Einfache Programmierung

Steuerungsprogrammierung – Automatisierungen können mittels neuer Programmiertechniken jetzt auch ohne Fachkenntnisse in Elektro- und Steuerungstechnik einfach umgesetzt werden.

11. November 2008

Für Anwender, die über keine Spezialkenntnisse in Maschinenbau, Elektro- und Steuerungstechnik verfügen, bietet Systec eine innovative Software an, die die Steuerungsprogrammierung auf eine neue Ebene an Benutzungsfreundlichkeit hebt.

Mit Hilfe von Musterprogrammierungen für typische Anwendungsfälle und einbaufertige Positioniersysteme können Nutzer von DriveSets jetzt einfache Automationsaufgaben in ihrem Anwendungsgebiet einrichten, ohne eine Zeile Code in der Steuerungssprache MotionBasic oder einer anderen IT-Hochsprache eingeben zu müssen. In die Windows- Software mit grafischer Bedienoberfläche müssen nur wenige Parameter eingegeben werden. PC und DriveSet-Steuerung werden per USB oder RS2 32-C verbunden.

Out of the Box

Eine typische Anwendung wäre beispielsweise: Ein dreiachsiges DriveSet soll Produkte von einer Palette abzuräumen und auf ein Förderband stellen, das diese weiteren Verarbeitungsschritten zuführt. Das passende DriveSet für die gewünschte Palettieraufgabe hat der Anwender bereits über den DriveSets-Auswahl-Assistenten identifiziert. Ein Greifer für das Palettiergut ist ebenfalls angeschafft und montiert worden. Nun muss im DriveSets Motion-Sample für Palettieraufgaben lediglich noch die Länge der DriveSets-Achsen, die Position der Entnahme-Palette sowie die Größe und die Anordnung der einzelnen Stücke auf der Palette angegeben werden. Das erfolgt mittels Eingabe der entsprechenden numerischen Werte. Daneben steht auch ein Teach-Modus zur Verfügung. Im Online-Betrieb werden dann die Achsen des DriveSets per Mausklick an die richtigen Stellen verfahren und die so ermittelten Werte gespeichert. Des Weiteren wird im DriveSets Motion-Sample noch die Größe des Greifers eingestellt sowie die Position und das Packmuster der Ablage-Palette. In diesem Fall ist dies ein Förderband, sodass nur ein Punkt als Ablageposition angegeben werden muss. Möglich wären aber auch komplexere Muster in X-Y-Z-Anordnung. Mit einem Klick auf den Button Palettieren würde der Palettiervorgang nun im Online- Betrieb starten, ohne dass eine Zeile Programm-Code geschrieben werden musste. Das Motion-Sample ist aber auch in der Lage, verschiedene Konfigurationen anzulegen, von denen jeweils eine in die DriveSets-Steuerung übertragen und dann im Offline- Modus ausgeführt wird.

»Mit den Motion-Samples lassen sich einfache Palettieraufgaben out of the box lösen«, erläutert Systec-Programmierer Abennacer ElHabbouz, der das Projekt Motion-Samples am Systec-Sitz in Münster-Roxel leitet. »Aber auch die Erweiterung der Programmmuster, wie beispielsweise für die musterhafte Palettieranwendung mit der Integration des Drehtisch-DriveSets in den Ablauf, ist einfach zu lösen«, führt er aus, »denn ein übersichtlich strukturierter und ausführlicher Programm-Code liegt bereits vor, der leicht erweitert und angepasst werden kann«. »Für die Anpassung der Motion-Samples steht unser Software-Team natürlich immer zur Verfügung«, bekräftigte auch Systec-Geschäftsführer Tilmann Wolter, »Aber auch wer dies selbst erledigen will, findet das notwendige Wissen dazu in unseren bewährt ausführlichen und leicht zugänglichen Dokumentationen «. Weitere Motion-Samples für andere Anwendungsgebiete sind in Planung.

Neue S-Klasse

Ein weiteres Projekt, das sich der Markteinführung nähert, sind die S-DriveSets. Bislang existieren die Positioniersysteme nur in M-Größen für mittlere Tragfähigkeiten bis 40 Kilogramm und mittlere Arbeitsräume von etwa 150 x 150 bis maximal 2.000 x 2.000 Millimeter in Länge-Breite-Dimension. Demnächst werden noch kleinere DriveSets hinzukommen. Ihren Einsatz findet die neue Modellreihe bei Anwendungen wie Mikrofügen, Mikrobearbeitung, Mikrooptik, dem Positionieren von Spiegeln und anderen mikrooptischen Elementen, bei der Mikrofluidik, Scannen und Lasertechnik.

Interessierte finden im Lauf des nächsten Jahres die neuen Auswahl- Grafiken für die S-Drive- Sets auf www.drivesets.de. Sie ähneln denen für die DriveSets-Modelle mittlerer Größe. »Bei Mikroanwendungen ist die Wiederholgenauigkeit wichtiger als die Geschwindigkeit. Deshalb werden wir die Achsen der Auswahlgrafiken anders sortieren«, erläutert Nadejda Ilinkolova, die für die Entwicklung der S-DriveSets bei Systec zuständig ist. Die horizontale Achse ordnet die S-DriveSets entlang ihrer Präzisionsklassen ±40, ±10, ±3 und ±1 Mikrometer. In der vertikalen Dimension sind auf der Auswahlmatrix die Tragfähigkeitsklassen 0,1 Kilogramm, 1 Kilogramm und 5 Kilogramm abgetragen. Die Geschwindigkeitsklassen 20, 100 und 250 Millimeter pro Sekunde werden Anwender wählen können, indem sie auf den Schnittpunkten von Präzisions- und Tragfähigkeitsklasse eine entsprechend farbig gekennzeichnete Modellnummer auswählen. Die Drive-Sets der S-Klasse werden durch Schritt- oder Servomotoren angetrieben. In der höchsten Präzisionsklasse kommen piezoelektrische und Tauchspulenmotoren zum Einsatz.

Ulrich Klose, Systec/csc

Erschienen in Ausgabe: 08/2008