Die Wahl der Schalter

Positionsschalter - Vollständig modular aufgebaut - das Lego-Prinzip gibt es jetzt auch bei Positionsschaltern. Der Anwender kann einzelne Betätigungselemente austauschen oder um 90 Grad versetzen. Die Flexibilität beim Schalten wächst, und die Kosten sinken.

10. Mai 2007

Hersteller von Positionsschaltern befinden sich im Dilemma: Die Kunden wünschen ›ihren‹ maßgeschneiderten Schalter, der zum Beispiel mit einem speziellen Schalteinsatz oder einem besonderen Betätigungselement ausgestattet ist. Aber wenn man auf alle Wünsche dieser Art eingeht, sind Schaltgeräte in diesem sehr wettbewerbsintensiven Marktsegment kaum wirtschaftlich zu fertigen. Die Schmersal Gruppe hat diesen Zielkonflikt gelöst: Die neuen Positionsschalter, die auf der Hannover Messe erstmals gezeigt wurden, sind vollkommen modular aufgebaut. Der Anwender kann sechs verschiedene Grundkörper, die den Befestigungsmaßen der DIN-EN-Normen 50047 und 50041 entsprechen, mit zurzeit 21 unterschiedlichen Betätigern kombinieren. Für die Montage bzw. den Austausch des Betätigers benötigt man nur einen Schraubendreher, mit dem man den Gehäusedeckel öffnet. Dann kann man über einen Bajonettverschluss den Betätiger aufstecken und arretieren. Mit dem Schließen des Gehäusedeckels arretiert man den Betätiger. Genauso einfach ist es, den Betätiger in 90o Schritten zu drehen. Betätiger mit Hebeln können zusätzlich in 10o Schritten gedreht werden. Auch die Schalteinsätze können so bei Bedarf ausgetauscht werden. Die genormten Befestigungsmaße schaffen die Voraussetzung für den Anbau an vorhandene Maschinenkonstruktionen.

Gehäuse: Kunststoff oder Metall?

Die Gehäusebauformen sind jeweils in Kunststoff und Metallausführung verfügbar, wobei auch die glasfaserverstärkten Kunststoffgehäuse außerordentlich belastbar und widerstandsfähig gegenüber unterschiedlichsten Beanspruchungen sind - von Stoß und Schlag bis zur chemischen Resistenz. Auch was die Optik betrifft, werden höchste Ansprüche erfüllt: An der Gestaltung der modularen Positionsschalter war ein Designbüro beteiligt.

Die Gehäuse der Betätiger sind ebenfalls aus Metall oder Kunststoff gefertigt. Der Anwender kann zwischen verschiedenen Bauformen von Stößeln, Rollenstößeln, Kipphebeln und Tastfedern wählen. Einige der Rollenkipphebel sind in der Länge verstellbar. Auch bei den Schaltelementen hat der Anwender die Wahl. Zur Verfügung stehen jeweils zwei Varianten mit Sprungschaltung (mit und ohne Endlagenrastung) und Schleichschaltung (auch mit Kontaktüberdeckung und Kontaktstaffelung). Bei den Kontaktvarianten kann man zwischen drei Optionen (1 Schließer; 1 Öffner; 2 Schließer; 2 Öffner) wählen.

Aus diesen Kombinationsmöglichkeiten - sechs Grundkörper, mehr als 20 Betätigervorsätze, neun Schalteinsätze - ergibt sich eine dreistellige Anzahl von Positionsschaltern. Das modulare Prinzip bietet sowohl dem Hersteller als auch dem Anwender Vorteile: Die einzelnen Module wie z. B. die Grundkörper können kostengünstig und in hoher Qualität mit hohen Stückzahlen gefertigt werden. Die Anpassung an spezielle Wünsche erfolgt erst in der Montage bzw., wenn es um die Auswahl der Betätigungsorgane geht, beim Anwender, der somit sehr flexibel bleibt und auch nicht mehr verschiedenste Typen von Positionsschaltern vorhalten muss, sondern die gewünschten Varianten vor Ort konfektionieren kann.

Positionsschalter kommen häufig auch bei der Stellungsüberwachung von Schutztüren zum Einsatz. In diesem Fall müssen jedoch die Anforderungen der Maschinenrichtlinie und der nachgeordneten Normen erfüllt werden. Dies erreicht man bei den neuen Positionsschaltern durch Schalteinsätze mit zwangsöffnenden Kontakten. Darüber hinaus erfüllt die neue Schalterbaureihe die Anforderungen der Aufzugtechnik in Bezug auf Sicherheit und Kontaktöffnungsweiten: Sie entspricht auch der ›Aufzugnorm‹ EN 81. Damit bieten sich den neuen Positionsschaltern universelle Einsatzmöglichkeiten nicht nur beim Erfassen und Überwachen in der automatisierten Produktion, sondern auch in der Maschinensicherheit und bei der Überwachung von Kabinenposition und Kabinentüren in Aufzügen. Das modulare Prinzip schafft die Voraussetzung für die einfache Erzeugung von weiteren Varianten. So werden die neuen Positionsschalter in einer nach den ATEXRichtlinien zertifizierten Version für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen verfügbar sein.

Vorbereitet werden Ausführungen mit anderen Anschlussmöglichkeiten, mit integrierten Schnittstellen zum Beispiel für Datenbussysteme sowie mit anderen Kontaktvarianten. Künftig wird es neben den zweipoligen Varianten auch dreipolige Ausführungen geben. Selbstverständlich steht eine Erweiterung des Betätigerprogramms ebenfalls auf der Agenda. Hier werden die Wünsche der Anwender eine wichtige Rolle spielen: Die modulare Konstruktion schafft auch die Voraussetzung für die Realisierung von kundenspezifischen Varianten.

Henry Wuttke, Produktmanager,

K. A. Schmersal GmbH

Erschienen in Ausgabe: 03/2007