Ein Modul für zwei Funktionen im FF H1-Segment

Energieversorgung und Leitungsdiagnostik auf dem Bus

08. April 2010

Die neue Advanced Fieldbus Power Supply von R. Stahl ist das erste und einzige Modul zur Stromversorgung in Foundation fieldbus H1-Segmenten, das zusätzlich umfassende Funktionen zur Physical Layer-Diagnose bietet. Bei einem Aufpreis von rund 10 Prozent gegenüber dem einfachen Versorgungsmodul derselben Reihe ermöglichen die integrierten Geräte eine vollständige und durchgängige Anlagenüberwachung. Solche Funktionen bis hin zu einer Einbindung in Asset Management-Systeme, wie sie mit dem Advanced Fieldbus Power Supply in diesem Jahr verfügbar wird, erforderten bislang separate Diagnosemodule und damit erhebliche weitere Investitionen. Ein Modul überwacht sein Segment nicht nur auf Überlast und Kurzschluss, sondern beobachtet darüber hinaus kontinuierlich die physikalischen Parameter des Feldbusses – Spannung und Strom im Trunk, Kommunikations- und Rauschpegel, Asymmetrien und Jitter.

Fehler lassen sich nicht nur per Diagnosis Communication Module (DCM) über den FF H1 an Management-Software übergeben, sondern sie werden stets auch über einen potenzialfreien Relaiskontakt gemeldet. Zudem erlaubt es eine serielle Schnittstelle an der Gerätefront, bei Bedarf gleich vor Ort detaillierte Daten mit Standard-Programmen auszulesen. Angelehnt an die Namur NE107 sorgen farbige LED-Anzeigen im Ampel-Look zu guter Letzt dafür, dass auch ungeschultes Anlagenpersonal am Modul auftretende Probleme auf den ersten Blick erkennen kann. Warnungen lassen sich bei einer Verschlechterung der Übertragungsqualität auf dem Bus proaktiv auslösen, so dass rechtzeitig vor Ausfall eines Segments eingegriffen werden kann. Anwender können den Schwellenwert der Leitungsgüte für die Warnung individuell per Drehregler am Modul anpassen. Die kompakten Geräte sind auf der DIN-Schiene oder in einem bus-Carrier installierbar, der Module für bis zu acht einfach oder vier redundant versorgte Segmente aufnimmt. Die Trägersysteme sind zur bequemeren Handhabung außerdem in angepassten Ausführungen für spezielle Host-Systeme und deren Steckverbinder erhältlich, etwa für Emerson Delta V, Yokogawa Centum VP sowie demnächst für Honeywell- und Invensys-Steuerungen. Jedes Power Supply-Modul besitzt einen integrierten Abschluss-widerstand, der sich beim Einsatz von Host-Systemen mit eigenem Bus-Terminator jedoch auch abschalten lässt. Wie die Basic-Version gewährleistet die Advanced Fieldbus Power Supply eine Versorgung des Feldbusses mit 28 V und 500 mA. Durch Parallelschaltung zweier Geräte im Boost-Modus ist auch 1 A erreichbar. Optieren Anwender für eine redundante Versorgung, bei der die beiden beteiligten Module je 250 mA liefern, so steht automatisch auch die Diagnosefunktion redundant zur Verfügung.