E-mobile Nutzfahrzeuge

Elektromobilität

Nutzfahrzeuge – Für German E-Cars liegt die wahre Herausforderung im elektrogetriebenen Transporter, der einer spritgetriebenen Version in nichts nachsteht. Die Serienreife des E-Lasters ist noch für dieses Jahr angekündigt.

26. September 2011

Sein Name ist Plantos. In der automobilen Fachwelt tauchte die an das schöne Bild grüner Natur angelehnte Namensgebung vor zwei Jahren erstmals auf, als auf der IAA 2009 das so benannte Neufahrzeug angekündigt wurde.

Ein Jahr später wurde der Plantos – mit dem Slogan »das Transportwunder« betitelt – als Nutzfahrzeugkonzept in Hannover auf der IAA Nutzfahrzeuge 2010 präsentiert. Dabei geht es um ein sogenanntes Light Commercial Vehicle, kurz LCV, das als echtes Elektrofahrzeug ausgeführt ist.

Schon 180 Elektroautos

Inzwischen spricht der Fahrzeugentwickler des elektromobilen LCV-Prototypen – das ist die in Grebenstein bei Kassel beheimatete German E-Cars GmbH – vom »Kraftwunder« und gibt eine nähere Typenbeschreibung wie auch die wichtigsten technischen Daten bekannt. Danach stellt das Elektrofahrzeug eine Transportlösung dar, die, so der hessische Hersteller, leistungsstark, flexibel und wirtschaftlich ist. Und ein Transporter, der die Effizienz des im gleichen Unternehmen seit Januar 2010 gebauten Elektroautos Stromos, von dem bis August 2011 bereits 180 Fahrzeuge ausgeliefert worden sind, konsequent fortzusetzen verspricht.

Zu ihrem neuen E-Mobil meint die German E-Cars GmbH: »Weil mit der E-Mobilität auf PKW-Basis nicht das Ende der Leiter erreicht sein kann, liegt die wahre elektrogetriebene Herausforderung in Transportlösungen, die in ihrem Potenzial den herkömmlichen kraftstoffgetriebenen Transportern in nichts nachstehen, diese jedoch in Fragen der Sauberkeit leicht übertreffen.«

Der Plantos werde, so die Firmenleitung, eine Reichweite bis zu 120 Kilometer haben und er soll als Neunsitzer oder als Kastenwagen und Pritschenfahrzeug zu bestellen sein.

Damit schälen sich als Kernzielgruppen beispielsweise Kommunen, Gärtnereien, Lieferdienste, Flughäfen oder Messeveranstalter heraus. German E-Cars wörtlich: »Schon jetzt wird der Plantos von weiten Teilen der Zielgruppe als elektromobiles Transportwunder angesehen.«

Eigentlich sei das ein ideales Fahrzeug für jeden, der einiges zu transportieren hat und das mit einem ökologisch reinen Gewissen tun möchte.

Bis 150 Kilowatt Leistung

Den Plantos soll es auf Basis des Sprinters mit dessen Ladekapazität und Raumangebot als Kastenwagen, Kombi oder Pritschenwagen geben. Auch soll der Bezug von Fahrgestellen möglich sein.

Von der jeweils gewünschten Modellvariante hängen die Außenmaße des Kleintransporters ab. Konkret wird der Hersteller beim Antrieb und den Leistungsdaten: Die Maximalleistung des E-Fahrzeugs ist mit 150 Kilowatt benannt, das maximale Drehmoment soll 530 Newtonmeter betragen, die maximale Geschwindigkeit werde – elektronisch begrenzt – bis 130 Stundenkilometer gehen.

Interessant ist der Verbrauch, der vom hessischen Fahrzeugbauer mit 25 bis 35 Kilowattstunden pro 100 Kilometer angegeben ist. Bei diesen Verbrauchswerten liegt die Reichweite, so ein erstes Plantos-Infoblatt, zwischen 80 und 100 Kilometern. Die Ladedauer hängt von der Batterieleistung ab und soll im Fall einer Batterie mit 400 Volt und 16 Ampere bis zu vier Stunden betragen, hingegen muss der Fahrzeughalter bei einer Ausführung mit 230 Volt und 16 Ampere mit bis zu zwölf Stunden Ladezeit rechnen.

E-Cars »made in Germany«

Die 2009 gegründete German E-Cars GmbH bezeichnet sich als ein deutscher Entwickler und Hersteller von Elektroautos. Nach Start des Kleinstserienmodells Benni noch im Gründungsjahr begann 2010 der Vertrieb des Viersitzer-Elektro-PKW Stromos. Das Unternehmen ist Mitglied der Fräger-Gruppe. Letztere wurde 1970 von Karl-Heinz und Ingrid Fräger zunächst als Metallbearbeitungsunternehmen gestartet. Heute entwickelt und fertigt die Gruppe Radnaben, Antriebsstränge, Bremstrommeln, Achsenbauteile, Motor- und Getriebegehäuse, Fördertechnik und Windkraftkomponenten.

Der seit 2010 verkaufte Stromos besteht aus einer Karosserie des Microvans Suzuki Splash, in den ein Elektro-Antriebsstrang der Fräger GmbH eingebaut wird. Der E-Powertrain besteht aus einer Lithium-Ionen-Batterie, die über der Hinterachse liegt, einer On-Board-Ladeeinheit, einem Wechselrichter, der Steuerelektronik, einem Elektromotor und dem Getriebe.

Der an der Vorderachse eingebaute Motor des Stromos liefert maximal 56 Kilowatt bei einem Drehmoment von 140 Newtonmeter. Damit kommt das Fahrzeug elektronisch begrenzt auf maximal 120 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit.

Noch befindet sich der Transporter Plantos in Entwicklung. Der Hersteller kündigt aber an, ab dem vierten Quartal 2011 werde das Light Commercial Vehicle für Interessenten verfügbar sein. Eine gute Möglichkeit, den Plantos der Fachwelt vorzuzeigen bietet die vom 15. bis 17. Oktober dauernde Ecartec 2011 in München. Ob der Plantos letztlich zur Ecartec kommt, dazu gibt es von German E-Car derzeit noch keine Angaben. Jedenfalls haben die Hessen auf der 3. Münchner Leitmesse für Elektromobilität schon mal einen Stand gebucht.

Erschienen in Ausgabe: 02/2011