Drahtlose Kommunikation wird störsicher

Mechatronikforscher ermöglichen neue Anwendungen in der RFID-Sensorik

06. März 2009

Verbesserte Reichweite und gleichzeitig minimierter Energieverbrauch. Davon profitieren die Unternehmen beim Einsatz kundenspezifischer Sensor- und Steuerungsapplikationen mit integrierter RFID-Kommunikation und speziell an die Umgebung angepassten Antennen. Entwickelt werden diese im Linz Center of Mechatronics.

Im Logistikbereich sind RFID-Lösungen mittlerweile weit verbreitet und dienen immer öfter als Ersatz für Barcodes. Aber auch für zahlreiche Sicherheitsanwendungen werden RFID-Chips eingesetzt, wie zum Beispiel bei Reisepässen oder Zutrittssystemen. Im Laufe der Zeit haben sich mehrere Standards entwickelt, die je nach Anwendungsgebiet unterschiedliche Frequenzbänder (LF, HF, UHF-Bereich) verwenden. Dafür werden meist passive Transponderchips eingesetzt, die ihre Energie ausschließlich aus dem Feld des RFID-Readers beziehen und somit ohne zusätzliche Stromversorgung auskommen. Sensor- oder Steuerungsapplikationen müssen aber auch ohne RFID-Reader, in regelmäßigen Abständen, Messdaten verarbeiten. Dazu ist eine zusätzliche Energiequelle (z.B. Batterie, Solarzelle, o.ä.) nötig. Durch diese zusätzliche Energiequelle ist es gleichzeitig aber auch möglich bei der RFID-Kommunikation höhere Reichweiten als mit passiven Tags zu erzielen.

Viele dieser Systeme scheiterten bislang an den schwierigen Umweltbedingungen, die gerade in den interessantesten Einsatzbereichen vorherrschen. Die Linz Center of Mechatronics GmbH entwickelt speziell für seine Kunden integrierte RFID Anwendungen, die diese Störfaktoren im industriellen Umfeld wie zB Metall oder Beton berücksichtigen. So werden Antennen gebaut, die für die jeweilige Applikation optimal angepasst sind und höchste Reichweiten bei minimalem Energiebedarf erzielen. Damit ist es möglich, völlig eigenständige Sensorsysteme an schwer zugänglichen Stellen in metallischer Umgebung oder an rotierenden Teilen zu platzieren, die über Jahre hinweg Sensordaten aufzeichnen und bei Bedarf mit einem Standard RFID-Reader (Lesegerät) jederzeit ausgelesen werden können. Speziell beim Einsatz in der Produktion oder in der Sicherheitstechnik eröffnen sich damit völlig neue Perspektiven.