Ein Muss für Automatisierer

Spezial

SPS IPC Drives – Sehr breit geworden ist das Angebot der SPS IPC Drives. Es erstreckt sich von Leitungen über sichere Automatisierung bis zu Antrieben und Bremsen. Darum wird es auch wieder voll in Nürnberg …

03. November 2016

Man möchte meinen, Ende November befindet sich die Welt schon im besinnlichen Vorweihnachtsmodus, aber in Nürnberg ist davon in jedem Jahr nichts zu spüren. Der Grund? Es ist SPS IPC Drives– Großkampfzeit für die Welt der elektrischen Automatisierung. Nirgendwo anders findet die Fachwelt einen so umfassenden Überblick über Komponenten oder komplette Lösungen. Außerdem hat sich die Messe zu einem Neuheitenforum entwickelt, das auch richtungsweisende Technologien für die Zukunft zeigen will. Die Besucher können vom breiten Angebotsspektrum und dem fundierten Wissen des Ausstellerpersonals auf den Messeständen profitieren.

»Die Gliederung und Vielfalt der Aussteller sowie kompetentes Standpersonal machen die SPS IPC Drives für mich zu einer gern genutzten Messe, um mich umfassend zu informieren«, sagt Peter Viezens, Sales & Marketing Direktor bei CML Technologies. Thomas Ketschau von Scia Systems ergänzt: »Die Messe ist eine hervorragende Gelegenheit, aktuelle Informationen zu Themen der Automatisierungs- und Antriebstechnik zu bekommen. Ein absolutes Muss für alle, die in diesem Gebiet tätig sind.«

Am »AMA Zentrum für Sensorik, Mess- und Prüftechnik« in Halle4A und bei »Wireless in Automation« in Halle10 erhalten Besucher zielgerichtete sowie umfassende Kenntnisse über die jeweiligen Themen. Darüber hinaus können sie die Chance nutzen, sich mit Anbietern über ein individuelles Problem oder Spezialthema auszutauschen.

Die 2016er-Ausgabe kann sich die SPS IPC Drives vom Vorjahr zum Vorbild nehmen. Denn die bezeichnet der Veranstalter als Erfolg auf ganzer Linie und Jahreshöhepunkt für die elektrische Automatisierungsindustrie. Zahlen und Fakten der ausführlichen Analyse sowie der Aussteller- und Besucherbefragung sprechen für sich.

1.668 Aussteller nutzten die Gelegenheit, neue Kundenkontakte zu generieren und bestehende Geschäftsbeziehungen zu intensivieren. Unternehmen aus insgesamt 44Ländern nahmen an der SPS IPC Drives 2015 teil. Rund ein Drittel der Aussteller stammten nicht aus Deutschland. Nach Deutschland bilden Italien, China, die Schweiz, Österreich und die USA die Top5 der Ausstellernationen.

75 Prozent der Fachbesucher sind an den Beschaffungsentscheidungen ihres Unternehmens beteiligt. 91 Prozent der Besucher planten, die Messe auch 2016 zu besuchen, 94Prozent beurteilten die Fachmesse mit sehr gut oder gut. Der Anteil internationaler Besucher stieg an auf 24 Prozent.

Was finden die Besucher vor? Eaton zum Beispiel will den einfachen und profitablen Weg hin zur zukunftsfähigen Maschine für den Weltmarkt ebnen und zeigen, wie sich Maschinen und Anlagen effektiv für das Internet der Dinge ertüchtigen und auf den Export vorbereiten lassen. Eine Basis dabei sind moderne Bedien- und Visualisierungskonzepte. Das Energiemanagement-Unternehmen steht Anwendern dabei zur Seite, eine hohe Verfügbarkeit zu erlangen, ein ansprechendes und intuitives Bedienkonzept zu realisieren sowie die Energieeffizienz zu optimieren.

Kleine oder auch komplexe Maschinen und Anlagen lassen sich mit SmartWire-DT, Eatons intelligentem Verbindungssystem auf Geräteebene, auf kosteneffiziente Weise »IoT-ready« machen. Es ermöglicht den direkten Zugriff auf Informationen bis hin zum einfachen Positionsschalter und schließt die Integration von hydraulischen Bauteilen auch mit ein.

Einfache Interaktion

Mit Eaton-Produkten wie dem leistungsfähigen HMI/PLC XV300 und dem wachsenden Portfolio an Befehls- und Meldegeräten der RMQ-Familie lässt sich die Mensch-Maschine-Interaktion einfach realisieren, die hohe Wertigkeit der Maschine spiegelt sich im Erscheinungsbild wider. Einen wesentlichen Beitrag hierzu leisten jetzt die neuartigen RMQ-Flat-Front-Varianten, die Entwicklungsingenieuren durch die Kombinierbarkeit mit dem bewährten RMQ-Standard-Sortiment eine hohe Flexibilität im Maschinen-Design bieten. Durch die automatische Anpassung an die Blechstärke sind sie besonders leicht zu installieren.

Während bei Servoantrieben die Wahl bisher meist auf die für viele Anwendungen geeigneten Permanentmagnetbremsen fiel, haben sich mittlerweile moderne Federdruckbremsen zu einer vielversprechenden Alternative entwickelt. Besucher können sich bei Anbieter Kendrion von den Vorteilen der neuen Servo-Line-Baureihe überzeugen. Die Federdruck-Einscheibenbremsen gibt es in elf verschiedenen Baugrößen mit Haltemomenten von 0,3 bis 130 Newtonmeter.

Zur Leistungssteigerung wird die Neuluftspalttoleranz durch ein patentiertes Fertigungsverfahren auf wenige Hundertstel Millimeter begrenzt. Die Lebensdauer der Bremsen lässt sich abhängig von Temperatur und Drehmoment optimal auf die jeweiligen Anforderungen auslegen.

Damit eignen sich die neuen Bremsen für nahezu alle Bereiche, in denen Servoantriebe arbeiten, angefangen von Automation und Robotik über Verpackungs- und Fördertechnik bis hin zu Produktionsstraßen, Lagersystemen oder Windkraftanlagen.

Altbewährtes neu gedacht

Wichtiger Pfeiler bei Lapp ist die Leitung Ölflex Connect Servo. Bei diesen Servokonfektionen werden Kabel und Stecker teilautomatisch verbunden, was Vorteile bei Qualität und Abschirmwirkung hat. Zur SPS präsentiert Lapp einen Stecker für Antriebe von Fanuc. Technisch ist dieser eine echte Neuheit: Er wird aus zwei unterschiedlichen Kunststoffen erst umgossen und dann final umspritzt, was eine kleinere Bauform und höhere Dichtheit ermöglicht. Zusammen mit dünnen Kabeln von Lapp ergibt das platzsparende Konfektionen mit kleineren Biegeradien, was besonders den Herstellern von kompakten Maschinen entgegenkommt. Die Dichtung fürs Kabel ist integriert, man kann sie also beim Montieren nicht verlieren.

Auf der Seite der Steuerung nimmt Lapp nun einen Stecker ins Programm, der eigens für die neue Reglergeneration im Booksize-Format von Siemens entwickelt wurde. Die Adern werden dabei teilautomatisiert an die Kontakte im Stecker gecrimpt, was eine sehr haltbare Verbindung schafft, gasdicht ist und somit Oxidation am Kontakt verhindert.

Viel Aufwand ersparen

Das Ölflex-Connect-Portfolio umfasst auch Lichtwellenleiter (LWL). Zur SPS komplettiert Lapp das Programm einsatzfertiger Konfektionen mit Hitronic Lichtwellenleitern für den Industrie- und Officeeinsatz. Anwender können die LWL meterweise definieren und ersparen sich somit die im Fall von Glasfaserstrecken aufwändige Spleiß-, Anschluss- und Verlegetechnik. Die konfektionierte Strecke kann vor Ort per Plug & Play in Betrieb genommen werden. »Der Bedarf an Systemlösungen nimmt zu, wir bauen deshalb unsere Ölflex-Connect-Initiative immer weiter aus«, so Georg Stawowy, Vorstand und CTO der Lapp Holding AG.

Eine Neuheit in der Kabelindustrie sind antistatische Leitungen. Sie sorgen für mehr Sicherheit an Orten, wo Funken infolge statischer Aufladungen zur Katastrophe führen können. Um diese Gefahr zu bannen, hat Lapp eine Versorgungsleitung mit einem antistatischen Mantel entwickelt. Der Mantel besteht aus einem Kunststoff mit einem Additiv, das die Leitfähigkeit erhöht.

Bei Pilz im Fokus stehen neue Produkte und Dienstleistungen für die sichere Robotik sowie für die Automatisierung in der Smart Factory. Eine modular aufgebaute Produktionsstraße veranschaulicht die Kommunikation verteilter Automatisierungssysteme im Zusammenspiel mit Aktorik und Sensorik. Das Industrie-4.0-fähige Automatisierungssystem PSS4000 koordiniert den Ablauf aller vernetzten Komponenten.

Neu in Nürnberg sind die Lichtgitter PSENoptII, die den sicheren Eingriff in den Produktionsprozess und je nach Anforderung Finger- und Handschutz erlauben.

Hinzu kommen die ebenfalls neuen Lichtgitter PSENopt slim. Mit ihrer schmalen Bauform können sie vor allem in platzkritischen Anwendungen sowie in Torsystemen eingesetzt werden. Auch lässt sich der codierte Sicherheitsschalter PSENcode nun in der kompakten Bauform mit Safety Device Diagnostics verwenden, die aus einem Feldbusmodul plus Verteiler besteht und eine einfache und umfangreiche Diagnose bietet.

Das neue Motion Control Steuerungssystem PMCprimo MC bietet als Stand-Alone-Lösung hohe Performance für anspruchsvolle Motion-Aufgaben. Die skalierbare Motion-Controller-Lösung verfügt über zahlreiche Kommunikationsschnittstellen und ist damit eine flexible Lösung für vielfältige Anwendungsbereiche.

Die neue Visualisierungslösung PMIvisu setzt auf ein besonders enges Miteinander von Hard- und Software und besteht aus Bedienterminals der Serie PMI, auf denen die webbasierte Visualisierungslösung PASvisu vorinstalliert und lizenziert ist.

Qualität aus Italien

Servotecnica, italienischer Hersteller von optimierten Schleifringen und mechatronischen Antriebsprodukten, hat kürzlich eine deutsche Niederlassung eröffnet. Im Zuge dieser verstärkten Präsenz auf dem deutschen Markt stellt das Unternehmen seine Produktpalette vor. Langjährige Erfahrung und dezidierte Spezialisierung machen es Servotecnica möglich, hochwertige und nach strengen Qualitätsrichtlinien entwickelte und hergestellte Schleifringe anzubieten, die gleichzeitig vergleichsweise günstig sind. Die Schleifringe können als einsatzfertiges Produkt fertig verdrahtet oder als kombinierte Ausführung mit Drehübertrager geliefert werden. Der Hersteller bietet auch Lösungen für eine fluide Übertragung und explosionsgeschützte Anwendungen nach den europäischen ATEX-Richtlinien an.

Im Bereich der Synchron- und Scheibenläufermotoren hat das Unternehmen mechatronische Antriebsprodukte mit besonderen Leistungsmerkmalen entwickelt. Die Servomotoren sind sowohl als Gehäuse als auch als Einbauversion bis sechs Kilowatt und 240 Millimeter Außendurchmesser verfügbar. Angepasste Wicklungen sowie Sonderausführungen nach den ATEX-Richtlinien und für hohe Umgebungstemperaturen sind ebenso möglich wie kostengünstige BLDC-Varianten.

Sieb & Meyer hat viele seiner bewährten Produkt-Klassiker im Bereich der Antriebs- und Einspeisetechnik weiterentwickelt. »Mit zusätzlichen Funktionen und neuen Modellen erschließen unsere Geräte weitere Anwendungsbereiche«, sagt Technikvorstand Torsten Blankenburg. »Bei der Weiterentwicklung unserer Antriebsverstärker und Frequenzumrichter orientieren wir uns immer an den Bedürfnissen unserer Kunden.«

Den Anwendern der SD2-Antriebsverstärker stehen seit Kurzem zwei neue geberlose Sicherheitsfunktionen zur Verfügung, die speziell für rotierende Motoren ohne Drehzahlgeber konzipiert sind. Die Funktionen »Sicherer Stillstandsmonitor« und »Sicher begrenztes Drehfeld« bauen auf der in SD2-Antriebsverstärkern serienmäßig integrierten Funktion »Safe Torque Off« auf. Das Ergebnis ist eine funktionale und kostengünstige Lösung, die vor allem in Einsatzbereichen wie dem Hochgeschwindigkeitsfräsen oder Schleifen relevant ist.

Neu als Seriengerät mit verschiedenen Leistungsklassen verfügbar ist der offene Antriebsverstärker SD3. Über das bereitgestellte Entwicklungstool stehen umfangreiche Funktionsbibliotheken für die grundsätzlichen Antriebs- und Regelungsfunktionen eines modernen Antriebsverstärkers zur Verfügung. Bei der Frequenzumrichter-Familie SD2(S) wurde die Antriebsfunktion für den Betrieb von Hochgeschwindigkeits-Asynchronmotoren weiter verbessert. Mit den bewährten Antriebsverstärkern lassen sich nun auch Frässpindeln mit kostengünstigen Encodern in einem weiten Drehzahlbereich betreiben.

Erschienen in Ausgabe: 08/2016