Einmal Lösung mit allem, bitte

Editorial - Michael Kleine
17. August 2016

Wo sind die schönen Zeiten hin, da unser »K« neben Konstruktion auch felsenfest mit Komponenten verbunden war? Als das einzelne Produkt bei den Unternehmen der Branche unverrückbar im Vordergrund stand? Sie sind passé, dahin, vorbei. Deswegen kann man aber auch mal melancholisch werden ...

Natürlich ist dieser Gedanke überspitzt und auch nicht ganz ernst gemeint. Aber wie bei allem wohnt dieser Behauptung ein gehöriges Maß an Wahrheit inne. Man muss nur diese Ausgabe einigermaßen aufmerksam durchblättern. Die genaue Anzahl, wie oft das Wort »Lösung« in den Beiträgen vorkommt, ist dem Autor unbekannt und die Ermittlung zu mühsam, aber bei aller launiger Betrachtung zeigt sich ein deutlicher Trend: Es geht um das große Ganze, um die übergeordnete Dienstleistung, eben um die Lösung. Das zeigt sich anschaulich in unserem Schwerpunkt Lineartechnik. Hersteller und Anbieter zielen hier immer mehr auf zusammengesetzte Angebote ab, kombinieren ihre Produkte im Sinne der Kundenanwendung und agieren dabei nicht selten auch übergreifend im Rahmen eines größeren Konzerns. Ein Paradebeispiel ist der Anlaufbeitrag, in dem der Branchenriese Schaeffler aufzeigt, wie er den Anforderungen begegnet. Und zwar mit Komplettlösungen, die alle Bereiche von Komponenten über Module bis hin zu Komplettlösungen einschließen.

Was sich fast eintönig anhört und beinahe langweilig, ist mit großen Anstrengungen verbunden und ganz sicher im Sinne des Konstrukteurs beziehungsweise der Unternehmensleitung. Gehen Sie also auf Entdeckungsreise durch das große Reich der Komplettlösungen, die sich vielleicht in nicht allzu ferner Zukunft in den »K«-reichen Claims der Fachtitel wiederfinden. Aber selbstverständlich ist ein solches Komplettangebot immer so gut wie seine einzelnen Bestandteile, und darum bleibt uns der wunderbare Begriff Komponenten hoffentlich ewig erhalten.

Michael Kleine, Chefredakteur

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Erschienen in Ausgabe: 06/2016