Elektro-Flitzer-Feldtest im Harz gestartet

Am 6. September ist im Magdeburger Wissenschaftshafen der Startschuss für den Feldtest des »Elektro-Mobilitätssystems Harz« gefallen. Ein Jahr lang fahren mehr als 20 Elektrofahrzeuge einer neuen Generation durch Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt und den Harz.

13. September 2010

Zusammen mit den speziell entwickelten, neuen Ladestationen sollen zukünftig nicht nur ganze Flotten von Elektroautos flächendeckend mit umweltfreundlich gewonnener Energie versorgt werden. Die Elektrofahrzeuge und Ladesysteme sind gleichzeitig Teil eines intelligenten, mobilen Speichernetzes für elektrischen Strom. Die Grundlage dafür wird in erster Linie durch die Rückspeisefähigkeit der neuen Fahrzeugbatterien geschaffen. Dank dieser Technologie können die Elektroautos sowohl Energie speichern, als sie bei Bedarf auch wieder in das Netz zurückgegeben. Damit werden die Fahrzeuge zum Bestandteil eines dezentralen, zum Teil mobilen Energiespeichernetzes, aus dem das Stromnetz etwa zu Spitzenzeiten mit zusätzlicher Energie versorgt werden kann.

Entwickelt wurden das Konzept und die dazugehörige Technologie im Rahmen des Forschungsprojektes »Harz.EE-Mobility«, in dem die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg die Konsortialleitung übernommen hat. Insgesamt besteht das Forschungskonsortium aus einer Reihe exponierter regionaler und nationaler Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung. Neben dem Fraunhofer IFF Magdeburg und dem Fraunhofer IWES, Siemens, Vodafone, der Deutschen Bahn, EON Avacon und Inpower sind dabei auch besonders Unternehmen aus Sachsen-Anhalt engagiert. Außer den Stadtwerken Halberstadt, Blankenburg, Quedlinburg und Wernigerode beteiligen sich ebenfalls die Regenerativ-Kraftwerke Harz und der Antriebsentwickler Krebs und Aulich, der die Umrüstung der Elektrofahrzeuge auf die neue Batterietechnologie vornimmt.

»Elektromobilität bietet erhebliche Potenziale für die heimischen Autozulieferer“, sagt Sachsen-Anhalts Minister für Wirtschaft und Arbeit, Dr. Reiner Haseloff. „Dazu gehören auch Konzepte für eine intelligente Aufladung der Elektrofahrzeuge, die dadurch eine bestimmende Rolle im System neuer Speichertechnologien für die Wind- und Sonnenenergie spielen können. Deshalb freue ich mich, dass mit dem Elektro-Mobilitätssystem Harz eine wichtige Keimzelle dieser innovativen Speichertechnologie in Sachsen-Anhalt liegt und dass mit der Krebs und Aulich GmbH ein heimischer Automobilzulieferer die neue Generation der Elektrofahrzeuge umrüstet.«

Bis Mitte 2011 soll die jetzt beginnende Testphase im Harz und in der Region Magdeburg abgeschlossen sein. Schon ab September 2010 werden die Elektrofahrzeuge aber regulär durch Magdeburg und den Harz fahren. Vor allem Privatpersonen, Pendler und Unternehmen, sollen die neuen Stromer nutzen. Dafür werden im Testgebiet mindestens 10 der neuen Elektrotankstellen installiert, um eine flächendeckende Versorgung mit Energie zu gewährleisten.

Mehr Informationen im Internet unter: www.harzee-mobility.de