Einer für alles

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Sicherheitslichtvorhänge – Schutzeinrichtungen zur Absicherung von Gefahrenstellen müssen individuell angepasst werden. Sicherheitslichtvorhänge in unterschiedlichen Funktionsklassen verbinden dabei universelle Einsetzbarkeit mit der Möglichkeit zur Spezialisierung.

30. Oktober 2013

Eine wichtige Aufgabe bei der Konstruktion von Maschinen und Anlagen ist die Beschaffung von geeigneten Sicherheitslichtvorhängen und deren Integration in die Gesamtkonstruktion – speziell dort, wo Mensch und Maschine sozusagen »Hand in Hand« arbeiten, wie beispielsweise an Pressen oder Einlegestationen: Hier hat ein zuverlässiger Hand- und Fingerschutz oberste Priorität.

Allerdings müssen diese Sensoren heute zusätzlich auch einen maßgeblichen Teil zur Effizienz und Wirtschaftlichkeit von Maschinen und Anlagen beitragen. Dies erfordert neben der reinen Schutzfunktion in der Regel weitere Funktionen, beispielsweise Muting oder Blanking, also die Ausblendung von einzelnen Strahlen bzw. Strahlbereichen.

Angesichts der Vielzahl der Aufgabenstellungen ist die Wahl des optimalen Systems keine leichte Aufgabe. Beispielsweise lassen sich die entscheidenden Fragen »Was brauche ich?« und »Wieviel kostet das?« nur anhand der jeweiligen Applikationsanforderungen klären.

Zudem ist es zum Beispiel nicht sinnvoll, multifunktionale Geräte einzusetzen, wenn beispielsweise keine Ausblendfunktion benötigt wird oder wenn eine integrierte Einrichthilfe aufgrund enger Schutzfelder keine Bedeutung hat. Stattdessen verursacht es nur zusätzlichen Aufwand, die nicht benötigten Funktionen im Rahmen der Inbetriebnahme zu beherrschen oder abzuschalten. Es ist also wichtig zu wissen, welche Anforderungen an die einzusetzenden Sicherheitssensoren die jeweilige Applikation mit sich bringt.

Ein Problem dabei ist jedoch, dass die Anforderungen, die im Vorfeld nicht immer klar bestimmbar sind, im Verlauf der weiteren Betrachtung und von Anwender zu Anwender oder von Maschine zu Maschine sehr unterschiedlich ausfallen können.

Der Sensorhersteller Leuze electronic mit Sitz im württembergischen Owen/Teck hat auf diese Tatsache reagiert und bietet dazu neben modularen Konzeptionen wie etwa bei seiner Barcodeleser-Baureihe BCL300i oder den Sicherheitssensor-Sets MLDSET beispielsweise auch die Ausstattung der Sensoren mit unterschiedlichen Funktionsklassen an.

Funktionalität nach Maß

Konsequent zeigt sich dieser Ansatz der freien Funktionswahl beispielsweise bei den neuen Sicherheitslichtvorhängen der Baureihen MLC 300 und MLC 500, die die Anforderungen der Sicherheitsniveaus PLc und PLe erfüllen und so bereits innerhalb einer Gerätegattung die verschiedensten Sicherheitsanforderungen bedarfsgerecht lösen können.

Die verschiedenen Gerätevarianten beider Baureihen lassen sich einerseits hundertprozentig universell und zugleich für möglichst vielfältige Spezialaufgaben einsetzen. So eignen sich bereits die Geräte in der Basic-Version (MLC 310, MLC 510) für die meisten anzutreffenden Absicherungsaufgaben. Doch selbst in diesen Basisversionen bieten die Sicherheitslichtvorhänge die Funktion automatischer Anlauf/Wiederanlauf, eine einstellbare Reichweitenreduzierung am Sender sowie umschaltbare Übertragungskanäle, um eine Beeinflussung benachbarter Sensorpaarungen durch optisches Übersprechen zu vermeiden.

Mehr Funktionalität und Komfort bieten die Standard-Versionen MLC 320 und MLC 520: Sie besitzen zusätzlich eine integrierte Anlauf-/Wiederanlaufsperre, eine integrierte Schützkontrolle sowie eine Sieben-Segment-Anzeige.

Für komplexe Fälle

Kaum Wünsche offen lassen die Geräte in der Extended-Version MLC 530. Sie bieten die Möglichkeit zur Auswahl von fünf verschiedenen Betriebsarten, mit denen sie auch komplexere Anwendungsfälle einfach lösen. So lassen sich bei diesen Hightech-Sensoren beispielsweise Sensor-Verkettungen, steuerbare Blanking-Funktionen, reduzierte Auflösungen oder zeitgesteuertes Muting (auch partiell) ohne PC und Parametrierungssoftware aktivieren und einstellen.

Die Auswahl der gewünschten Betriebsart geschieht stattdessen durch die entsprechende Belegung der Anschluss-Pins am Empfängerteil. Der Anschluss einschließlich Pin-Belegung der Sicherheitslichtvorhänge sowie die Funktionalität der Baureihe MLC sind dabei vollständig kompatibel zur bewährten Vorgänger-Baureihe Solid.

Ein Highlight der MLC-Lichtvorhänge sind die drei wählbaren Scan-Modi (SingleScan, DoubleScan, MaxiScan), mit denen die Toleranz des Sensors in Abhängigkeit von der Ansprechzeit erhöht werden kann. Nötig werden kann dies in Applikationen, bei denen beispielsweise Späne oder Kleinteile das Schutzfeld passieren können.

Außerdem lassen sich durch eine gezielte Beeinflussung des OSSD-Verhaltens des Sensors beispielsweise EMV-Einflüsse, leichte Erschütterungen und kurzzeitige Unterbrechungen des Schutzfelds zugunsten von Verfügbarkeit und Produktivität wirksam ausgleichen.

Problemlose Montage

Ein Dauerthema im Maschinenbau sind der einfache Einbau und die leichte Montage von Komponenten. Dabei geht es weniger um Miniaturisierung als vielmehr um die Integrationsfähigkeit in die jeweilige Maschine oder Anlage. Zu den herausragenden Kriterien für viele Konstrukteure zählt dabei der Querschnitt des gelben Gehäuses.

Hier zeigt sich der MLC-Sensor mit einem Querschnitt von 30 x 35 Millimeter außergewöhnlich schlank und zugleich besonders robust aufgrund der zurückversetzt geklebten Frontscheiben, der verstärkten Seitenwangen sowie der Endkappen aus Metall.

Von Bedeutung für die Akzeptanz beim Anwender sind auch die Montagemöglichkeiten. Leuze electronic bietet deshalb für den Einbau der MLC-Sicherheitssensoren eine Vielzahl von Befestigungsmöglichkeiten, neben dem bewährten Nutenstein zum Beispiel auch Dreh- oder Schwenkhalterungen sowie L-Winkel oder Z-Winkel.

Zudem lässt sich der Montagehalter am Ende des Gehäuses entfernen, sodass die Sicherheitslichtvorhänge formschlüssig an das Umfeld angebaut werden können, also ohne einen Totraum, in den unzulässig eingegriffen werden könnte.

Zubehör für alle Fälle

Für eine freistehende Montage der Sicherheitslichtvorhänge als Zugangssicherung bietet der Hersteller zudem als Zubehör passende Gerätesäulen und gegebenenfalls Umlenkspiegelsäulen mit speziellen Federelementen im Säulenfuß, die mechanische Stöße, etwa durch Paletten oder Stapler, abfangen, sodass die Justage erhalten bleibt. Für Schweißapplikationen sind außerdem Schutzscheiben verfügbar, mit denen die Beschädigung des Sensors ausgeschlossen werden kann.

Auf einen Blick

- Die Leuze electronic GmbH in Owen/Teck ist ein führender Hersteller von Sensoren für die industrielle Automation.

- Das modulare Produktkonzept ermöglicht es, optimal passende Ausstattungsmerkmale auszuwählen und so flexible, wirtschaftliche Lösungen zu entwickeln.

- Beispielsweise lassen sich bei den Sicherheitslichtvorhängen der Baureihe MLC Gerätesäulen, Muting-Sensoren, Schutzscheiben und anderes Zubehör kombinieren, um flexibel auf verschiedenste Anforderungen zu reagieren.

- Zudem ermöglichen die vorkonfigurierten Sicherheitslichtschranken-Sets MLDSET aus optimal aufeinander abgestimmten Bausteinen die einfache Errichtung der gängigsten Zugangs-sicherungen inklusive Muting ohne komplexe Aufbau- und Inbetriebnahmeprozesse.

Erschienen in Ausgabe: 08/2013