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Technik

Transfersystem – Eigentlich ist »Versamove« ein ganz normales, baukastenartig aufgebautes Transfersystem. Für die Applikation eines Automobilherstellers wurde eine Ausführung mit Werkstückträgern in Edelstahl gebraucht, die in einer Waschmaschine aggressiven Reinigungsmittel ausgesetzt sind.

19. Mai 2016

Verkettungen von Maschinen mit Roboterautomation werden heute maßgeblich für die Produktion großer Stückzahlen eingesetzt. Erhardt + Abt Automatisierungstechnik liefert seit nahezu 20 Jahren schlüsselfertige Automationslösungen in die unterschiedlichsten Branchen. Insbesondere in der Automotive- und der Pharma-Branche hat der Systemintegrator einen Namen gemacht.

Für den Automatisierer ist es wichtig, dass alle Komponenten einer Anlage möglichst gut zusammenpassen und sich gut integrieren lassen. Michael Frieß ist als technischer Leiter auch für die reibungslose Funktion einer Verkettung verantwortlich. »Ideal ist es, wenn die einzelnen Komponenten direkt die geforderten Spezifikationen erfüllen.«

Konkret galt es, in einer Anlage drei parallel laufende Bearbeitungszentren zur Bearbeitung von Getriebegehäusen aus Aluminiumguss, eine Waschanlage zur Säuberung der Werkstücke von Spänen und Kühlschmierstoff und anschließender Vermessung zur Qualitätssicherung zu verketten. Am Ende der insgesamt 35 Meter langen Anlage werden die Getriebegehäuse zur Weiterverarbeitung bereitgehalten.

Die gesamte Verkettung sollte inklusive aller Übergabestationen mit einem einheitlichen Transfersystem bewerkstelligt werden. Bei den Übergabestationen handelt es sich zum einen um vergleichsweise einfache Drehstationen von mk vor und nach der Waschmaschine, zum anderen um eine Roboterübergabe inklusive Bildverarbeitung von Ehrhardt + Abt. In der Anlage, so ergab die Bestandsaufnahme, herrschen teilweise für Material und Oberflächen sehr anspruchsvolle Umgebungsbedingungen. Weiterhin mussten zu den Anforderungen an die Materialien auch die speziellen Betriebsmittelvorschriften erfüllt werden.

Für den Systemintegrator sind aber die rein technischen Voraussetzungen noch nicht alles: »Uns ist außerdem wichtig, dass wir mit unseren Zulieferern gut kooperieren und wir bei der Projektierung Hand in Hand arbeiten. So können wir unseren Kunden gewährleisten, dass unsere Anlagen höchsten Qualitätsansprüchen entsprechen.«

Komplizierte Aufgabe

Es gab also einige Bedingungen, die Fördersystem und Hersteller zu erfüllen hatten. Erhardt + Abt holte von mehreren Lieferanten Angebote ein. Doch die angebotenen technischen Lösungen wären kompliziert und nur mit sehr großem Aufwand umzusetzen gewesen. Über einige kleinere Aufträge, die in der Vergangenheit ausgeführt wurden, hatte der Anlagenbauer bereits gute Erfahrungen mit dem Fördertechnik-Lieferanten mk Maschinenbau Kitz aus Troisdorf bei Köln gemacht. Michael Frieß wandte sich an seinen Kundenberater, der ihm schließlich das passende System empfahl. »Mit Maschinenbau Kitz hatten wir dann endlich den richtigen Partner gefunden.«

Grundsätzlich handelt es sich bei den Anlagen aus der mk-Reihe Versamove um vielseitige Werkstückträgerumlaufsysteme, die sich in nahezu allen Bereichen der Automatisierung und des Materialflusses einsetzen lassen. Dank der drei standardisierten Varianten standard, plus und ultra stehen Ausführungen für unterschiedlich große und schwere Werkstücke zur Verfügung.

In der Ausführung »standard« dürfen die Werkstückträger bis 40 Kilogramm belastet werden. In der großen »ultra«-Version geht die Traglast der Werkstückträger bis einem Gewicht von 300 Kilogramm.

Die Versamove-Systeme sind trotz der hohen Standardisierung sehr flexibel: Durch die Betriebsbedingungen war für die Anlage ein spezieller und besonders beständiger Werkstückträger notwendig. Und so wurde ein Werkstückträger aus Edelstahl entwickelt, der den Beanspruchungen durch aggressive Waschmittel, hohen Wasserdruck und hohe Temperaturen standhält.

Auch die Betriebsmittelvorschriften des Autobauers konnte Maschinenbau Kitz leicht umsetzen, da das Unternehmen bereits vielfältige Anlagen für die Automobilbranche gebaut hat und die Anforderungen den Experten wohlbekannt sind. Sie haben die einzelnen Komponenten für das Projekt so angepasst, dass sie die Vorgaben erfüllen. »Das war mit einer der Hauptgründe, warum wir uns für das mk-System entschieden haben«, sagt Michael Frieß.

Vollständige Projektbegleitung

Maschinenbau Kitz begleitete das Projekt von den gemeinsamen Vorgesprächen mit Erhardt + Abt und seinem Kunden bis hin zur Montage und Inbetriebnahme im Werk direkt. »Im laufenden Betrieb erfüllt das System voll und ganz unsere Erwartungen«, sagt Michael Frieß. Auch die Projektverantwortlichen beim Autobauer selbst seien mit der gesamten Projektabwicklung sehr zufrieden gewesen. Auch nach der Inbetriebnahme bleibt Maschinenbau Kitz für Erhardt + Abt ein wichtiger Ansprechpartner: »Die Kollegen haben uns einen hervorragenden After-Sales-Service geboten. Anpassungen an der Anlage wurden zeitnah und unkompliziert umgesetzt.«

Generell basierte der Erfolg des Projekts auf der hervorragenden Teamarbeit aller am Projekt Beteiligten. Das erfolgreiche »Premieren-Projekt« war und ist für Michael Frieß Grund genug, auch für weitere Anlagen auf Maschinenbau Kitz als Partner zu vertrauen: Nach dem Erfolg des ersten Projekts ist mittlerweile eine zweite Anlage im Betrieb. »Der Preis des Systems ist gut, die Zusammenarbeit hervorragend und alles erfüllt vollends unsere Erwartungen.«

Eine dritte große Anlage für den Automobilhersteller wird zurzeit gebaut. Das Anforderungsprofil an das Transfersystem bleibt: Robuste Ausführung, verträglich gegenüber Verunreinigungen aus der spanenden Bearbeitung, Kompatibilität der Bauteile und vielfältige Möglichkeiten schon aus dem Versamove-Standardprogramm heraus. Die Entwicklung von kundenspezifischen Elementen wie einen Werkstückträger aus Edelstahl ist auf dieser Basis eine kostengünstige Ergänzung.

Erschienen in Ausgabe: 04/2016