Ein gutes Vorbild

Branchentreff

Mobiltron – Auf ihrem Seminar in Mannheim sieht STW ein Defizit der Nachhaltigkeit beim Bau mobiler Arbeitsmaschinen. Jedoch könne man hier bei den Autobauern lernen.

02. November 2011

Kurz nach der IAA traf sich die Mobilmaschinenbranche in Mannheim zum Seminar Mobiltron 2011, veranstaltet von Sensortechnik Wiedemann (STW) aus Kaufbeuren. Mehr als 80 Entwickler, Konstrukteure und Zukunftsplaner diskutierten zum Thema »Hybridtechnik in mobilen Arbeitsmaschinen«.

Wolfgang Pelzel, bei STW Prokurist und Leiter der Bereiche Projekt- und Qualitätsmanagement, glaubt, es werde im Markt der mobilen Arbeitsmaschinen in absehbarer Zeit zu einer deutlichen Umschichtung kommen.

Als Vorbild nennt er die Automobilindustrie: »Denen müssen wir nacheifern. Auf der IAA war ich tief beeindruckt nicht nur von den ausgestellten Boliden, sondern vor allem von den Innovationen zur Erfüllung von Nachhaltigkeitskriterien bei PKWs. Kriterien wie verminderter Kraftstoffverbrauch oder CO2-Ausstoß haben im Automobilbau schon heute eine hohe Priorität, und das muss sich auch bei mobilen Maschinen wiederfinden.«

Pelzel sieht die Hersteller vorn, die wie die Automobilbauer intensive Forschung und Entwicklung unter Umweltschutzgedanken betreiben und von daher wirksam zur Schonung unserer Umweltressourcen beitragen können. »Wer in diese Richtung denkt, wird sich einen wirtschaftlichen Vorsprung herausarbeiten«, ergänzt der STW-Prokurist.

Als Paradebeispiel stellt der Hybridantriebsanbieter STW das Vorbild aus München heraus. Dazu Wolfgang Pelzel: »Seit sieben Jahren ist BMW in Sachen Nachhaltigkeit ununterbrochen die Nummer eins in der Industrie.«

Auf der IAA 2011 haben die Bayern mit dem ActiveE, dem Mini E und dem Rolls-Royce 102 EX gleich drei rein elektrisch angetriebene Fahrzeuge präsentiert.

Auch für Arbeitsmaschinen gilt: Die Pionierarbeit, um Brennstoffzellen und die Großproduktion von Wasserstoff darzustellen, wird woanders geleistet. Es kristallisiert sich jedoch heraus, dass gerade der Elektroantrieb aufgrund seiner Leistungsfähigkeit als direkter Antrieb mobiler Maschinen in Zukunft weithin notwendig sein wird – obwohl es naturgemäß bei mobilen Arbeitsmaschinen im Vergleich zu PKWs meist erheblich größere Leistungen, Kräfte und Momente zu erbringen gilt.

»Wir brauchen ein neues Verständnis von Kinetik und Mobilität. Nötig sind Technologien, die den Erfordernissen der Nachhaltigkeit angepasst sind«, umreißt Wolfgang Pelzel, wo aus heutiger Sicht in den Mobilbranchen generell die Reise hinführt. »Unsere nächsten Schritte, die damit einhergehen, müssen sein, mit vielerlei Maßnahmen Energie sparen zu lernen.«

Für mobile Arbeitsmaschinen heißt das: Verfügbarkeit von Start-Stopp-Systemen, Optimierung der Arbeitspunkte von Motoren, Lastverschiebung und Lastoptimierung, Entwicklung und Einsatz neuer Energie-Speicher, Booster-Implementierung, Energierekuperation oder auch die Darstellung von Maschinen-Nebenaggregaten durch Hybrid- und Elektroantriebe. mk

Erschienen in Ausgabe: 08/2011