Doppelt gesichert hält besser

Maschinenelemente

Schließtechnik – Eine neue Bolzenverriegelung nutzt zusammensteckbare Standardgehäuse, Zinkdruckguss anstatt Kunststoff und Wechselkerne in unterschiedlichen Sicherheitsstufen.

09. September 2009

Der unsachgemäße Umgang mit elektrischem Strom oder elektrischen Betriebsmitteln kann zu schweren Unfällen führen. Dabei handelt es sich im Allgemeinen um Körperdurchströmungen, Lichtbogeneinwirkungen oder Sekundärwirkungen, wie beispielsweise dem Absturz bei Arbeiten auf Leitern, die auch schon bei Spannungen von 230 Volt tödlich sind oder schwere Verletzungen verursachen können.

Besonders robust

Schwere Verbrennungen, Verblitzen der Augen, Herzkammerflimmern bis hin zum Herzstillstand sind nur einige Beispiele. Deshalb ist das Sichern von elektrischen Anlagen nicht nur Pflicht, sondern eine wichtige Maßnahme zum Schutz menschlichen Lebens. Um Unfälle zu verhindern, hat der Schließsystemhersteller Burg auf eine Kundenanfrage nun eine außergewöhnliche Lösung entwickelt. Speziell im Bereich Mittelspannungsschaltanlagen ist eine zusätzliche zur serienmäßig vorhandenen internen Verriegelung, die vor nicht ordnungsgemäßen Schalthandlungen schützt, zwingend vorgeschrieben. Jedenfalls nicht die ideale Lösung ist dabei der Einsatz eines Vorhangschlosses. Die derzeit auf dem Markt erhältlichen Systeme mit klassischer Bolzenverriegelung können mit einem oder zwei Schlössern bestellt werden. Der eingesetzte Schließzylinder ist nicht austauschbar und entspricht eher einem niedrigen Sicherheitsstandard. Das Gehäuse aus Kunststoff schützt nur in geringem Maß gegen ungewünschte Manipulation und Vandalismus. Für das neue Doppelschloss setzt Burg Zinkdruckguss ein. Dies ermöglicht gegenüber dem sonst üblichen Kunststoff die Herstellung eines besonders robusten Gehäuses. Neben der eigentlichen Schließfunktion bietet das neue Produkt dem Nutzer weitere Vorteile. Die Burg-Mitarbeiter haben ein größenoptimiertes Standardgehäuse zur Aufnahme eines Wechselzylinders entwickelt. Das heißt, der verwendete Stiftzylinder-Wechselkern kann noch später am Einsatzort eingesetzt werden, beziehungsweise auch im Nachhinein können Schließungen problemlos ohne großen Aufwand geändert werden. Die Wechselkerne stehen in unterschiedlichen Sicherheitsstufen (auch mit Sicherungskarte) – je nach Wunsch des Betreibers – zur Verfügung. Das wirklich Außergewöhnliche ist aber, dass man aus zwei Standardgehäusen durch einfaches Zusammenstecken eine Zwei-Schloss-Bolzenverriegelung erhält, die nach bekanntem Vier-Augen-Prinzip arbeitet.

Sicheres Vier-augen-Prinzip

Nur bei Verwendung beider berechtigter Schlüssel lässt sich der Bolzen öffnen oder schließen. Somit spart man Zeit und Geld bei der Bestellung und Lagerhaltung. Selbst während der Inbetriebnahme der Schaltanlage wäre eine Nachrüstung noch möglich.

Frank Schrodt, Burg/aru

Fakten

- Burg F.W. Lüling wurde 1890 gegründet und durch das Vorhangschloss »Volmarstein« bekannt. Seit 2001 kommen bei den Schließsystemen IT- und Elektronik-Technologien zum Einsatz.

- Die Unternehmenszentrale liegt im westfälischen Wetter an der Ruhr. Produktionsstätten befinden sich in Wetter, dem chinesischen Nanchang Jiangxl und dem tschechischen Tisa.

Erschienen in Ausgabe: 5-6/2009