Einfacher heißt sicherer

Steuerungstechnik

Sicherheitssteuerung – Mit entscheidend für den Erfolg einer Sicherheitssteuerung ist ihre einfache Bedienung. Die intuitive Verschaltung und Parametrierung der Steuerung und der Sicherheitsgeräte erhöht die funktionale Sicherheit.

30. März 2012

Ein unerlässliches Element der industriellen Sicherheitstechnik sind zuverlässige Sicherheitssteuerungen zur Überwachung von Schutztürschaltern, Not-Aus-Geräten, Lichtschranken und anderer Sicherheitssensoren. Wichtig für viele Anwender ist dabei auch eine möglichst einfache Programmierung der Sicherheitssteuerung. Ein Beispiel hierfür liefert der Erfolg der kompakten Sicherheitsteuerung Flexi Soft des Waldkircher Sensorikspezialisten Sick, die zu den am meisten verkauften Sicherheitssteuerungen im Markt gehört.

Die Steuerung bietet flexibel kombinierbare Funktionsmodule, zahlreiche Logikfunktionen und Möglichkeiten zur Integration in alle gängigen Feldbussysteme. Sie eignet sich für die Steuerung und Überwachung unterschiedlichster Sicherheitssensoren sowie freier Kontakte. Auch Sicherheitssensoren anderer Hersteller können integriert werden, wie etwa Trittmatten oder Zweihandsteuerungen. Dazu kommt, dass sich die mit ihr umgesetzten Sicherheitslösungen sehr einfach projektieren und konfigurieren lassen.

Das Werkzeug dafür ist die Projektierungssoftware Flexi Soft Designer: Sie ermöglicht die komfortable Verschaltung und Parametrierung der einzelnen Module der Steuerung sowie der eingebundenen Sensoren und Sicherheitsgeräte zu einer applikationsbezogenen, sicheren Steuerungslösung. So lassen sich Module und Sensoren per Mausklick auswählen, frei positionieren und per Drag & Drop verdrahten. Dazu kommt die Anzeige von Verdrahtungslogik und Anschlussbildern. Auf diese Weise lassen sich Grundfunktionen in wenigen Minuten einrichten, testen und bei der Montage oder im Betrieb nutzen.

Integrierte Funktionskontrolle

Neben hohem Bedienkomfort bietet das Projektierungstool außerdem umfangreiche Validierungsfunktionen. So ermöglicht der Simulationsmodus einen ersten Test der Konfiguration am Schreibtisch. Dabei werden die Ein- und Ausgänge ohne angeschlossene Sensoren aktiviert, um das Schaltverhalten zu simulieren. So wird sichergestellt, dass genau das programmiert wurde, was programmiert werden sollte. Das Tool »Data Recorder« ermöglicht darüber hinaus eine virtuelle Funktionsprüfung, die den Ablauf aller sicherheitsrelevanten Vorgänge in der Maschine abbildet. Wenn dabei gezeigt wird, dass die Maschine das macht, was programmiert wurde, erstellt die Software den Verdrahtungsplan für den Elektroinstallateur und erzeugt zudem eine mehrsprachige Maschinendokumentation im Sinne der aktuellen Maschinenrichtlinie.

Prüfen ohne Kaufzwang

Ein Grund für den Erfolg der Flexi-Soft-Steuerungen ist auch die Tatsache, dass potenzielle Anwender die Projektierungssoftware unabhängig vom Kauf der Hardware vorab kostenlos testen und so frühzeitig Erfahrung mit der Bedienoberfläche sammeln können. Sick stellt die Software dafür auf der Internetseite www.sens-control.com kostenlos als Vollversion zur Verfügung. Sichtbar werden die Möglichkeiten der Sicherheitssteuerung und ihrer Programmierung zum Beispiel bei der Absicherung einer Anlage zum Sortieren und Palettieren von Zeitungspaketen in einem Distributionszentrum für Presseerzeugnisse. Dabei geraten die Pakete über ein Förderband in eine umzäunte Roboterzelle, wo sie auf zwei abführende Förderstrecken sortiert werden. Zwei Servicetüren in der Umzäunung ermöglichen den Zugang für Wartungsarbeiten oder zur Fehlerbehebung.

Komplexe Aufgaben schnell gelöst

Die Risikoanalyse ergab mehrere Gefahrenmomente: Zunächst müssen die Bereiche der Förderbänder so abgesichert werden, dass niemand in die Zelle gelangen kann. Zudem erfordern die Servicetüren eine Überwachung gegen Öffnen und Zutritt bei laufendem Betrieb. Schließlich gilt es, in der Zelle den Platz hinter den Robotern abzusichern. Außerdem muss sichergestellt werden, dass sich beim Wiederanfahren der Anlage nach einem Service niemand in der Zelle befindet. Der sichere Betrieb der Anlage erfordert damit eine Gefahrstellenüberwachung an den Förderbändern mit Mensch-Material-Unterscheidung, eine Funktion zum Stillsetzen im Notfall, eine sichere Zuhaltung, einen Hintertretschutz bzw. die Innenraumüberwachung sowie die Funktion Neustart, die erst dann möglich sein darf, wenn keine Sicherheitsgefährdung mehr gemeldet wird.

Zur Projektierung der Sicherheitsfunktionen mit Flexi Soft Designer genügt es, die erforderlichen Komponenten – dargestellt als Symbole auf dem Bildschirm – aus dem umfangreichen Programm der Schwarzwälder auszuwählen: Einen Sicherheitslichtvorhang, Lichttaster als Mutingsensoren, ein Not-Halt-Taster, Sicherheitszuhaltungen für die Servicetüren, einen Sicherheitslaserscanner für die Innenraumüberwachung der Zelle sowie natürlich die Sicherheitssteuerung Flexi Soft mit der Ein-/Ausgangserweiterung FX3XTIO. Danach werden diese per Drag & Drop miteinander verdrahtet und dabei zugleich die jeweilige Sicherheitsfunktion programmiert. Wenn die virtuelle Funktionsprüfung einen sicheren und effizienten Betrieb bestätigt, erstellt die Software einen Verdrahtungsplan für den Elektroinstallateur sowie die Dokumentation.

Auf einen Blick

-Die Sicherheitssteuerung Flexi Soft von Sick lässt sich an unterschiedliche Applikationen anpassen.

-Der funktionsblockbasierte Logikeditor mit zertifizierten Funktionsbausteinen sowie die intuitiv bedienbare Software Flexi Soft Designer erleichtern die Programmierung.

-Frei skalierbare Module mit Transistorausgängen und Relaiskontakten gewährleisten eine plattformunabhängige Integration.

Erschienen in Ausgabe: 02/2012