Digitale Gehäuse

Die neuen AX Kompakt-Schaltschränke und KX Kleingehäuse von Rittal bieten nicht nur eine einfachere und schnellere Montage sowie eine höhere Flexibilität und Sicherheit. Sie wurden auch zur Systemlösung für Industrie 4.0 weiterentwickelt.

03. September 2019
Digitale Gehäuse
Der neue AX von Rittal: Kompaktschaltschränke als Systemlösung fit für Industrie 4.0. (© Rittal)

Die Digitalisierung und Automatisierung des Zeitalters der Industrie 4.0 stellt die Gehäusetechnik vor neue Herausforderungen. »Wir haben die neuen Anforderungen einer digitalisierten Industrie verstanden und Kompakt-Schaltschränke sowie Kleingehäuse nach diesen Kriterien entwickelt. Damit sind jetzt nach der Blue e+ Kühlgeräte-Serie und dem Großschranksystem VX25 all unsere Kernprodukte neu und als Systemlösung fit für Industrie 4.0«, sagt Uwe Scharf, als Geschäftsführer bei Rittal verantwortlich für die Business Units IT und Industry sowie das Marketing.

Mit einer steigenden Anzahl von in Maschinen und Anlagen eingesetzten Sensoren und Aktoren erhöht sich auch die Zahl der Komponenten und Leitungen, die in Schaltanlagen verbaut werden müssen. Zudem hält die Digitalisierung zunehmend Einzug in die Schaltschrankwerkstätten, wo der Bedarf nach Automatisierung, größtmöglicher Flexibilität und hoher Produktverfügbarkeit wächst.

Angefangen beim Engineering, über die Bestellung bis hin zur Automatisierung – Rittal bietet durchgängige Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette im Steuerungs- und Schaltanlagenbau und liefert in Form eines digitalen Produkt-Zwillings digitale Daten für den gesamten Konstruktions- und Bearbeitungsprozess. Durch QR-Codes lassen sich alle Teile eindeutig zuordnen.

Das Rittal Configuration System (RiCS) als Produktkonfigurationstool beispielsweise ermöglicht eine einfache und schnelle Konfiguration von Gehäusen, Zubehörprodukten sowie Modifikationen. Dabei wird durch eine automatische Plausibilitätsprüfung gewährleistet, dass das passende Zubehör fehlerfrei konfiguriert wird.

Das Ergebnis der Konfiguration kann der Anwender direkt in den Online-Shop von Rittal überführen und dieser liefert sofort eine Aussage zu Preis und Lieferzeit. Gleichzeitig lässt sich das Konfigurationsergebnis an die Eplan Engineering-Produkte übergeben und somit im weiteren Engineering-Prozess auch mit den Modifikationen nutzen. Damit reduziert sich die Zeit für den Engineering-Prozess.

Nachdem der Kunde die Bestellung abgesendet hat, trifft sie im Rittal Global Distrubution Center (GDC) ein. Die Bestellungen werden direkt aus dem GDC verschickt, das mit der hochautomatisierten Produktion vernetzt ist und selbstständig für Nachschub sorgt. So sind alle Serien-Produkte in Deutschland, wenn gewünscht, in 24 Stunden nach Bestellung beim Kunden.

Neue Gehäuse entwickelt

In dieses Systemumfeld sind auch die neuen Kompaktschränke AX und Kleingehäuse KX von Rittal integriert. Gefertigt werden sie im neu errichteten Werk in Haiger. Dort gibt es die weltweit modernste Produktion von Kompakt-Schaltschränken und Kleingehäusen nach Industrie-4.0-Kriterien. Durch die hochautomatisierte Produktionssteuerung wird das Werk im Verbund mit dem Distributionszentrum zu einem zentralen Glied in der Auftragsabwicklung und zu einem Garanten für die ständige Verfügbarkeit des Serienportfolios mit Zubehör.

Die beiden neuen Produkte im Rittal-Portfolio bieten den Anwendern verbesserte Funktionen und eröffnen ihnen damit neue Perspektiven auf Wertschöpfung. Schon bei der Lieferung ergibt sich eine Zeitersparnis: Die Flachteile können alle einzeln entnommen werden, sodass die sonst übliche Demontage entfällt.

Einfacher wird auch die Montage von Türen und Verschlusssystemen, die meist werkzeuglos möglich ist. Den Wandbefestigungshalter kann der Anwender auch bei schon eingebauten Komponenten von außen am Kompaktschaltschrank beziehungsweise Kleingehäuse anbringen – bei vollem Erhalt der Gehäuse-Schutzart. Dies reduziert zudem die Gefahr von Transportschäden, da die überstehenden Wandhalter jetzt erst am Aufstellungsort montiert werden können.

Eine weitere günstige Eigenschaft ist der zusätzliche Raum, den AX und KX im Vergleich zu den Vorgängerserien AE, CM, KL, EB sowie BG bieten. Das digitalisierte Umfeld der Steuerschränke verlangt eine steigende Anzahl von Kabeln, um die wiederum deutlich gewachsene Menge an Aktoren und Sensoren zu steuern. Durch die modulare Bauweise, optimierten Ausschnitte und größeren Flanschplatten entsteht durchschnittlich bis zu einem Drittel mehr Raum für die Kabeldurchführung.

Die Nockenprägung in den Seitenwänden begünstigt dies noch zusätzlich, indem die Innenausbauschienen einfach, präzise und formschlüssig zu montieren sind. Da diese ebenfalls ein Raster von 25 Millimetern nutzt, kann das Systemzubehör, wie zum Beispiel Leuchten oder Klemmleisten aus dem VX25 Schaltschranksystem, problemlos zum Einsatz kommen. Das sorgt für geringeren Teilebedarf im System und die mechanische Bearbeitung wie Bohren entfällt ganz.

Sicher ist sicher

Das Thema Sicherheit hat bei den Rittal-Schaltschränken hohe Relevanz. Beim Einbau von Systemzubehör in den AX oder KX bleiben die Schutzarten stets erhalten. Das gilt auch für die UL-Konformität, die für die Inbetriebnahme in Nordamerika entscheidend ist. Insgesamt sorgen die neuen Features dafür, dass die Stabilität der Kompakt-Schaltschränke höher und damit die Sicherheit auch bei dynamischen Belastungen größer ist.

Die neuen Serien decken ein breites Spektrum unterschiedlicher Anforderungen ab. Wenn in Klemmenkästen und Busgehäusen nur wenige Komponenten untergebracht werden müssen, eignen sich die KX Kleingehäuse ab einer Größe von 150 x 150 x 80 Millimeter. Die AX Kompakt-Schaltschränke sind mit Tiefen von 120 bis 400 Millimeter und einer maximalen Größe bis zu 1.000 x 1.400 Millimeter lieferbar.

Alle Modelle wird es sowohl in lackiertem Stahlblech als auch in Edelstahl geben. Trotz gesteigerter Einsatzmöglichkeiten hat sich durch das System insgesamt die Zahl der Komponenten und Zubehörteile und damit auch die Komplexität stark verringert. mkT

Infobox

Auf einen Blick

Rittal mit Sitz in Herborn, Hessen, ist ein Systemanbieter für Schaltschränke, Stromverteilung, Klimatisierung, IT-Infrastruktur sowie Software & Service.Systemlösungen von Rittal sind in über 90 Prozent aller Branchen weltweit zu finden, etwa im Maschinen- und Anlagenbau, der Nahrungs- und Genussmittelindustrie sowie in der IT- und Telekommunikationsbranche.Zum Leistungsspektrum gehören konfigurierbare Schaltschränke, intelligente Kühllösungen sowie IT-Lösungen.

Rittal liefert in Deutschland binnen 24 Stunden zum Bedarfstermin – und das punktgenau, flexibel und effizient.

Rittal wurde im Jahr 1961 gegründet und ist das größte Unternehmen der inhabergeführten Friedhelm Loh Group.

Erschienen in Ausgabe: 06/2019
Seite: 14 bis 15