Montagekomponenten

Eingespieltes Team

Bewährte Systemlösungen sind für eine prozesssichere Montage überlebenswichtig. Darum tut Anbieter Deprag alles dafür, dass seine standardisierten und modularen Komponenten in jeder Anwendung perfekt harmonieren können.

02. Oktober 2018
Eingespieltes Team
Technische Sauberkeit ist ein aufkommendes Thema in der Montage, Deprag hat dazu das durchgängige Cleanfeed-Konzept entwickelt. (Bild: © Deprag)

Produktionsausfälle, Montagefehler, Rückrufaktionen sind Horrorszenarien in der industriellen Serienproduktion. Fehlerhafte Schraubverbindungen, Verunreinigungen oder defekte Teile sind häufige Beispiele für kleine Ursachen mit großer Wirkung. Erhebliche finanzielle Schäden und Imageverlust können drastische Folgen sein.

Um zuverlässig und produktiv zu laufen, müssen industrielle Montageanlagen, wie etwa in der Schraub- und Zuführtechnik, prozesssicher sein und die verbauten Komponenten perfekt zusammenspielen. Desgleichen gilt es, Schnittstellenprobleme zwischen Schraubenzuführung und Schraubwerkzeug zu vermeiden. Aus diesen Gründen bietet die Deprag Schulz GmbH aus Amberg alle notwendigen Systembestandteile aus einer Hand an. Sie lassen sich modular kombinieren und gewährleisten eine hohe Verfügbarkeit.

Das Portfolio des Unternehmens umfasst sowohl Handschrauber für den manuellen Einsatz als auch stationäre Schraubwerkzeuge zur einfachen Integration in automatisierte SPS-gesteuerte Anlagen. Für maximale Flexibilität kommen Werkzeuge mit EC-Servo-Technik zum Einsatz.

Durch integrierte sensorgesteuerte Drehmoment- und Drehwinkelmessung wird die exakte Steuerung und Regelung des Schraubenanzugs ermöglicht. Umfassende Dokumentations- und Auswertemöglichkeiten von Prozessparametern garantieren Genauigkeit und Sicherheit im Prozessablauf.

Vielfältige Ausführungen

Bürstenlose EC-Motoren sorgen für einen wartungsfreien Betrieb. Je nach Anwendungsbereich stehen auch EC-Motoren mit Drehmomentmessung auf Basis der Stromaufnahme sowie pneumatisch betriebene Schrauber zur Verfügung.

Alle Schrauber gibt es in gerader Ausführung, in Winkelbauform für enge Umgebungen oder mit Pistolengriff für den horizontalen Gebrauch. Je nach Werkzeug und Bedarf kann der Bediener mit Drehmomenten von 0,008 bis 500 Newtonmetern arbeiten. Mit dem Deprag Feed Module DFM lassen sich Verschraubungen selbst an schwer zugänglichen Stellen vornehmen, wobei Schrauben oder Muttern bis zur Verarbeitung durch Vakuum am Schrauber fixiert sind.

Je nach Anforderung stehen verschiedene Zuführtechniken zur Verfügung. Hohe Fördergeschwindigkeiten und hohe Ausbringungsmengen lassen sich mit Vibrationswendelförderern erzielen. Das Fördergut wird in einem Vibrationstopf mittels gezielter Schwingungen in Bewegung gebracht und landet in einem Vereinzelungssystem. Nicht lagerichtige Elemente fallen zurück in den Topf.

Mit dem Vibrationswendelförderer »Eacy feed« hat Deprag nach eigenen Angaben ein nachhaltiges, innovatives Zuführsystem der nächsten Generation entwickelt. Dank der 24-Volt-Schwingmagnete wird eine deutlich reduzierte Leistungsaufnahme erzielt, die zu einer Energieeinsparung von etwa 80 Prozent führt. Darüber hinaus ist Eacy Feed Industrie-4.0-fähig und sichert stets einen reibungslosen Betriebsablauf. Die Vibrationstöpfe in den Füllgrößen 0,15, 0,75, 1,2 und 2,5 Liter können mit verschiedenen Fördergütern gefüllt werden.

Ist eine saubere, bauteilschonende, abrieb- und geräuscharme Förderung notwendig, kommt ein Segment- oder Hubschienenförderer zum Einsatz. Die zu fördernden Teile im Vorratsbehälter werden durch die Schwenkbewegung einer segmentförmigen Hubschiene aufgefädelt und gleiten per Schwerkraft in die Vereinzelung. Gehärtete verschleißfeste Materialien sowie spezifische Beschichtungsverfahren sollen die gleichbleibend hohe Qualität und Effizienz der Deprag-Hubschienenförderer sichern.

Linearförderer sind mögliche Bindeglieder zwischen Zuführgerät und Schraubwerkzeug. Sie funktionieren wie Vibrationswendelförderer nach dem Mikrowurfprinzip und kommen dann zum Einsatz, wenn es in der Montageanlage gilt, größere Distanzen zu überbrücken, Teilepuffer bereitzustellen oder den Teilestrom auseinanderzuziehen. Da der Linearförderer die Teile schneller fördert, als sie das Zuführgerät bereitstellt, ist ein einfaches, sicheres Abnehmen der Bauteile durch Greifer möglich. Ein Teilerückstau zum Fördertopf ist ausgeschlossen, die Sortierung der Teile im Fördertopf findet staudrucklos statt.

Einseitig- oder doppelseitig klebende Komponenten wie Dichtringe lassen sich per Bandrollenzuführung zur Verarbeitung bereitstellen. Sie werden auf einer Trägerfolie klebend zugeführt und mithilfe der Messerkante eines Abziehschlittens entfernt. Durch die Kombination aus hochpräzisen Sensoren und schneller Bandfixierung erzielen die Deprag-Bandrollenzuführgeräte eine exakte Positionierung der Teile mit hoher Wiederholgenauigkeit.

Immer sauber bleiben!

In vielen Branchen hält die technische Sauberkeit zunehmend Einzug und wird zu einer wichtigen Qualitätsanforderung an die gesamte Prozesskette. So ist zum Beispiel in der Elektronikproduktion die Reduktion von Schmutzpartikeln extrem wichtig, weshalb auf möglichst schonende Weise zugeführt werden muss.

Für diese Herausforderung hat Deprag ein durchgängiges Konzept, auch für den Sauberraum, entwickelt: das Cleanfeed-Konzept. Es basiert auf spezifisch konstruierten Komponenten, die komplett im Hause Deprag entwickelt und gefertigt werden. Diese reichen von geeigneter Zuführtechnik über entsprechend konzipierte Schraubfunktionsmodule zur Unterflurverschraubung bis hin zur Partikelabsaugung durch den »Particle Killer«. Damit erfüllt das Konzept die Anforderungen, Partikel zu vermeiden, zu reduzieren und zu entfernen – über den gesamten Schraubmontageprozess hinweg. mk

Hintergrund

Schraubtechnik

Ziel der Verschraubungsaufgabe ist entweder das Aufbringen einer definierten Vorspannkraft oder das Ausführen von bestimmten Justage- oder Demontagevorgängen.

Die Vorspannkraft ist so zu bestimmen, dass bei jeder möglichen Betriebskraft die vorgesehene Funktion noch gegeben ist und die zulässige Belastung der Schraubverbindung nicht überschritten wird.

www.deprag.com

Erschienen in Ausgabe: 07/2018