Drehbar und montagesicher

Maschinenelemente

Drehdurchführungen – Der Übergang heißer Fluide über eine Drehverbindung erfordert spezielle Drehdurchführungen. Versionen mit Flanschanschluss erleichtern die Anbindung an die Versorgungsleitungen.

15. Oktober 2010

Ein wesentliches Element von Kalandern und Beschichtungsmaschinen in der Kunststoff, Metall oder Papier verarbeitenden Industrie sind Einrichtungen zur Temperierung der Walzen, die häufig mit sehr hohen Temperaturen gefahren werden. In der Regel ermöglichen dies spezielle Drehdurchführungen für heiße Medien als Bindeglied zwischen den feststehenden Zuführungsrohren oder -schläuchen und den rotierenden Walzen.

Die Anbindung der Drehdurchführungen an die Versorgungsleitungen geschieht oft noch über Adapter und Verschraubungen. Diese Anbindungen sind jedoch komplex und erfordern einen hohen Zeitaufwand und oft viel Kraft bei Einbau oder Wartung. Zudem bleiben sie selbst bei erfahrenen und qualifizierten Monteuren fehleranfällig, speziell durch Schädigungen an Lagern oder Gleitringen. Darüber hinaus wird bei der Anpassung der Drehdurchführung oft der Strömungsquerschnitt verengt, was zu verringerter Heizleistung und größeren Druckverlusten führte.

Der Drehdurchführungsspezialist Deublin hat jetzt eine Lösung vorgestellt, mit der diese Probleme künftig der Vergangenheit angehören. Das Unternehmen nutzt dazu konsequent die Vorteile eines SAE-Flansches mit seinen einfach gestalteten und bewährten Verbindungsstellen. Die Anbindung an die Versorgungsleitungen und die Drehdurchführung übernehmen dabei vier Schrauben, ein O-Ring und eine Flanschbrille. Als Montagewerkzeug genügt ein Innensechskantschlüssel.

Montage ohne Aufwand

Durch diese Gestaltung reduziert sich der Einbau- und Wartungsaufwand erheblich, da die Versorgungsleitungen in kürzester Zeit spannungsfrei angeschlossen werden können. Ebenso ist die Demontage ohne großen Werkzeugeinsatz möglich, was zu weniger Maschinenstillstand führt. Zudem wird ein verspannter Einbau der Drehdurchführungen konstruktiv vermieden. Dadurch steigt nicht nur die Lebensdauer der Drehdurchführung, sondern auch die energetische Effizienz, weil z.B. auch die Druckfedern außerhalb des Mediums liegen. Dies vermeidet Druck- und Wärmeleistungsverluste, sodass die Walze oder der Kalander konstant mit dem richtigen Volumenstrom an Wärmeträgern versorgt werden.

In Abhängigkeit von der eingesetzten Baureihe besitzen die Hot-Media-Drehdurchführungen eine stabile Lagerkonstruktion und eine Sekundärdichtung mittels Membrane, sodass Relativbewegung an der Dichtstelle ausgeschlossen sind. Für Einsätze mit besonders hohen Ansprüchen an die Maschinensicherheit bietet der Hersteller zudem Versionen mit Gehäuse- und Rotorsicherungsring sowie einem zusätzlichen Sprengring als Not-Fangvorrichtung.

Jörn Jacobs/bt

Fakten

-Die Deublin Company mit Hauptquartier in Waukegan bei Chicago ist der führende Hersteller von Drehdurchführungen für den Übergang von druckbeaufschlagten Fluiden von einer feststehenden Quelle in rotierende Maschinenteile.

-Die druckentlastete mechanische Dichtung gewährleistet einen zuverlässigen Betrieb und eine lange Lebensdauer.

Erschienen in Ausgabe: 07/2010