Motto der elften Ausgabe lautet »Netzwerke nutzen. Integration erleben. Neues lernen.«

Das Herz der Messe

Getragen wird die Messe aber durch die Aussteller und ihre Innovationen. Der Kabelspezialist Lapp zum Beispiel legt den Fokus diesmal auf mehr Effizienz in der Produktion. Ziel ist, die Kunden dabei zu unterstützen, Material und Platz und damit Kosten bei der Herstellung ihrer Produkte zu sparen.

Die vier Adern der neuen Industrial-Ethernet-Leitung Etherline EC sind parallel als Sternvierer geführt. Durch den Verzicht auf die Twistung verringert sich der Außendurchmesser um fast zehn Prozent. Das ist angesichts der engen Platzverhältnisse im Feld besonders wichtig. Lapp Kabel bietet für diese Leitungen auch konfektionierte Lösungen mit angespritzten Steckern.

Die Hybridleitung Ölflex Servo 7DSL sorgt als Einkabel-Lösung gleichzeitig für die Leistungsversorgung des Motors und den Transport der Daten. Das funktioniert, weil Encoder/Resolver-Signale auf die Versorgungsspannung des Feedback-Systems aufmoduliert werden, und spart viel Bauraum. Die Leitungen sind abgestimmt auf die digitale Schnittstelle Hiperface DSL von Sick, die eine robuste und störsichere Datenübertragung zwischen Regler und Motor bietet.

Auch wenn die Motion, Drives & Automation nicht stattfindet, sind alle großen Antriebsanbieter an Bord. Unter dem Motto »Driving flexibility forward« peilt SEW-Eurodrive die zukunftsorientierte Ausrichtung auf Industrie 4.0 an, sowohl das Leistungs- als auch das Produktportfolio seien dabei exakt auf die Herausforderungen der Fabrik der Zukunft ausgerichtet.

Eine davon ist Nachhaltigkeit, schon lange richtet SEW seine Produkte danach aus. Dank des hohen Wirkungsgrads arbeiten diese sehr energieeffizient. Ein Beispiel ist der recyclebare Frequenzumrichter MOVI4R-U. Er besteht nur aus wenigen Einzelbauteilen, alle Elemente bestehen aus einem Aluminiumgehäuse und sind vollständig wiederverwertbar. Einen weiteren Messefokus legt der Antriebspezialist auf seine hohe Branchen-Lösungskompetenz.

Ganz klar auf dem Weg zu Industrie 4.0 ist Rittal. Die Herborner bieten gemeinsam mit den Schwesterunternehmen Cideon, Eplan und Kiesling Lösungen für integrierte Wertschöpfungsketten im Steuerungs- und Schaltanlagenbau. Im Fokus stehen durchgängige Engineering-Tools, standardisierte Systemtechnik und automatisierte Bearbeitungsmaschinen.

»Auch wenn die Vision von Industrie 4.0 noch einige Jahre benötigt, bis sie in der Industrie umgesetzt ist, können wir dazu schon heute vielversprechende Ansätze konkret verwirklichen«, erklärt Uwe Scharf, Geschäftsbereichsleiter Produktmanagement. »Das Ziel ist, Prozesse in Entwicklung und Produktion stärker zu integrieren. So sollen die virtuelle und reale Welt schneller zusammenwachsen.«

Sichtbar werden diese Bemühungen durch das Technology-Partner-Programm rund um die Schaltanlagenplattform Ri4Power. Für diese gibt es jetzt ein neuentwickeltes 185-Millimeter-Sammelschienensystem für die kompakte Energieverteilung in der Industrie. Als weiteres Messe-Highlight stellt Rittal den montagefreundlichen System-Einzelschrank SE 8 als NEMA 4/4x-Version und Weiterentwicklung zum PC-Schranksystem vor. Eine neue TS-Trennschalterhaube sorgt für eine einfachere Montage von Schaltschränken mit Trennschalter.

Premiere in Hannover

Mit ihren intelligenten Verbindungen erstmals dabei ist Kostal Industrie Elektrik. Herzstück des Messeauftritts ist die universelle Antriebsregler-Plattform Inveor und hier besonders das neue Familienmitglied Inveor a. Mit einem Leistungsbereich ab 0,25 Kilowatt eignet er sich auch für Anwendungen, bei denen geringere Motorleistungen sehr energieeffizient geregelt werden müssen. Der Antriebsregler in vier Baugrößen erfüllt bereits jetzt alle Weiterentwicklungen der Öko-Design-Richtlinie 640/2009/EG.

Der Inveor a fügt sich nahtlos in das Programm von Kostal Industrie Elektrik ein, da sämtliche Komponenten aufeinander abgestimmt sind und so eine einwandfreie Funktionalität erreicht wird. Zudem sind alle Mitglieder der Inveor-Familie für den Betrieb von Asynchron- sowie von Permanentmagnet-Synchronmotoren geeignet und für viele Feldbusse ausgelegt.

Neu bei den Hagenern sind auch farbige Touchscreen-Terminals mit wahlweise intuitiver oder zentraler Bedienung. Mehrpumpenregelungen lassen sich so über ein Gerät ansteuern, automatisieren und visualisieren. Laut Kostal steigt dadurch die Effizienz bei der Handhabung von Antriebssystemen.

Modulare und skalierbare Batteriemodule und Wechselrichter präsentiert Refu Elektronik. Diese können in mobilen Anwendungen rund 30 Prozent Energie einsparen. Hohe Speicherkapazität und Rekuperation verlängern die Betriebsdauer.

Klein in den Abmessungen, aber groß in der Leistungsfähigkeit sind laut Refu ihre kompakten Wechselrichter in Schutzart IP6K9K für den Einsatz ohne Schaltschrank. Sie lassen sich leicht in mobile Geräte integrieren und sind rüttelfest bei hoher Leistungsdichte. So entsteht ein zukunftsfähiges, modulares System aus Wechselrichtern, Generatorwechselrichtern, DC-DC-Stellern, Bordnetzgeräten sowie Ladegeräten und Netzteilen.

Refu nimmt teil am Gemeinschaftsprojekt ESKAM, bei dem es um die Entwicklung einer für Elektroantrieb optimierten Antriebsachse geht, die hohe Leistung auf wenig Raum bietet.

Auf einen Blick

- Montag, 07. April, bis Freitag, 11. April 2014, täglich 9 bis 18 Uhr.

- Leitmessen: Industrial Automation, Energy, MobiliTec, Digital Factory, Industrial Supply, Industrial GreenTec, Research & Technology.

www.lappkabel.de, 11 – C03

www.sew-eurodrive.de, 15 – F10

www.rittal.de, 11 – E06

Erschienen in Ausgabe: 02/2014